Kulmbach
Junior-Unternehmen

Nachhaltigkeit fängt im Kleinen an: Kulmbacher Schüler zeigen, wie es geht

Das, was man gemeinhin als Müll ansieht, ist für die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Wirtschaft am Caspar-Vischer-Gymnasium wertvoller Rohstoff.
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Maren Trapper-Langenohl hat sich für ihr Büro einen luftreinigenden Ficus gekauft - ihre Tochter Chiara (rechts) ist Teil des Marketingteams bei "UpTrashing". Foto: Foto Uschi Prawitz
Maren Trapper-Langenohl hat sich für ihr Büro einen luftreinigenden Ficus gekauft - ihre Tochter Chiara (rechts) ist Teil des Marketingteams bei "UpTrashing". Foto: Foto Uschi Prawitz
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Das, was man gemeinläufig als Müll ansieht, ist für die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Wirtschaft am Caspar-Vischer-Gymnasium wertvoller Rohstoff. "Upcycling" nennt sich der Trend, der alten Dingen ein neues Gewand verleiht. "Wir wollen mehr auf die Umwelt achten und den Menschen sagen: Hey, ihr könnt auch zu Hause verstärkt etwas tun", sagte Nick Baier. Er ist erster Pressesprecher des Junior-Unternehmens "UpTrashing", das am Freitagabend die Anteilseigner zur ersten Hauptversammlung ins Forum der Schule geladen hatte.

Schöne Unikate

14 Schülerinnen und Schüler führen aktuell einen nicht rechtsfähigen Verein in Anlehnung an eine Aktiengesellschaft ohne Börsennotierung. "In Handarbeit stellen wir schöne Unikate aus gebrauchten Dingen her", erläutert Nick Baier das Konzept.

Zu den Prototypen gehören beispielsweise hübsche Pflanzbehälter aus alten Dosen oder Flaschen, für die Bepflanzung haben sich die Schüler Ableger unter anderem vom schuleigenen Pflanzenteam besorgt.

"Natürlich wollen wir, dass unsere Produkte großen Anklang bei potenziellen Käufern finden", sagt der Pressesprecher. Ziel und Vision sei allerdings vor allem, Nachhaltigkeit zu fördern und ein besseres Umweltbewusstsein beim Verbraucher anzuregen.

Die Produkte stellen die Schüler selbst in wöchentlichen Sitzungen her, das Material dafür beschaffen sie in Sammelaktionen. "Das ist eine ganz tolle Idee", lobt die stellvertretende Landrätin Christina Flauder, die selbsteinen Anteilsschein in Höhe von zehn Euro erworben hat.

Rund 80 Aktionäre hat das Junior-Unternehmen bereits und ist offen für weitere Anteilseigner.

"UpTrashing" steht noch ganz am Anfang seiner Geschichte, auch die Preisfindung und Marketing-Aktivitäten sind noch im Entstehen. "Wir durchliefen anfangs einen längeren Findungsprozess", erklärte Angelika Weiß, die als Lehrerin das P-Seminar betreut. Die Idee für das Upcycling-Thema sei von den Schülern gekommen. "Sie wollten etwas Nachhaltiges machen."

Von der ursprünglichen Idee eines Spendenballs seien die jungen Leute recht schnell abgekommen. "Fridays for Future ist für uns Schüler eben nicht nur ein Lippenbekenntnis", ergänzte Nick Baier.

Bis etwa Februar kommenden Jahres wird die Junior-Firma "UpTrashing" bestehen, dann ist das P-Seminar abgeschlossen.

Unterstützer sind willkommen

"Die Junior-Unternehmen sind generell für ein Jahr ausgelegt, danach sollen sie geschlossen werden", erklärte Angelika Weiß. Wenn die Produkte allerdings Anklang fänden, stehe der Idee nichts im Wege, die Firma erneut zu gründen und mit anderen Schülern wieder aufleben zu lassen.Wer die Junior-Firma "UpTrashing" gerne als Anteilseigner unterstützen möchte oder selbst auf der Suche nach einer hübschen, handwerklich gefertigten und nachhaltigen Geschenkidee ist, wirft am besten einen Blick auf die Webseite www.uptrashing.jimdosite.com. Auch auf Facebook und Instagram sind die Produktideen der Schüler zu finden. Mit dem Erlös soll am Ende des Projekts eine regionale Umweltorganisation unterstützt werden, welche die gleichen Ansätze, Werte und Ziele hat wie das Junior-Unternehmen "UpTrashing".

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