Kulmbach
Ärger

Nachbar sorgt sich um die Eichen

Ein Bauprojekt mit zwei neuen Wohnhäusern im Kulmbacher Kesselweg hat das Ehepaar Weinhold gegen die Stadt aufgebracht.
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Die beiden Parzellen, die vom Grundstück Kesselweg 27 abgetrennt worden sind, dürften nach Ansicht des Ehepaars Weinhold nicht bebaut werden. Von Seiten der Stadt Kulmbach heißt es, dass die Baugenehmigung für die zwei Häuser in einem korrekten Verfahren erteilt worden ist. Foto: Stephan Tiroch
Die beiden Parzellen, die vom Grundstück Kesselweg 27 abgetrennt worden sind, dürften nach Ansicht des Ehepaars Weinhold nicht bebaut werden. Von Seiten der Stadt Kulmbach heißt es, dass die Baugenehmigung für die zwei Häuser in einem korrekten Verfahren erteilt worden ist. Foto: Stephan Tiroch
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Wolfgang Weinhold und seine Frau Simone wohnen seit Jahren im Kesselweg - genau dort, wo es zwei Attraktionen gibt: Kulmbachs einzigen Kreisverkehr und die schöne Natur mit dem Landschaftsschutzgebiet Kessel. Sie wohnen gerne im Kesselweg, und besonders haben es ihnen die großen alten Bäume angetan, die dem Viertel sein Gepräge geben.

Daher beobachten sie mit Sorge, was sich auf dem Grundstück gegenüber, Kesselweg 27, tut. Dort hat man zwei Bauparzellen rausgemessen, und die beiden Wohnhäuser sind bereits im Rohbau fertiggestellt. "Bei den Bauarbeiten sind einige Bäume gefällt worden und einige haben Schaden genommen", sagt Wolfgang Weinhold. Er befürchtet, dass durch den Kanalbau weiterer Schaden am Wurzelwerk der stattlichen Eichen entsteht.

Impulsiv, wie er ist, hat sich Wolfgang Weinhold einmal sogar vor den Bagger gestellt, und die Bauarbeiten gestoppt.
Mit Blick auf die Stadt Kulmbach spricht der frühere Chef von Glen Dimplex Deutschland von "Doppelmoral" und sagt: "Einerseits werden Bäume - auch hier bei uns - mit Brimborium gepflanzt, und dann lässt man es zu, dass große Bäume, also das Mehrfache, gefällt werden."

Das Ehepaar kritisiert die Stadt: "Das Grundstück, das geteilt worden ist, wäre eigentlich kein Baugelände." Dafür stünden da einfach zu viele große Bäume. "Die Leute wollen doch auch Licht haben", so die Weinholds.

Bäume stehen unter Schutz

Für die Stadt Kulmbach stellt sich die Angelegenheit unspektakulär dar. Die Baugenehmigung sei in einem korrekten Verfahren erteilt worden. Die zwei Grundstücke im Kesselweg liegen nicht im Landschaftsschutzgebiet, heißt es. Und weiter: Die Eichen unterliegen der Baumschutzverordnung und sind geschützt. Auch beim Kanalbau habe man sich geeinigt, so dass nur einmal aufgegraben wird.

Bei beiden Bauvorhaben, so die Stadt, hat es überdies eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Kulmbach gegeben. Und deren Vorgaben würden eingehalten.

Landratsamt mit im Boot

Alles in Ordnung meint auch das Landratsamt. Hans-Dieter Vieß mann, stellvertretender Abteilungsleiter Bauen und Umwelt, bestätigt, dass - auf Wunsch der Stadt - "ein Mitarbeiter draußen war". Dieser habe festgestellt, dass keine biotopkartierten Bereiche betroffen sind. Es seien Empfehlungen ausgesprochen worden, "wie die über 100 Jahre alten Eichen erhalten und bei den Bauarbeiten möglichst geschont werden können". Ferner habe man Vorschläge gemacht, "wie die Zuwegungen geführt und die Leitungstrassen liegen sollen".

Die Bauherren äußern sich zum Vorgehen ihres Nachbarn nicht. Sie verweisen auf die Aussagen der Stadt und der Unteren Naturschutzbehörde.

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