Kulmbach

Nach Ministerbesuch: Uni-Campus in Kulmbach einen Schritt weiter

Bauminister Hans Reichhart will den Grunderwerb für das geplante Uni-Gelände in Kulmbach noch heuer unter Dach und Fach haben.
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Auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände soll der Campus entstehen. Foto: Jürgen Gärtner
Auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände soll der Campus entstehen. Foto: Jürgen Gärtner
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Eigentlich war Bauminister Hans Reichhart (CSU) am Donnerstag nur wegen des geplanten Campus nach Kulmbach gekommen. Als er eine gute Stunde später weiterfuhr, hatte er eine ganze Wunschliste im Gepäck - angefangen von der Uni über die Barrierefreiheit des Bahnhofs bis hin zum Anschluss an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Allzu lange ist Reichhart allerdings nicht mehr im Amt. Denn der Bau- und Verkehrsminister will bei der Kommunalwahl am 15. März Landrat von Günzburg werden. Dass es "gar nicht schlecht ist, wenn ein Minister kommt, der nicht mehr lange im Amt ist", stellte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) fest. Denn: "Er tut sich so leichter, gewisse Sachverhalte positiv zu bewerten."

Das waren die großen Themen: 1. Die Entwicklung des Güterbahnhof-Geländes zur Uni Auf dem ehemaligen Güterbahnhof soll eine Fakultät der Uni Bayreuth entstehen. 1000 Studenten sollen sich hier einmal weiterbilden. 16 000 Quadratmeter des Geländes gehören bereits der Stadt Kulmbach. 32 000 Quadratmeter befinden sich im Besitz der Kulmbacher Brauerei. Die Planungen sind nach den Worten des Oberbürgermeisters bereits so weit fortgeschritten, dass "wir jetzt nur noch zusammenkommen müssen, um den Grunderwerb durchführen".

Und das soll nach dem Willen von Staatsminister Reichhart noch in diesem Jahr passieren. "Es ist unser unbedingter Wille, das voranzubringen."

Dazu ist noch ein baufachliches Gutachten notwendig, auf das die Immobilien Freistaat Bayern (Imbi) wartet. Ende des ersten Quartals 2020 soll es vorliegen, erklärte stellvertretende Geschäftsführerin Karin Hruschka. Darin werden auch die Ergebnisse der Altlasten- und Naturschutzuntersuchungen enthalten sein. "Wenn wir das Gutachten haben, gehen wir mit der Brauerei in die Verhandlungen."

Für die steht das Unternehmen bereit, wie dessen Justiziarin, Katrin Korpus, bestätigte. "Wir warten darauf, dass die Imbi für die finalen Verhandlungen auf uns zukommt." Die Brauerei habe bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert.

2. Der Wohnungsbau - nicht nur für Studenten Der künftige Uni-Standort wirkt sich bereits aus: OB Schramm erklärte, dass Ende 2020 die ersten Studenten kommen werden und es bereits Nachfragen nach Wohnungen gibt. Schramm gab bekannt, dass die Bayernheim, eine vor 1,5 Jahren gegründete Wohnbaugesellschaft des Freistaats, in Kulmbach 60 Wohnungen bauen will. Diese sollen aber nicht nur Studenten, sondern der ganzen Bevölkerung zur Verfügung stehen. Ein passendes Grundstück habe die Stadt bereits gefunden.

Bauminister Reichhart ergänzte, dass der Wohnungsbau zwar gefördert werde, es sich aber nicht um Sozialwohnungen handelt. 3. Der Bahnhof Der Zustand des Bahnhofs ist ein Dauerbrenner in Kulmbach. "Ich kenne ihn aus Erzählungen in- und auswendig", sagte Reichhart, der es sich aber nicht nehmen ließ, ihn später selbst zu inspizieren. Danach war für ihn klar, dass sich etwas tun muss. "Kulmbach kann nicht Studentenstadt mit einem Bahnhof sein, der so verschönerungsbedürftig ist."

Eine mögliche Lösung hatte er sogar dabei: "Wir würden uns wünschen, dass die Bahn mehr investiert - was aber nicht der Fall ist. Der Bund hat deshalb ein Programm zur Barrierefreiheit von Bahnhöfen aufgelegt, für das jeder Regierungsbezirk zwei, drei Orte melden kann. Und da wird Kulmbach dabei sein", versprach der Minister. Allerdings könne er nicht sagen, was dann in Berlin entschieden wird.

Hier appellierte OB Schramm an CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner: "Ohne deine Unterstützung in Berlin werden wir es nicht hinbekommen."

Die Abgeordnete sicherte ihre Hilfe zu und will sich zudem weiter für die Elektrifizierung der Bahn auf der Oberfranken-Achse einsetzen.

4. Lärmschutz an der Umgehung Melkendorf und an der Bundesstraße bei Wirsberg Den Wunsch nach Lärmschutzmaßnahmen an der neuen Umgehung Melkendorf gab OB Schramm dem Minister noch mit auf den Weg - ebenso wie Landrat Klaus Peter Söllner (FW) die Klagen über den Lärm der Bundesstraße in Wirsberg. 5. Der Beitritt zum VGN Landrat Söllner freute sich, dass wieder Bewegung in den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg gekommen ist. Die Aufnahme des Landkreises in den VGN sah auch Minister Reichhart als wünschenswert an. Die Erweiterung in zwei, drei Jahren werde der Region einen weiteren Schub nach vorne geben.

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