Kulmbach
Schulwegsicherheit

Morgen ist Schulanfang: Rücksicht ist das Wichtigste"

Klaus-Peter Lang von der Kulmbacher Polizei gibt Tipps, worauf Abc-Schützen, deren Eltern und Verkehrsteilnehmer (nicht nur) morgen achten sollten.
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Die Ampel im Hintergrund ermöglicht ein sicheres Überqueren der Straße zur Pestalozzischule (links). Verkehrssachbearbeiter Klaus-Peter Lang empfiehlt, solche Hilfen auch zu nutzen. Foto: Jürgen Gärtner
Die Ampel im Hintergrund ermöglicht ein sicheres Überqueren der Straße zur Pestalozzischule (links). Verkehrssachbearbeiter Klaus-Peter Lang empfiehlt, solche Hilfen auch zu nutzen. Foto: Jürgen Gärtner

Neuralgische Stellen gibt es vor jeder Schule. Das weiß Klaus-Peter Lang, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Kulmbach, aus Erfahrung. Er nennt gleich zwei Beispiele: "Der enge Kurvenbereich beim CVG, der gerne zugeparkt wird." Und die Blaich: "Auf der einen Seite ist die Schule, auf der anderen der Kindergarten. Dort sind also überall Kinder unterwegs." Zwar gelte schon Tempo 30, aber "die Autofahrer sollten da besonders achtgeben".

Das gilt eigentlich das ganze Jahr, in besonderem Maße aber für den morgigen Dienstag. Denn morgen ist Schulanfang. "Und viele Kinder nehmen damit zum ersten Mal am Straßenverkehr teil", sagt Lang. Das sollte den Autofahrern bewusst sein und besondere Rücksichtnahme zur Folge haben.

Die Polizei wird nicht nur morgen, sondern in den nächsten Wochen ein besonderes Augenmerk auf die Schulwege haben - inklusive Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB).

Damit die Kleinen mit den Bussen auch zurechtkommen, kann ein Schulbustraining stattfinden. Dazu melden sich die Schulen bei der Polizei (Frau Hänsel) und vereinbaren einen Termin. Andere Schulen (zum Beispiel Ziegelhütten) machen so ein Training mit den Busunternehmen selbst, so Klaus-Peter Lang weiter.

In Kulmbach geht es relativ sicher zu: "Im Schuljahr 2018/2019 hatten wir im Bereich der Polizeiinspektion Kulmbach erfreulicherweise keinen gemeldeten Schulwegunfall." Natürlich hofft er, dass das auch in dieser Saison so sein wird.

Ein weiterer Rat von ihm ist, die Kinder mit heller Kleidung auszustatten. "Die Erstklässler kriegen ja alle reflektierende Westen. Und sie sollten keine Scheu haben, sie auch anzuziehen." Eine Alternative seien Kleidungsstücke mit reflektierenden Streifen. "Wichtig ist, dass die Kinder gesehen werden."

Klaus-Peter Lang appelliert an die Eltern, ihre Kinder nicht in die Schule zu chauffieren. Würden Kinder immer nur mit dem "Elterntaxi" gebracht, lernten sie nicht, selbstständig Gefahren im Straßenverkehr einzuschätzen. Und wer den Nachwuchs schon unbedingt in die Schule fahren muss, der sollte darauf achten, dass alle Sicherungsmaßnahmen eingehalten und die Gurte angelegt sind.

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD rufen alle Kinder dazu auf, den Schulweg möglichst zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurückzulegen. Denn fast die Hälfte aller Grundschulkinder in Deutschland wird mit dem Auto zur Schule gefahren. Laut der Studie "Mobilität in Deutschland" von 2017 sind es 43 Prozent. Nur ein Drittel der Kinder geht zu Fuß, 13 Prozent kommen mit dem Fahrrad und zehn Prozent mit dem Bus.

Laufen Kinder schon morgens zur Schule oder zum Kindergarten, fördert dies ihre körperliche und geistige Entwicklung. Die Kinder lernen dabei, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Aktive Kinder sind den Tag über entspannter und können sich besser konzentrieren.

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD haben drei Tipps, wie Kinder sicher ohne Elterntaxi zur Schule und zum Kindergarten gelangen.

Tipp 1: Laufgemeinschaften bilden. Eltern oder Kinder können sogenannte Laufbusse organisieren. Dabei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden, um von dort aus gemeinsam zur Schule zu gehen.

Tipp 2: Roller- und Fahrradständer bauen. Ist der Schulweg zu lang zum Laufen, sind Tretroller oder Fahrräder eine gute Alternative. Roller- und Fahrradständer vor Schulen und Kitas helfen den Kindern, ihre Fortbewegungsmittel sicher und ordentlich abzuschließen. Dabei lernen sie außerdem, sich eigenverantwortlich um ihre Gerätschaften zu kümmern.

Tipp 3: Schulstraßen beantragen. Um die unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch Elterntaxis vor Schulen und Kitas in den Griff zu bekommen, haben Eltern die Möglichkeit, einen Brief an ihre Schulleitung zu schreiben. Schulleitungen können sich an die Kommunen wenden und diese dazu auffordern, die Straße vor der Schule oder Kita als Schulstraße mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen auszuweisen, wenn es die Lage der Schule erlaubt.

Auch von Verkehrswacht und Kinderhilfswerk gibt es wertvolle Infos zum Schulanfang.

Start Rund 115 000 Kinder machen sich morgen in Bayern erstmals auf den Weg zur Schule. Und jeder Schulweg sieht anders aus. Eines gilt aber für alle neuen Wege, egal ob diese zu Fuß, per Bus oder mit dem Auto bewältigt werden: Eltern sollten mit den Kindern den sicheren Schulweg üben - auch nach dem ersten Schultag.

Sicherheit Wählen Sie den sichersten Schulweg aus. Oft lohnt ein kleiner Umweg, wenn dadurch Ampeln oder von Schülerlotsen betreute Wege genutzt werden können.

Vormachen Gehen Sie den ausgewählten Weg mit dem Kind und erklären Sie schrittweise Ihr demonstrativ vorbildliches Verhalten. Gehen Sie den Weg zu der Tageszeit und an einem Wochentag, an dem auch das Kind zur Schule unterwegs sein wird.

Lernen lassen Lassen Sie Ihr Kind unter Ihrer Aufsicht selbstständig Lösungen und Verhaltensweisen vorschlagen. Korrigieren Sie mit Geduld.

Üben Üben Sie den richtigen Weg und das richtige Verhalten mehrfach. Im Idealfall haben Sie schon vor dem ersten Schultag damit angefangen.

Überprüfen Bevor das Kind alleine zur Schule geht, achten Sie darauf ob es am Bordstein immer anhält, den Blickkontakt mit dem Fahrzeugführer sucht, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, die eigene Absicht deutlich anzeigt, die Geschwindigkeit von Fahrzeugen abschätzen kann.

Zeit lassen Schicken Sie Ihr Kind rechtzeitig auf den Weg, damit es ihn in Ruhe bewältigen kann, auch wenn mal was dazwischen kommt. Helle Kleidung sorgt für weitere Sicherheit.

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