Kulmbach
Anerkennung

Musikalische Botschafter für Stadt und Landkreis Kulmbach

Mit Thomas Besand wurde eine Ausnahmepersönlichkeit mit dem Kulmbacher Kulturpreis ausgezeichnet.
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Thomas Besand dirigiert mit Leidenschaft und vollem Einsatz die Kulmbacher Stadtkapelle.U. Prawitz
Thomas Besand dirigiert mit Leidenschaft und vollem Einsatz die Kulmbacher Stadtkapelle.U. Prawitz
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Seit 28 Jahren schwingt Thomas Besand den Dirigentenstab der Kulmbacher Stadtkapelle - mit Erfolg, Leidenschaft und großartigem Gespür für die Musik. "Er beeindruckt durch hohe musikalische Grundbildung, die er sich trotz zahlreicher Mentoren sehr stark als Autodidakt angeeignet hat", lobte Landrat Klaus Peter Söllner im Festsaal der Plassenburg. Der Landrat hatte die Ehre, den Kulturpreis des Landkreises Kulmbach an Dirigent Thomas Besand und die Stadtkapelle Kulmbach zu verleihen.

Schon als Fünfjähriger hätte Thomas Besand erste "dirigentische Ambitionen" im elterlichen Wohnzimmer gezeigt, später genoss er eine umfangreiche musikalische Ausbildung, lernte die Instrumente Trompete und Waldhorn. "Zum Glück ist Thomas Besand, der 1965 in Nordhessen geboren wurde, 1979 mit seiner Familie nach Stadtsteinach gezogen", sagte der Landrat. Seit 1983 ist Besand aktives Mitglied der Stadtkapelle Kulmbach, 1984 war er Gründungsmitglied des Jugendsinfonieorchesters des Bezirks Oberfranken (Haus Marteau).

"Prof. Dr. Günther Weiß, künstlerischer Leiter im Haus Marteau, war einer seiner wichtigsten Wegbegleiter." Als Thomas Besand 1991 die musikalische Leitung der Stadtkapelle Kulmbach übernahm, wünschte er sich verstärkte Bühnenpräsenz für das Orchester und organisierte zum 140. Jubiläum ein Benefizkonzert in der Stadthalle. "Allerdings wurde es wegen eines Autounfalls des Dirigenten in den Januar 1992 verschoben, und damit war die bis heute andauernde Tradition der Neujahrskonzerte geboren."

Das musikalische Motto der Stadtkapelle "Von klassisch bis modern" wird seit der Übernahme des Dirigentenamts durch Thomas Besand konsequent umgesetzt. Sein besonderes Markenzeichen dabei: Er dirigiert alle Konzerte auswendig. Durch dieses "Voraushören" kann er als Dirigent dynamisch eingreifen und steuern und schafft Kreativität. "Dirigieren ist die Kunst, zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll", zitierte der Landrat Herbert von Karajan und sagte an Thomas Besand gewandt: "Das beherrscht du."

Mit seinem herausragenden Engagement sei es Besand gelungen, aus der Stadtkapelle ein nahezu professionelles Orchester zu formen, das symphonische Blasmusik allerhöchster Qualität darbieten könne.

Thomas Besand zeigte sich sichtlich gerührt und dankte Landrat Söllner und OB Henry Schramm für diese hohe Auszeichnung. "Dass die Stadtkapelle den Kulturpreis verdient hat, bin ich schon lange der Meinung", sagte der Geehrte.

"Mir ist bewusst, dass dieser Einzelpreis etwas ganz Besonderes ist. Jedoch ist das alles nur möglich durch eine Gemeinsamkeit, eine gute, harmonische Zusammenarbeit, durch ein Zusammenwirken der Kräfte, wodurch vieles möglich wird." Diese Anerkennung sei für ihn und für die Stadtkapelle eine besondere Wertschätzung der Arbeit, die noch nachwirken werde. "Ihr werdet auch künftig mit mir leben müssen", scherzte der Dirigent .

"Die Stadtkapelle ist musikalischer Botschafter für Stadt und Landkreis", sagte Landrat Söllner. Aus einer Stammtischgesellschaft heraus wurde am 3. Dezember 1851 der "Musikverein zu Kulmbach" ins Leben gerufen, der in der Folge viele Höhen und Tiefen der politischen und sozialen Entwicklungen durchlief. "Der Neuanfang nach dem Krieg war schwer, es fehlte an Vielem." Nach 1945 habe sich zunächst mit ein paar Mundharmonikaspielern wieder das erste kleine Orchester auf die Beine gestellt, 1951 konnte das 100. Jubiläum bereits groß gefeiert werden.

1973 erfolgte mit Zustimmung des Stadtrates die Umbenennung in "Stadtkapelle Kulmbach von 1851". "Die Stadtkapelle Kulmbach ist seitdem fester Bestandteil im kulturellen Leben von Stadt und Landkreis, und seit 1992 übernimmt sie die Eröffnungszeremonie der Kulmbacher Bierwoche", sagte der Landrat.

Die Stadtkapelle leiste einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und sei ein hervorragendes Aushängeschild, betont OB Henry Schramm.

Roland Jonak, Vorsitzender der Stadtkapelle Kulmbach, nahm die Auszeichnung stellvertretend für alle aktiven 55 Musiker entgegen. "Das gibt Motivation, Kraft und Freude", sagte er, "und dass der Preis auch noch dotiert ist, sorgt dafür, dass in diesem Jahr keiner der Musiker etwas für unsere schon traditionelle Reise nach Lüneburg dazu zahlen muss."

Doch Jonak hatte auch selbst noch ein Präsent zu überreichen. "Seit 56 Jahren ist Max Stenglein aktives Mitglied unseres Orchesters, heute ist sein letzter, offizieller Auftritt. Wir verbeugen uns in Dankbarkeit", sagte Vorsitzende.

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