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Döllnitz
Neustart

Nach Großbrand in Döllnitz: Der Wiederaufbau läuft

Ein Großfeuer hat die Zimmerei Geißler Ende Januar in Schutt und Asche gelegt und einen Schaden von über 1,5 Millionen Euro verursacht. Produziert wird zurzeit in Schwürbitz. Noch im Mai soll aber in Döllnitz wieder der Betrieb aufgenommen werden - in einer neuen Halle.
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Foto: Alexander Hartmann
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Das Lachen ist zurück: Gut einen Monat nach dem Großbrand der Zimmerei Geißler in Döllnitz strahlen Jürgen Geißler (54) und seine Lebensgefährtin Antje Kolb (48) Zuversicht aus. "Es geht weiter", sagt Antje Kolb, die die Trümmer der niedergebrannten Produktionshallen vor Augen hat, den Blick aber nach vorne richtet. Nur einen Steinwurf vom Brandort entfernt, entsteht schon Neues: eine Halle, in der die Zimmerei möglichst im Mai den Betrieb aufnehmen will. Die Planierarbeiten sind bereits am Laufen.

Die Brandnacht

Es war die Nacht zum 28. Januar, als die Flammen die Firma in Schutt und Asche gelegt haben. 200 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Sie konnten die Hallen zwar nicht retten, aber ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus und das angrenzende Feuerwehrgebäude verhindern. Auch dank einer ungewohnten Wetter-Konstellation. "Normal kommt der Wind in Döllnitz immer aus nördlicher Richtung. In der Nacht hatten wir zum Glück Südwind", sagt Jürgen Geißler, der weiß, dass sonst ein noch viel größerer Schaden entstanden wäre.

Die Brandursache

Der ist auch so immens, liegt, wie seine Lebensgefährtin mitteilt, zwischen 1,5 und 1,7 Millionen Euro. Während die Pressestelle des Polizeipräsidium Oberfranken in dieser Woche erklärt hat, dass die genaue Brandursache noch nicht geklärt ist, weiß Antje Kolb aus den Gesprächen mit den Bandfahndern der Kripo, dass diese von einem technischen Defekt ausgehen, der das Feuer in der Nähe der Abbundanlage verursacht hat.

Viele haben geholfen

Die Abbundanlage wurde wie alle anderen Gerätschaften - Stapler, Binderpresse oder auch Hobelmaschinen - ein Raub der Flammen. Nicht mal ein Hammer hat die Brandnacht überstanden. Die Zimmerei, die Zulieferer von Bausätzen für holzverarbeitende Betriebe wie Zimmerer, Schreiner oder auch Dachdecker ist, stand vor eine ungewissen Zukunft.

Derzeit in Schwürbitz

Dass es irgendwie weiter gehen muss, das stand für Jürgen Geißler und Antje Kolb aber schon am Tag danach fest. Gut eine Woche nach dem Großfeuer wurde die Produktion auch schon wieder aufgenommen. Nicht in Döllnitz, sondern bei einem befreundeten Betrieb in Schwürbitz (Landkreis Lichtenfels), dessen Abbundmaschine Jürgen Geißler nutzen kann. "Wir können alle Aufträge abwickeln und sind froh, dass uns unsere Kunden die Treue halten", sagt seine Lebensgefährtin. Dankbar ist das Paar auch etlichen Betrieben aus dem Raum Kulmbach, die übergangsweise Fahrzeuge und Handwerksgerät zur Verfügung gestellt haben.

Behörden spielen mit

Die neue Halle in Döllnitz soll schon im Mai bezogen werden. Dass die Baumaßnahme so zeitnah in Angriff genommen werden kann, habe man der Gemeinde Kasendorf und dem Kulmbacher Landratsamt zu verdanken, sagt Antje Kolb. Beide Behörden hätten ihnen im Genehmigungsverfahren keine Steine in den Weg gelegt, das Projekt sogar mit forciert.

"Die waren dreist"

Die Hausbank habe, auch wenn es noch keinen Investitionsplan gegeben habe, ihre Unterstützung zugesagt, und was ganz wichtig sei: Die Brandversicherung sperre sich nicht. "Was versichert war, wird bezahlt", teilt Antje Kolb mit.

Die 48-Jährige hatte gestaunt, als ihr Briefkasten zwei Tage nach dem Feuer vollgestopft war. "Mit Angeboten von Vermittlern, die uns im Kampf um unsere Versicherungsleistungen Hilfe angeboten haben und dafür fünf Prozent der Versicherungssumme wollten." Kolb spricht von einem teils dreisten Vorgehen. Auf die Hilfe sei man nicht angewiesen gewesen. "Die Abwicklung mit unserer Versicherung klappt nämlich super."

Ersthelfer wurden ausfindig gemacht

Auch die beiden Ersthelfer, die die Feuerwehr informiert und sich um den Nachwuchs der sechsköpfigen Familie gekümmert hatten, konnte Antje Kolb ausfindig machen. Es waren zwei junge Männer aus Thurnau und Felkendorf. "Was sie gemacht haben, war nicht selbstverständlich", sagt Antje Kolb.

Patrick Moritz, einer der beiden Männer, sieht das anders: "Dass ich in der Brandnacht geholfen habe, das war eine Selbstverständlichkeit", stellt der 21-jährige Thurnauer fest.