Motschenbach
Bürgerversammlung

Motschenbach: Plötzlich war der Berg das Thema

In den vergangenen Jahren war es ruhig um die Sanierung des Motschenbacher Berges geworden. Am Montagabend war es plötzlich ein großes Thema.
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Die Sanierung der Straße am  Berg nach Motschenbach (im Hintergrund)  war großes Thema in der Bürgerversammlung am Montagabend im Sportheim. Foto: Jürgen Gärtner
Die Sanierung der Straße am Berg nach Motschenbach (im Hintergrund) war großes Thema in der Bürgerversammlung am Montagabend im Sportheim. Foto: Jürgen Gärtner
Die Bürgerversammlung am Montagabend im Mainleuser Ortsteil Motschenbach dreht sich um Kleinigkeiten - bis Christine Karg das Thema Sanierung der Straße am Motschenbacher Berg ansprach. Und damit eine rege Diskussion entfachte, mit der Bürgermeister Robert Bosch (CSU) nicht gerechnet hatte.

"Vor einem Jahr gab es nicht diese Resonanz auf das Thema", staunte er über die Debatte und versprach "den Wunsch nach der Bergsanierung mitzunehmen". Er verwies darauf, dass es keine aktuelle Sanierungsplanung gibt. "Wir müssen das langfristig in den Haushalt aufnehmen."

Vitus Karg konnte das nicht verstehen: "Das ist doch schon seit 20 Jahren Thema. Das bestätigte Birgit Bär: "Das war schon zu Werner Grampps Zeiten aktuell." Vitus Karg ergänzte: "Es hat immer geheißen: Erst wird die Straße nach Witzmannsberg gemacht, dann die nach Heinersreuth und dann Motschenbach." Rosi Weber hatte gleich einen Lösungsvorschlag parat: "Lassen wir die Brücke weg und machen den Berg."

Die Erneuerung eben jener Brücke in Motschenbach war ein weiteres großes Thema: Gemeinderat Erich Luthardt (ABL) stellte klar, dass die Brücke dringend erneuert werden muss. "Sanieren kann man die nicht mehr." Einen genauen Zeitplan konnte er aber noch nicht nennen, die Pläne seien so weit, dass sie bei der Regierung eingereicht werden können. "Die geben dann den Förderbescheid raus. Sobald der da ist, geht es weiter." Man wolle sich wegen der Ausschreibung auch nicht auf einen bestimmten Termin fixieren. Denn dann werde es erfahrungsgemäß teurer.

Für die Pkw sei während des Brückenbaus eine innerörtliche Umleitung vorgesehen, schwerere Fahrzeuge müssten Motschenbach durch den Wald anfahren. Die voraussichtliche Bauzeit bezifferte er auf zehn bis zwölf Wochen.

Ein für Bürgermeister Bosch ebenfalls überraschendes Thema sprach Georg Zapf sen. an: "Es fehlt eine öffentliche Toilette in Mainleus." Es sei das erste Mal, dass dieser Wunsch an ihn herangetragen wird, erklärte Bürgermeister Bosch und griff den Vorschlag gleich auf: "Das wäre eine Idee für das Spinnereigelände oder für den Platz neben dem Rathaus, wenn das alte Nachbargebäude dort abgerissen wird."

Katja Tanzmeier sprach zwei große Schandflecke im Ort an ("Jeder weiß, was gemeint ist"). Kinder aus dem Dorf hätten sogar schon Unterschriften für eine Beseitigung der Schrotthaufen gesammelt. "Es gab doch schon mal eine Aufräumaktion in den 90ern", meinte sie. Darauf Bürgermeister Bosch: "Man müsste die Umweltbehörde informieren und fragen, ob Handlungsbedarf ist."

Vitus Karg fragte nach, ob sich in Sachen Radwegebau von Motschenbach nach Willmersreuth etwas tut. Robert Bosch verwies darauf, dass der Markt Mainleus ständig dabei ist, das Radwegenetz auszubauen. "Aktuell sei für Motschenbach zwar nichts konkret geplant, aber das soll nicht heißen, dass nichts kommt. Das wäre ein super Wander- und Radweg ohne Berg." Die entscheidende Frage sei, ob die Grundstücksbesitzer mitmachen.

Ansonsten waren es eher kleine Sachen, die die Motschenbacher stören: Hecken, die zurückgeschnitten werden sollten, die Bepflanzung der Brunnenanlage, das Mähen des Wanderwegs am Main. Klagen gab es auch über Wasserlachen auf der Straße, unterspülte Gullydeckel, Wasser, das nach Regen über die Straße läuft und im Winter gefährliche Eisflächen bildet. Bürgermeister Bosch versprach, sich die Entwässerungssituation im Ort anzuschauen.

Apropos Wasser: Die Gebühren für das kostbare Nass werden im Herbst kalkuliert. Bosch zufolge wird es wohl eine Anpassung nach oben geben. Hintergrund: Es wurden weniger Einnahmen erzielt als geplant. Zusätzlich werde in Leistungsnetz investiert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Und das koste Geld.


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