Neudrossenfeld
Gemeinderat

Neudrossenfeld freut sich über Schuldenabbau

Hörbare Dissonanzen gab es bei der Verabschiedung des Neudrossenfelder Haushalts nicht. Einhellig genehmigten der Gemeinderat das Zahlenwerk .
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Keine Problem machte dem Gemeinderat Neudrossenfeld die Verabschiedung des Haushalts 2018. Symbolfoto: Archiv
Keine Problem machte dem Gemeinderat Neudrossenfeld die Verabschiedung des Haushalts 2018. Symbolfoto: Archiv
Obwohl die Kreisumlage um einen Prozentpunkt sinken soll, muss die Gemeinde 1,497 Millionen Euro an den Landkreis Kulmbach zahlen, erklärte Bürgermeister Harald Hübner (CSU). Hinzu kämen Personalkosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro und noch einmal eine ähnliche Summe an sachlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen. Trotzdem sei es Kämmerer Wolfgang Schröder gelungen, eine freie Finanzspanne e von 625 280 Euro einzustellen - bei einer Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 835 280 Euro.

Allerdings müssen Rücklagen in Höhe von 1,15 Millionen Euro entnommen werden.
Peter Rösch (FW) betonte, dass der Soll-Überschuss der Jahresrechnung 2017 in erster Linie darauf zurückzuführen sei, dass im Vorjahr eine Vielzahl geplanter und beschlossener Investitionen nicht durchgeführt worden sei. "Die aufgeschobenen Investitionen wurden fast alle im neuen Haushaltsplan wieder aufgenommen. Die Freien Wähler sind kein Freund von Ausgaberesten, deren Bildung in der aktuellen Situation aber zu einem wesentlich realistischeren und drastisch verringerten Soll-Überschuss führen würden."


Investitionen verschoben


Rösch kritisierte, dass beschlossene Investitionen immer wieder nicht plangemäß begonnen und durchgeführt werden.

Positiv, so Rösch, seien die Ausgaben im Kinder- und Jugendbereich. Je Einwohner gebe die Gemeinde Neudrossenfeld 543 Euro pro Kinder aus. Kreditaufnahmen seien nicht nötig, der Schuldendienst könne sogar weiter reduziert werden solle.

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) legte dar, dass die Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2018 bei 310 Euro liegen werde. der Landesdurchschnitt betrage 644 Euro. In diesem Jahr würden fast 160 000 Euro zur Schuldentilgung eingesetzt. "Unsere Tilgungsleistungen liegen bei zwölf Prozent, das ist überproportional", so Hübner. Damit könne der Schuldenstand, der 2009 noch bei 3,8 Millionen Euro lag, bis Ende 2018 auf 1,17 Millionen Euro gesenkt werden.

Der Fraktionssprecher der SPD, Franz Klatt, wollte seine Kommentare zum Haushalt nicht als "vernichtende Kritik, sondern als wohlwollende Anregung" verstanden wissen.


Frustrierende Sitzung


Klatt monierte, dass der Gemeindeentwicklungsausschuss nur ein Mal getagt habe. "Und das in frustrierender Form", so Klatt. Doch dieser Ausschuss könne die demografische Entwicklung der Gemeinde begleiten und für positive Akzente bei der Gestaltung sorgen.

Auch im Bereich "Genussort" könne sich der Ausschuss einbringen. Klatt gab zu bedenken, dass die Altersstruktur in Neudrossenfeld bedenklich sei. Außerdem müsse es ein Angebot für Bauwillige geben. " Sie dürfen nicht durch allzu starre Vorgaben in die Nachbargemeinden abgeschoben werden."

Harald Kull (FuG) freute sich, dass auch in diesem Jahr auf eine Kreditaufnahme verzichtet werden kann. Er bezeichnete die Haushaltsansätze als "gut durchdacht".

Otmar Preußinger (CSU) schnitt ein heißes Thema an: Baugebiete in Neudrossenfeld. "Wir müssen etwas anbieten können, damit wir von der Uniansiedelung in Kulmbach auch etwas abbekommen", sagte er. Noch etwas weiter ging Thomas Erlmann (WGW). Er schlug vor, noch einmal über das abgelehnte Baugebiet Dreschenau zu reden.

Harald Hübner legte noch großen Wert darauf, dass die Steuerhebesätze gleichbleiben und deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen. In Zukunft müsse es Neudrossenfeld gelingen, mehr Arbeitsplätze in die Gemeinde zu holen, schloss Bürgermeister Harald Hübner.Verwaltungshaushalt


Die wichtigetsne Eckzahlen


Verwaltungshaushalt

Einnahmen Einkommenssteuerbeteiligung 2,33 Millionen Euro; Schlüsselzuweisungen 1,021 Millionen Euro; Gewerbesteuer 600 000 Euro; Grundsteuer A und B 319 000 Euro

Ausgaben Kreisumlage 1,497 Millionen Euro; Personal 1,412 Millionen Euro; Verwaltungs- und Betriebskosten 1,45 Millionen Euro; Zuweisungen und Zuschüsse 880 750 Euro; Gewerbesteuerumlage 140 500 Euro; Zuführung zum Vermögenshaushalt 835 280 Euro

Vermögenshaushalt

Einnahmen Rücklagenentnahme 1,150 Millionen Euro; Zuschüsse 1,126 Millionen Euro; Beiträge, Erschließungskosten 375 000 Euro; Zuführung vom Vermögenshaushalt 835 280 Euro

Ausgaben Baumaßnahmen (Umbau Rathaus, Neubau Kinderkrippe Ellrodtweg, Klimawandelpark, Baumaßnahmen an Straßen) 2,755 Millionen Euro; Investitionszuschüsse 250 000 Euro; Anschaffung beweglicher Sachen 210 000 Euro
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