Marktschorgast
Energieversorgung

Nahwärmenetz in Marktschorgast wird gefördert

Das Marktschorgaster Nahwärmenetz ist auf einem guten Weg. Nach Monaten der Stagnation ist jetzt der Zuschussbescheid für die Machbarkeitsstudie unterwegs. Mit 19.000 Euro wird die Expertise gefördert.
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Johannes Schnabel von der Energievision Frankenwald zeigt, wie eine Übergabestation aussieht: klein und unauffällig. Foto: Sonja Adam
Johannes Schnabel von der Energievision Frankenwald zeigt, wie eine Übergabestation aussieht: klein und unauffällig. Foto: Sonja Adam
"Damit geht die Realisierung des Marktschorgaster Nahwärmenetzes in eine neue Phase", sagt der Geschäftsführer der "Zukunftsenergie GbR" (so nennt sich die Gesellschaft, die hinter dem Marktschorgaster Nahwärmenetz steht), Marc Benker.

93 verbindliche Verträge

Schon bei der Gründungsversammlung der Vorgesellschaft, bei der Benker sowie Ronny Metzner, Ulrich Reinhardt und Karl-Heinz Bonenberger zu Geschäftsführern ernannt worden waren, haben bereits 46 Interessierte spontan Anteile gezeichnet. Inzwischen haben 93 Marktschorgaster einen verbindlichen Vorvertrag geschlossen. Bei 88 Interessierten ist dies nach dem ersten Planungsstand machbar. "Die anderen Objekte werden noch geprüft.
Wir wollen auch versuchen, diese noch einzubinden", erläutert Benker.

Als nächster Schritt soll jetzt ein Energienutzungskonzept für das Marktschorgaster Nahwärmenetz erstellt werden. Durch die Fördermittel aus dem BayInvent-Topf ist auch die Finanzierung gesichert.
Bereits im Vorfeld hat die Gemeinde als Antragssteller Angebote eingeholt. Sobald der schriftliche Förderbescheid vorliegt, soll der Auftrag durch die Gemeinde als Zuschussempfänger an das günstigste Büro vergeben werden. "Zwanzig Prozent der Kosten für die Machbarkeitsstudie wird die Gesellschaft Zukunftsenergie übernehmen, zehn Prozent die Gemeinde", erklärt Benker.

Stromerzeugung wird geprüft

Fest steht schon jetzt, dass eine mit Hackschnitzeln betriebene Anlage das Herzstück des Nahwärmenetzes werden soll. Im Zuge der Studie wird überprüft, ob in Marktschorgast lediglich eine Nahwärmeversorgung aufgebaut werden soll oder ob auch die Erzeugung von Strom sinnvoll und rentabel ist. Benker: "Es wird geprüft, ob ein Pyrolyseverfahren oder Solarthermie auf Dächern eingebunden werden kann." Im Pyrolyseverfahren würden biologische Abfälle zu hochwertigen Mineraldünger verbrannt. "Wir rechnen damit, dass solch eine Studie drei Monate in Anspruch nehmen wird. Dann haben wir von Experten klipp und klar auf den Tisch, was sinnvoll und machbar ist. Kein Problem sei dabei die Tatsache, dass die Unternehmen in Marktschorgast sich nicht an das Nahwärmenetz anschließen lassen möchten.

Die Vertreter der Gesellschaft hoffen, dass das Nahwärmenetz bis Sommer 2015 am Netz ist. "Wir haben natürlich durch das Warten auf den Förderbescheid jetzt ein bisschen Zeit verloren, aber wir sind trotzdem guter Dinge", sagt Benker.

Drei Millionen Fremdkapital nötig

Insgesamt soll das Nahwärmenetz in Marktschorgast 6,8 Kilometer lang sein. Martin Kastner und Johannes Schnabel von der Energievision Frankenwald, die seit vielen Monaten mit der Realisierung des Projekts betraut sind, rechnen mit einem Fremdkapitalbedarf von drei Millionen Euro bei 535.000 Euro Eigenkapital und einer Förderung von 668.000 Euro. Doch trotzdem wird der Wärmepreis (bei einer Anfangsinvestition von 5000 Euro, möglich sind auch andere Investitionsmodelle) mit elf Cent pro kWh noch deutlich unter dem Öl- und Gaspreis liegen. So liegen die Vollkosten bei der Nahwärmeversorgung bei einem Bedarf von 24.000 kWh im Jahr bei ungefähr 2903 Euro. Um die gleiche Wärmeleistung mit Öl und Gas zu erzeugen müsste man 3485 Euro beziehungsweise 2982 Euro aufwenden, rechnen die Experten vor.
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