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Kulmbach
Glosse

Neu, grau - und ziemlich doof

Grau ist das neue Schwarz. Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und man sollte über die Konsequenzen nachdenken .
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Grau ist das neue Schwarz! Diesen Satz, der uns sagen will, dass es fürs elegante Outfit nicht immer das kleine Schwarze sein muss, sondern dass auch der graue Seidenfummel gesellschaftsfähig ist, hat sich vermutlich ein pfiffiger Verkäufer ausgedacht, als er feststellte, dass fast alle Frauen mittlerweile gut sortiert sind mit schwarzen Teilen, mit denen sich jeder Anlass halbwegs überstehen lässt. So etwas ist schlecht fürs Geschäft. Deswegen musste ein neuer Trend her: Grau ist das neue Schwarz. So betrachtet macht der Satz schon Sinn. Doof ist er trotzdem.

Die Abwandlungen jenes Satzes freilich sind noch viel doofer: Da feierten in diesem Jahr doch etliche Stars wie Helen Hunt, Anne Sophie Mutter oder Ute Lemper ihren 50. Geburtstag. Sie haben sich gut gehalten, das muss man neidlos anerkennen.
Wohl deshalb hat jemand flugs den Satz kreiiert: "50 ist das neue 40!". Der nicht mehr ganz so junge Jung-Schauspieler Jan Ole Gerster, der wohl zwischen seinem gerechneten und seinem gefühlten Alter eine Differenz verspürt, konterte: "30 ist das neue 20!"

Das alles scheint ausbaufähig. Drei sind das neue Zwei - an der Bratwurstbude. Oder umgekehrt: Vier sind die neue Sechs - nach der Ziehung der Lottozahlen am Samstag.

Und wenn Sie demnächst in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten und ein freundlicher Polizist Sie darauf hinweist, dass Sie viel zu schnell durch die Stadt gefahren sind - - dann sagen Sie einfach: "70 ist das neue 50!" Und alles wird gut.
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