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Kulmbach
Show

Musical-Metropole für eine Nacht

"Die Nacht des Musicals" begeisterte das Publikum am Dienstagabend in der Kulmbacher Stadthalle.
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"We are the champions": das Ensemble brachte das Queen-Musical überzeugend auf die Bühne. Foto: Stephan-Herbert Fuchs
"We are the champions": das Ensemble brachte das Queen-Musical überzeugend auf die Bühne. Foto: Stephan-Herbert Fuchs
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Was ist ein Musical? Vielleicht eine musikalische Komödie, mit Elementen des Jazz und der Pop- und Rockmusik, eine moderne Form der Operette, aber ohne Kitsch oder gar eine Aneinanderreihung von großen Hits. Ganz einfach: Musical ist alles das auf einmal und längst nicht mehr nur "Amerikas Antwort auf zweieinhalb Jahrtausende europäische Theaterkultur". Da gibt es klassische amerikanische Musicals, herausragende Werke der Gegenwart wie "Cats" oder "Phantom der Oper" und es gibt Musicals, die meist einem Star oder einer Band gewidmet sind. Dazu gehören das Abba-Musical "Mamma Mia" oder "Ich war noch niemals in New York", ein Musical mit den großen Udo-Jürgens-Hits, und schließlich Udo Lindenbergs "Hinterm Horizont".

"Die Nacht des Musicals", die am Dienstagabend in der gut besuchten Kulmbacher Stadthalle zu erleben war, vereinigt das alles in einer einzigen Show. Geboten wurden die größten Hits, die bekanntesten Songs, gefühlvolle Balladen in einer zweieinhalbstündigen abwechslungsreichen, mitreißenden und intelligent zusammengestellten Gala.

Die wachsenden Zuschauerzahlen bei dieser seit Jahren mit immer wieder wechselnden Solisten tourenden Produktion bringen "Die Nacht der Musicals" dazu, immer neue Werke ins Programm aufzunehmen. "Grease" gehört dazu, ebenso wie die besten Szenen aus dem Broadway-Verkaufsrenner "The Greatest Showman", unter anderem mit dem Hit "This is me". Natürlich dürfen auch die beliebtesten Hits aus des Disney-Musicals nicht fehlen. Dabei verschmelzen die modernen Lieder zu einer untrennbaren Einheit mit den zeitlosen Klassikern.

Die 13 Darsteller, fünf Solisten und acht Tänzer, sind alle absolute Musical-Profis, die bereits in den verschiedensten Produktionen auf der Bühne standen. Stimmgewaltig nahmen sie das Publikum mit auf eine Reise von Afrika ("König der Löwen") und Wien ("Elisabeth") bis nach Transsylvanien ("Tanz der Vampire"). Einzelne hervorzuheben wäre fast schon ein wenig unfair, singen sie doch alle mal abwechselnd im gesamten Ensemble mal im Duett oder sie übernehmen solistische Aufgaben. Außerdem sind es gerade die großen "Massenszenen", die das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen, etwas bei "We are the champions" im Queen-Musical oder ganz am Schluss beim Medley aus dem Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York".

Die fünf Solisten waren: Mareike Heyen aus Ostfriesland mit kraftvoller Powerstimme und rockiger Musical-Röhre, Katrin Mayer aus Freiburg mit strahlendem Sopran und eleganter Ausstrahlung, Jan Grossfeld als Mister Showman schlechthin mit smarter Wandlungsfähigkeit, Istvan Sziscar in vornehmlich düster-dramatischen Parts sowie Florian Albers als poppiger und allseits präsenter und flexibler Sängerdarsteller.

Das Team mit den Tänzern der "Broadway Musical Dance Company" stellte eine abwechslungsreiche, farbenprächtige und fantasievolle Show auf die Beine, beste Unterhaltung auf hohem Niveau. Zum Musical gehören allerdings nicht nur Musik und Stimmen, sondern auch eine ausgeklügelte Choreographie, schnelle Tänze und farbenfrohe Kostüme. Auch die in solchen Shows schon obligatorische Tuchfühlung mit dem Publikum darf nicht fehlen. So stöckelt Jan Grossfeld als Transvestit Frank ‘n‘ Furter aus der "Rocky Horror Picture Show" aufreizend in Mieder und Strapsen ins Parkett, um mit Sprüchen und Gesten für Lacher zu sorgen und, sehr zur Freude aller Nicht-Betroffenen, einzelne ahnungslose Zuschauer zum Mitmachen zu nötigen.

Bei derartigen Tourneeproduktionen gilt es freilich auch immer wieder Abstriche zu machen. So gab es kein richtiges Bühnenbild, dafür aber alle nur denkbaren Projektionen im Hintergrund und vor allem viel Licht. Die Technik war bestens eingestellt und auf die Solisten abgestimmt. Zur Musik vom Band wurde tatsächlich live gesungen. Die Verantwortlichen waren von Kulmbach überaus begeistert, so dass bereits darüber nachgedacht wird, im nächsten Jahr mit der "Nacht des Musicals" wieder in die Dr.-Stammberger-Halle wieder zu kommen.

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