Neudrossenfeld
Plage

Neudrossenfeld schlägt Alarm

In der Gemeinde wurden schon mehr als 700 Eichenprozessionsspinner-Nester gesammelt. Jetzt hofft Bürgermeister Harald Hübner auf überörtliche Hilfe.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Eichenprozessionsspinner macht auch der Gemeinde Neudrossenfeld schwer zu schaffen.Sonny Adam
Der Eichenprozessionsspinner macht auch der Gemeinde Neudrossenfeld schwer zu schaffen.Sonny Adam
Eichenprozessionsspinner-Alarm in Neudrossenfeld: Der Bauhof der Gemeinde Neudrossenfeld hat in Eigenregie schon 500 Nester von Bäumen gesammelt, weitere 200 Raupennester wurden von professionellen Baumkletterern entfernt. Die Haushaltsansätze in Höhe von 5000 Euro reichen bei weitem nicht aus, um der Raupenplage Herr zu werden, legt Bürgermeister Harald Hübner (CSU) jetzt die Sachlage offen. "Ich bitte jetzt, erst einmal Haushaltsüberschreitungen zu genehmigen. Ich rechne mit Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro, ohne unsere eigenen Leistungen", erklärt Bürgermeister Harald Hübner. Die Räte stimmten zu, den Haushaltsansatz zu erhöhen.
Doch die Tatsache, dass bislang jede Kommune für sich verantwortlich für die Entfernung der Nester ist, könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein. "Wir haben ein nationales Problem. Ich sehe eine ernsthafte Bedrohung. Wir bekommen fast täglich neue Meldungen", erklärt der Verwaltungsleiter Rainer Schimpf. "Die Raupen müssen überregional bekämpft werden. Es kommt sonst zu einer Flut, der man nicht mehr Herr wird", so Schimpf.
Eichenprozessionsspinner sind eigentlich unauffällige Nachtschmetterlinge. Tatsächlich sind die Tiere, wenn sie erst zum Schmetterling geworden sind, nicht mehr problematisch. Gefährlich jedoch sind die Raupenhaare, die sogenannten Brennhaare: Denn sie sind hochallergen und können beim Menschen zu akuten gesundheitlichen Beschwerden führen. Eichenprozessionsspinner sind seit Anfang der Neunziger als Forstschädling bekannt. Wegen der trocken-warmen Witterung haben sie sich epidemieartig vermehrt.
Verwaltungsleiter Rainer Schimpf hofft auf die Unterstützung seitens des Landkreises und des Landes. Er könne sich eine Bekämpfung mit Bakterien (Bacillus thuringiensis) wie bei der Bekämpfung der Schnakenplage am Oberrhein, oder mit Schlupfwespen vorstellen. "In Holland gibt es schon Kommunen, die 20 000 bis 60 000 Euro pro Jahr für die Bekämpfung ausgeben", gab der Neudrossenfelder Verwaltungsleiter zu bedenken. Natürliche Feinde hat die Raupe so gut wie keine. Lediglich der Grünspecht und der Kuckuck frisst die Raupen.
Bürgermeister Harald Hübner sprach sich dafür aus, eine Resolution zu verfassen und diese an das Landratsamt als überörtliche Behörde und an das Land Bayern weiterleiten: mit der Bitte um Unterstützung bei Bekämpfungsmaßnahmen. Außerdem müssten sich die Bürgermeister an einen runden Tisch setzen, um für eine gemeinsame, überörtliche, Bekämpfung einzutreten.


Jedes Jahr schlimmer

"Es muss was passieren. Die Situation wird jedes Jahr schlimmer. Wir können uns eine Bekämpfung so wie jetzt auf Dauer nicht leisten und die Gefahr ist einfach zu groß", betonte Peter Rösch (FW). Auch Franz Klatt (SPD) sprach sich für eine flächendeckende Bekämpfung aus. Die Gemeinden fühlen sich mit dieser Aufgabe überfordert und allein gelassen.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren