Trebgast
Konzert

"MoZuluArt": So klingt Mozart auf Afrikanisch

Afrikanische Stimmkunst und klassische Virtuosität erlebten die Besucher des Konzerts von "MoZuluArt" am Sonntagabend auf der Naturbühne Trebgast. Mit Standing Ovations und einem Feuerwerk wurden die Künstler von der Bühne verabschiedet.
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Mit vollem körperlichen Einsatz vermittelten die drei Sänger aus Simbabwe (Dumisani Ramadu Moyo, Blessings Zibusiso Nqo Nkomo und Vusa Mkhaya Ndlovu) afrikanisches Lebensgefühl. Foto: Uschi Prawitz
Mit vollem körperlichen Einsatz vermittelten die drei Sänger aus Simbabwe (Dumisani Ramadu Moyo, Blessings Zibusiso Nqo Nkomo und Vusa Mkhaya Ndlovu) afrikanisches Lebensgefühl. Foto: Uschi Prawitz
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Nicht wirklich afrikanische Temperaturen herrschten am Sonntagabend in Trebgast vor, aber im bis auf den letzten Platz besetzten Zuschauerraum wurde den Besuchern nicht kalt. Mozart von afrikanischen Musikern interpretiert: Konnte man sich im Vorfeld noch keine rechte Vorstellung davon machen, was einen erwartete, war man umso positiver überrascht.

In Begleitung des Wiener Ambassade-Streichquartetts präsentierten die vier Musiker von MoZulu Art klassische Musik, gepaart mit afrikanischen Gesängen und Rhythmen.

So erhielt Mozarts Sonate in A Dur einen ganz neuen Touch, als die drei Sänger aus Simbabwe unter dem Titel "Zungikhumbule" (Denk an mich) mit sanften Stimmen ihre eigene Version des Klassikers vortrugen.

Roland Guggenbichler, der die drei afrikanischen Sänger als viertes Bandmitglied regelmäßig am Klavier begleitet, hat zusammen mit Vusa Ndlovu viele der Titel neu arrangiert.
"Wir kannten uns schon von einem anderen Bandengagement aus Wien", sagte Guggenbichler. "2004 haben wir bei einem gemeinsamen Auftritt festgestellt, dass die drei Stimmen und das Klavier sehr gut harmonieren."

Und so kam es, dass die Musiker von MoZulu Art zum Mozartjahr 2006 ihren doch eher unkonventionellen Beitrag zu den Feierlichkeiten leisteten.


Die Xhosa-Sprache

Doch nicht nur Mozart interpretiert das Quartett neu. Auch Werke von Haydn bekam das Trebgaster Publikum an diesem Abend zu hören, ebenso wie afrikanische Volksweisen oder den bekannten "Click Song" von Miriam Makeba. Kleiner Sprachkurs in der komplizierten Xhosa-Sprache für die Zuhörer inklusive, denn mit den vielen Schnalzlauten zu sprechen, das ist gar nicht so einfach.

Nonstop verbreiteten die sympathischen Musiker gute Laune auf der Bühne, die abwechselnd in warme Farben getaucht wurde und die schöne Stimmung noch unterstrich.

Als Sänger Ramadu und seine Kollegen dann die Arie des Sarastro aus Mozarts Zauberflöte unter dem neuen Titel "Phakathi" (In diesem Haus) vortrugen, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen.


Frenetischer Applaus

Frenetisch war der Applaus am Ende des Konzerts, das gegen 23 Uhr sein Ende fand.

"Wir geben mit MoZulu Art etwa 20 Konzerte im Jahr", sagte Michael Buchmann, der als Leiter des Ambassade-Streichquartetts direkt von den Bregenzer Festspielen angereist war. Er liebt die Klassik, begleitet aber mit seinem Ambassade-Orchester gerne auch so genannte Cross-Over-Projekte. "So kam ich mit Roland Guggenbichler in Kontakt. Wir haben es zusammen probiert, es hat super geklappt. Und seitdem sind wir bei größeren Konzerten immer als Streichquartett dabei."
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