Kulmbach
Diskussion

Mitbestimmen, wer regieren darf

Die Bayerische Rundschau, der Kreisjugendring und der Bezirksjugendring luden junge Leute zum großen Kandidaten-Check in die "Alte Spinnerei" nach Kulmbach ein. Vertreter von zehn Parteien stellten sich den Fragen.
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Drei junge Bundestagskandidaten, die sich für die Jugend stark machen wollen: Simon Moritz (SPD), Valentin Motschmann (Grüne) und Emmi Zeulner (CSU).SPD
Drei junge Bundestagskandidaten, die sich für die Jugend stark machen wollen: Simon Moritz (SPD), Valentin Motschmann (Grüne) und Emmi Zeulner (CSU).SPD
Die Wahlprogramme sind gedruckt, die Kandidaten haben ihre Argumente für und gegen die unterschiedlichsten Themen überlegt und verinnerlicht. Jetzt müssen nur noch die Wähler überzeugt werden, vor allem diejenigen, die keine Stammwähler und Gefolgsleute der eigenen Partei sind. Die Wechselwähler. Die jungen Wahlberechtigten. Die Nicht-Wähler.
Nur noch? Diese Gruppen zu erreichen, sie überhaupt dazu zu bringen, sich mit Politik zu beschäftigen und am Wahltag ihre Stimme abzugeben, ist extrem schwierig. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich mit ihren Problemen und Ansichten von den Politikern oft nicht ernst genommen. Die Reaktion? Verweigerung: "Die machen doch eh' was sie wollen. Warum soll ich wählen gehen?"

Jede Stimme zählt

Junge Wahlberechtigte davon zu überzeugen, dass ihre Stimme zählt, dass sie etwas bewirken können, wenn sie sich an der politischen Debatte und den Abstimmungen beteiligen, war das Ziel eines Diskussionsabends am Dienstag im Jugendzentrum "Alte Spinnerei". Unter dem Motto "Geh' wählen!" hatten die Bayerische Rundschau, der Kreisjugendring und der Bezirksjugendring Oberfranken gemeinsam den Abend organisiert. Kandidaten aller zehn Parteien, die bei den bevorstehenden Bezirks-, Landtags- und Bundestagswahlen antreten, folgten der Einladung, und die Reihen im Publikum waren mit jungen Leuten recht gut gefüllt.
Ist das Ziel damit erreicht? Sicher nicht ganz, aber doch zu einem großen Teil: Es hätten mehr Jugendliche sein können, die sich aktiv in die Diskussion einbringen. Viele Themen, von denen man vermuten würde, dass sie Jugendliche brennend interessieren, wurden gar nicht angesprochen, zum Beispiel Datenschutz in sozialen Netzwerken, Urheberrecht bei Downloads von Musik im Internet
Es ist jedoch gelungen, Politiker und diejenigen, die es werden wollen, mit denen zusammenzubringen, deren Interessen sie künftig vertreten sollen. Es ist gelungen, junge Menschen zu motivieren, sich mit dem Thema Wahl auseinander zu setzen - ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Selbstverantwortung.
Die jungen Leute konnten an diesem Abend eine Menge lernen - nicht nur über die Ziele der Parteien. Auch dass man hartnäckig nachfragen muss, wenn man mit Antworten nicht zufrieden ist.

Was wird aus Wahlversprechen?

Gelernt haben auch die Politiker etwas: Dass Jugendliche interessiert sind, wenn man ihnen aufmerksam zuhört und konkrete Antworten gibt. Dass junge Leute nur dann in der Region bleiben möchten, wenn die Infrastruktur stimmt - vom Bildungsangebot über die Kinderbetreuung bis hin zu attraktiven Arbeitsplätzen und Freizeitmöglichkeiten. Und dass sie wählen gehen werden, wenn sie glauben, dass die gewählten Politiker nach der Wahl ihre Versprechen halten.
Letzteres wird die Bayerische Rundschau überprüfen. Wir haben die Fragen und Wünsche der jungen Leute sowie die Pläne und Zusagen der Kandidaten notiert und werden in sechs Monaten bei den Gewählten nachfragen, was davon auf den Weg gebracht wurde. Wer im Bezirkstag, Landtag und Bundestag künftig das Sagen hat, Gesetze erlässt und Steuergelder verteilt, entscheiden die Wähler - auch die ganz jungen, die erstmals ihre Stimme abgeben dürfen. Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU), der sich ebenfalls an der Diskussion beteiligte, appellierte an die jungen Leute, ihr Wahlrecht zu nutzen:"Schaut euch an, was die einzelnen zu sagen haben, was für euch stimmig ist. Und trefft dann eure Entscheidung." Ein Dankeschön galt den Veranstaltern, die der Jugend die Chance zu einem direkten Vergleich der politischen Inhalte gaben.


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