Thurnau
Jubiläum

"Natur und Freizeit" feiert in der Tradition des Pfeifenclubs

Am Tag der Deutschen Einheit lädt der Thurnauer Verein Natur & Freizeit zum 95. Geburtstag ein. Den ganzen Tag bieten die verschiedenen Gruppen interessante Programmpunkte. Zum Jubiläum ersteht der Pfeifenclub, aus dem Verein hervorgegangen ist, wieder auf.
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Elisabeth Karwoth, Hildegard Lange und Gisela Kern vom Verein Natur und Freizeit Thurnau laden zum großen Jubiläumsfest ein: Der Verein wurde vor 95 Jahren gegründet. Foto: Sonny Adam
Elisabeth Karwoth, Hildegard Lange und Gisela Kern vom Verein Natur und Freizeit Thurnau laden zum großen Jubiläumsfest ein: Der Verein wurde vor 95 Jahren gegründet. Foto: Sonny Adam
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Wenn die Ehrenvorsitzende des Vereins "Natur & Freizeit" Gisela Kern gemeinsam mit Hildegard Lange vom Festausschuss und mit Elisabeth Karwoth im Fotoalbum des Vereins blättert, werden Erinnerungen wach. Denn der Verein "Natur und Freizeit" hat Tradition. Er feiert in diesem Jahr 95. Geburtstag. Und das soll gefeiert werden, waren sich alle Gruppen einig. Aus diesem Grund wird am Tag der deutschen Einheit zu einem interessanten und abwechslungsreichen Programm geladen.

Der Verein "Natur und Freizeit Thurnau" wurde 1924 als Touristenverein "Die Naturfreunde" gegründet. Hervorgegangen ist er aus dem Pfeifenclub. Und zum Jubiläum ersteht dieser Pfeifenclub, den es natürlich schon lange nicht mehr gibt, wieder auf. Das Programm wird um 10.30 Uhr mit einem Auftritt der Hüttensänger eröffnet. Um 11.30 Uhr werden die Pfeifenmänner ihre Vorführung, für die sie viel geprobt haben, zum Besten geben. Die Vereinschronik wird zu neuem Leben erweckt. Tatsächlich gibt es über den Verein viel zu erzählen.

1933 wurde der Verein verboten. Das Vereinsvermögen wurde von der Polizei konfisziert und die Aufzeichnungen und Protokollbücher wurden für immer vernichtet. Nach dem Krieg gründete Konrad Münch den Verein dann neu. Doch noch im gleichen Jahr verbot die Militärregierung den Verein wieder. Trotzdem ließ sich der Verein nicht unterkriegen. 1949 feierten die Naturfreunde ihr 25-jähriges Jubiläum, allen Widrigkeiten zum Trotz. Und ab 1951 führte dann Heinrich Baumüller den Verein. Es folgten Karl Teller und Fritz Hübner als Vorsitzende.

1977 bis 1990 übernahm Reinhold Kerner die Geschicke des Vereins. Adolf Häußinger war damals der Fotoreferent. Er schaffte es sogar, die Bundesfotoschau der Naturfreunde nach Thurnau zu holen. Die Naturfreunde wurden zu einer lebendigen Gemeinschaft. Bis heute legendär waren die Volkstanzgruppe und die Theatergruppe. Unter der Ägide von Max Weber wurde in den 90er Jahren dann die Gruppe der Hüttensänger gegründet. Damals ist die Tradition des Osterbrunnenschmückens entstanden.

Der Verein hatte Höhen und Tiefen zu meistern. Unregelmäßigkeiten in der Kasse sorgten für Schlagzeilen, ebenso wie die Abspaltung vom Mutterverein der Naturfreunde. Doch die schönen Momente überwogen in der Vereinsgeschichte. Unter der Leitung von Wolfgang Kern erfuhr die Fotogruppe einen enormen Aufschwung und wurde durch Ausstellungen in den USA, in Japan, in Singapur und Australien bekannt.

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Thurnauer Vereins war die Anmietung und Sanierung des Hauses Oberer Markt 24: Das Haus der Gräflich Giechschen Stiftung wurde seit 2003 zum Vereinsheim und zur Heimat des heutigen Vereins. Legendär war auch das Literatencafé und Theatervorführungen gemeinsam mit den Buschklopfern. Unter der Leitung von Gisela Kern, der heutigen Ehrenvorsitzenden, schaffte es der Verein die Mitgliederzahl von 400 zu übertreffen. Heute hat der Verein 280 Mitglieder. "Ja, wir haben auch Nachwuchsprobleme, aber wir sind trotzdem noch ein lebendiger Verein", sagt die Ehrenvorsitzende Gisela Kern zum Jubiläum.

Das vielfältige Programm hat jedenfalls Potenzial für alt und jung: Am Tag der Deutschen Einheit unterhält ab 11.30 Uhr Reiner Eichner musikalisch. Nachmittags wird allen Gästen Kaffee und Kuchen aufgetischt, es gibt ein Kinderprogramm mit alten Spielen, und auch eine Märchenoma wird auftreten.

Außerdem ist ein Pflanzen-Flohmarkt und der Verkauf von selbst gemachtem Gelee geplant. Es gibt ein Rübenquiz.

Die Fotogruppe zeigt Dias. Peter Dietrich und Uli Bär unterhalten mit Gitarrenmusik. Und ab 16 Uhr tritt die Theatergruppe Hutschdorf auf. "Wir planen ab 18 Uhr einen Ausklang bei der Feuerschale mit Abschiedssuppe", erklärte Gisela Kern und hofft auf viele Besucher.

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