Stadtsteinach
Schaulustig

Nach tödlichem Unfall: Gaffer erhitzt die Gemüter

Ein Radler hat nach dem tödlichen Unfall auf der B 303 die Unfallstelle fotografiert. Für die Feuerwehr ist das ein No-Go, für die Polizei pietätlos.
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Es sei ein No-Go, dass Unbeteiligte nach schweren Unfällen Bilder machen, sagt der Kommandant der Stadtsteinacher Wehr, Manuel Steinl. Die Tatsache, dass ein Radler die Unfallstelle an der B 303 am Sonntag fotografiert hat, sei pietätlos, so die Polizei.   Symbolbild: Alexander Hartmann
Es sei ein No-Go, dass Unbeteiligte nach schweren Unfällen Bilder machen, sagt der Kommandant der Stadtsteinacher Wehr, Manuel Steinl. Die Tatsache, dass ein Radler die Unfallstelle an der B 303 am Sonntag fotografiert hat, sei pietätlos, so die Polizei. Symbolbild: Alexander Hartmann
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Was sich am Sonntagmorgen nach dem tödlichen Unfall bei Stadtsteinach am Straßenrand abgespielt hat, ist der Polizei und Feuerwehr ein Dorn im Auge. Ein vorbeifahrender Radler hat die Unfallstelle mit dem Handy fotografiert. Das sei pietätlos, sagt Polizei-Hauptkommissar Michael Ott. Von einen No-Go spricht der Kommandant der Stadtsteinacher Wehr, Manuel Steinl.


Diesmal kein Autofahrer

In Zeiten, in denen immer wieder über Gaffer berichtet wird, sieht man nicht selten Fernsehbilder, die Kraftfahrer zeigen, die langsam an einem Unfall vorbeifahren, um ihre Sensationslust zu befriedigen. In Stadtsteinach war es kein Autofahrer, sondern ein Radler, dessen Verhalten den Ordnungskräften und Feuerwehrkameraden sauer aufgestoßen ist. Ein Fall, über den auch RTL und Focus berichtet haben.


Radio gehört?

Während der Radler vor laufender Kamera darauf verweist, dass er mit dem Handy Radio gehört und nur den Sender gewechselt habe, sind sich Polizei und Feuerwehr sicher: Der Mann hat Bilder geschossen. Dass ein 21-Jähriger bei dem Unfall ums Leben gekommen sei, sei tragisch genug, betont Manuel Steinl. Es sei unpassend, davon Fotos zu machen, "die vielleicht im Internet veröffentlicht werden". Steinl: "Das verabscheuen wir zutiefst."


"Motivation verstehe ich nicht"

"Die Motivation solcher Leute verstehe ich nicht", pflichtet ihm Feuerwehr-Vorsitzender Jörg Geyer bei. "So was stößt uns sauer auf", erklärt Geyer, der von einer fadenscheinigen Ausrede des Radfahrers spricht: "Mehrere Leute haben gesehen, dass er das Handy zum Fotografieren quer gehalten hat."
Ob dem Radler Konsequenzen drohen? Der Mann habe die Einsatzkräfte nicht behindert, sagt die Polizei. Hätte er Unfallbeteiligte abgelichtet, hätte man eine Handhabe gehabt, so Hauptkommissar Michael Ott. Der Mann habe die Unfallstelle zwar fotografiert, aber nicht den Toten. Ott: "Die Leiche war von der Stelle auch nicht zu sehen." Da es noch noch kein verschärftes Gesetz gegen Gaffer gebe, müsse der Radler keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten. Zahlen muss er trotzdem. Und zwar 55 Euro. "Weil er das erste Foto geschossen hat, als er noch auf dem Rad war. Das ist eine Ordnungswidrigkeit."


Keine Beleidigung

Laut Ott war der Mann schwer zu beruhigen. Beleidigt, so hieß es, habe er aber weder Feuerkameraden noch Polizisten.
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