Mainleus
Verkehr

Nadelöhr B289: Autofahrer bei Mainleus brauchen gute Nerven

Viel Geduld benötigen Autofahrer in diesen Tagen auf der B289 bei Mainleus. Lange Rot-Phasen verursachen große Rückstaus. Die Baustelle hat auch Auswirkungen auf die Geschäfte an den Abzweigungen.
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Auf Wartezeiten von bis zu 20 Minuten müssen sich Kraftfahrer an der Baustelle auf der Bundesstraße 289 bei Mainleus einstellen. Fotos: Fabian Kluge
Auf Wartezeiten von bis zu 20 Minuten müssen sich Kraftfahrer an der Baustelle auf der Bundesstraße 289 bei Mainleus einstellen. Fotos: Fabian Kluge
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Es reiht sich Auto an Auto, Lastwagen an Lastwagen. Hunderte Meter lang ist die Kolonne der Fahrzeuge, die auf der Bundesstraße 289 in Richtung Mainleus im Stau stehen. Grund dafür ist die Erneuerung der Fahrbahn, wodurch nur noch eine Fahrspur vom Durchgangsverkehr benutzt werden kann. Doch auch anliegende Geschäfte haben mit den Folgen der Baumaßnahmen zu kämpfen.


Drastische Verluste

Durch die Vollsperrung der Abzweigung Mainleus-West habe Heinz Hattel, Inhaber der Edeka-Filiale, erhebliche Verluste zu verzeichnen. "Die Baustelle hat sehr starke Auswirkungen auf unseren Umsatz. Seit der Totalsperre sind es zirka 20 Prozent Verlust", beklagt Hattel.

Dabei könne er im Moment nur machtlos zusehen, für das Ende der Großbaustelle seien aber bereits Ideen entwickelt worden, um das aktuelle Minusgeschäft zu kompensieren.
Das Ausbleiben der Kunden erkläre er sich dadurch, dass im Umkreis ein vielfältiges Angebot bestehe, welches Kunden ohne Umweg erreichen können.
Noch dramatischer stellt sich die Situation für die im Edeka-Markt ansässige Bäckerei dar. Es sei ein Rückgang von ungefähr 50 Prozent, den die Bäckereifachverkäuferin Manuela Fischer vor allem auf die Bequemlichkeit der Menschen zurückführt. Besondere Maßnahmen plane die Bäckerei aber nicht, laut Manuela Fischer kämen die Käufer von selbst wieder.

Auf dem Parkplatz vor der Edeka-Filiale steht eine kleine Imbiss-Bude. Dieser gehört Manfred Oppelt, der ebenfalls mit Einbußen zu kämpfen hat. "Bei der Komplettsperre merkt man es gewaltig, aber ich kann auch die Leute verstehen. Wer nimmt schon gerne einen Umweg in Kauf?"


Geteilte Meinungen

Die Zapfsäulen der Jet-Tankstelle sind meist gänzlich verwaist, auf dem gegenüberliegenden Edeka-Parkplatz stehen nur vereinzelt Autos. Eines dieser Fahrzeuge gehört Norbert Weibbrecht, einem der wenigen Kunden, der die Situation gelassen sieht.

"Ich finde die Baumaßnahmen gut. Es ist keine Langzeit-Baustelle, somit sind die Wartezeiten auszuhalten." Für ihn stelle auch die längere Anfahrt kein Problem dar - er gehe dennoch in die nahegelegenen Supermärkte, um diese zu unterstützen und sie so in der Region zu halten.

Auch eine Umfrage unter den an der Ampel wartenden Auto- und Lastwagen-Fahrern bringt sehr unterschiedliche Meinungen hervor. Eines der "Stau-Opfer" ist Karola Gleiche. Sie betont, dass sie weder unter Zeitdruck steht noch ein Problem mit den Umbaumaßnahmen hat. "Dies waren gefährliche Kreuzungen mit vielen Unfällen. Dass jetzt Ampeln installiert werden, ist gut", sagt sie.


Personennahverkehr betroffen

Doch nicht alle Betroffenen zeigen sich so verständnisvoll. Die lange Wartezeit habe auch Einfluss auf den Personennahverkehr, wie Heidi Weith erklärt. Dabei beklagt die Busfahrerin vor allem die lange Wartezeit: "Ich habe bereits zehn Minuten Verspätung. Diese Zeit muss wieder aufgeholt werden, sodass leider einige Haltestellen nicht bedient werden können."
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