Kulmbach
Open Air

Mittelalter und Folk rocken den Schönen Hof

Ein lauschiger Sommerabend, mittelalterliche Klänge, Celtic Folk - die Besucher des Plassenburg Open Airs kamen am Donnerstagabend voll auf ihre Kosten.
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Die Mittelalterband "Faun" sorgte für mystische und prächtige Stimmung im schönen Hof der Plassenburg.  Foto: Uschi Prawitz
Die Mittelalterband "Faun" sorgte für mystische und prächtige Stimmung im schönen Hof der Plassenburg. Foto: Uschi Prawitz
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Ein lauschiger Sommerabend, mittelalterliche Klänge, Celtic Folk - die Besucher des Plassenburg Open Airs kamen am Donnerstagabend voll auf ihre Kosten. Die bekannte Band "Faun" wartete auf mit mystischen und teils archaischen Melodien, aber auch mit fetzigen Rhythmen, wie etwa der "Walpurgisnacht" oder "Schrei es in die Winde". Schon bald hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Stühlen, was gewiss auch der Vorband "Ganaim" zuzuschreiben war. Mit eingängigen irischen und schottischen Folksongs schaffte es "Ganaim", das Publikum im Schönen Hof der Plassenburg mitzureißen, und erntete für ihre heitere Musik viel Beifall. "Servus Plassenburg", rief Frontsänger Pinto, "Moin Ganaim" antwortete die Kulmbacher.


Trio aus Bremen

Ganaim, das ist ein Trio aus Bremen, das sich 2014 zusammengefunden hat. "Diese Gruppe ist unsere Leidenschaft, hier können wir spielen, worauf wir Bock haben", sagte Sänger Pinto. Seine Kollegin Saskia, die unter anderem Gastmusikerin bei der Mittelalterband "Schandmaul" ist, überzeugte an der Fiddle. "Ich habe mit etwa acht Jahren angefangen", erzählte sie. Eigentlich hätte sie gerne Harfe gelernt, aber ihre Eltern bestanden auf der Geige. "Ich habe immer klassisch gespielt, das hat Spaß gemacht, aber ich habe nie eine komplette Leidenschaft dafür entwickeln können."


Geige als zentrales Element

Das änderte sich mit dem Abi, als ein Freund eine Irish-Folk-Band gründete und ihr einen Platz im Team anbot. "Seitdem habe ich immer eine Geige dabei, sie wurde zu einem zentralen Element in meinem Leben." Gitarrist Zorny ist mit ähnlicher Leidenschaft Musiker, jedoch nicht in Vollzeit. "Ich wollte mit 18 Berufsmusiker werden, aber mein Opa sagte, lern etwas Ordentliches, dann macht das Musizieren keinen Druck." So kam es dann auch: Als IT-Fachmann arbeitet er vier Tage pro Woche und hält sich die Wochenenden zum Spielen frei.


Große Fangemeinde

Schon einiges länger ist die Band "Faun" unterwegs, entsprechend groß ist ihre Fangemeinde. Zum Plassenburg-Open-Air kamen zwei junge Frauen aus Lichtenfels sogar als Elfen geschminkt. "Ich höre jeden Tag die Musik von Faun", erzählte Jennifer Fuchs, "und in meiner Freizeit widme ich mich dem Kostümbau, also dem Cosplay - da musste ich doch verkleidet hierher kommen." Die Musikerinnen und Musiker von "Faun" wissen solch treue Fans zu schätzen, sie gaben sich sehr publikumsnah und nahmen sich im Anschluss an das Konzert noch viel Zeit, um CDs zu signieren oder mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. So etwa Fiona Frewert, die Frau, die am Dudelsack überrascht. "Ich bin nach der Schule einige Zeit nach Australien gegangen und lebte mit Iren und Schotten in einer WG", erzählte sie. Die seien Sessionmusiker gewesen, und sie habe immer zugehört. "Als ich dann wieder nach Deutschland zurück kam, suchte ich mir einen Dudelsackbauer, machte mich auf an die Küste von Cornwall und habe an einem einsamen Fleckchen geübt." Seit 18 Jahren spielt sie bereits den Dudelsack, neben zahlreichen weiteren Flöten.



Ein ebenfalls nicht so alltägliches Instrument spielt Bandkollege Stephan Groth. Seiner Drehleier entlockte er auf der Plassenburg die eigentümlichsten Töne und nahm das Publikum vollkommen mit. "Es ist ein Kasten, in dem im Grunde ein ganzes Orchester steckt", lachte er, ein Grund wohl, weshalb man auf diesem komplexen Instrument viel üben muss.

Nach drei Zugaben und einem langen Konzertabend verabschiedete sich Faun unter donnerndem Beifall von der Kulmbacher Bühne.
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