Kulmbach
Wettbewerb

Mit Talent, Fleiß und guten Lehrern zum Bundessieg

Der MGF-Schüler Julian Heinz (13) holte sich mit seiner Posaune den Bundessieg bei "Jugend musiziert".
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Bundessieger Julian Heinz (rechts) im Interview mit Radio Plassenburg Klaus Klaschka
Bundessieger Julian Heinz (rechts) im Interview mit Radio Plassenburg Klaus Klaschka
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Julian Heinz hat ein großes Ziel erreicht: Nach dem Regional- und dem Landesentscheid hat der 13-Jährige Schüler des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums nun auch einen 1. Preis im Bundeswettbewerb "Jugend musiziert” erhalten - und das mit der höchstmöglichen Punktzahl. Erfahren hat er das übers Internet bei einer Klassenfahrt im Schottischen Kilmarnock. Der 13-Jährige ruht in sich selbst und hat die ausgeprägte Fähigkeit, sich auf den Punkt genau fokusieren zu können. Große Worte über das, was er tut und erreicht hat, sind nicht sein Ding. Deshalb ist ihm die Frage eher fremd, ob er beim Wettbewerb auf Bundesebene denn aufgeregter gewesen sei als bei den Wettbewerben vorher. "Der Saal in Lübeck für das Vorspiel war viel größer als sonst, eigentlich schon ein Konzertsaal. Und die Jury war umfangreicher und höherkarätiger, alles Professoren", erinnert er sich. "Ich habe mich stärker konzentriert als sonst."
Auf sein jetziges Paradeinstrument, die Posaune, ist er erst mit zehn Jahren in der vierten Klasse gestoßen. Und dieses Schülerinstrument spielt er trotz seiner hervorragenden musikalischen Leistungen auch heute noch. Mit sieben Jahren begann er am Musikinstitut Stadtsteinach seine Ausbildung auf der Gitarre. Nach der Grundschule wechselte er ans MGF. Dort hat er im musischen Zweig regelmäßig Unterricht in Posaune bei Klaus Hammer. Das brachte ihm einen musikalischen Schub.
Schnell spielte er in der Big Band der Schule, wirkte im Projekt "Symphonisches Orchester" mit und ab der sechsten Klasse im MGF-Blechbläser-Ensemble. "Nebenbei" spielt er noch in den Posaunenchören von Presseck und Untersteinach.
Mit zehn Jahren schaute Julian erstmals bei einer Probe des Musikvereins Stadtsteinach vorbei. Er nahm in der Reihe der anderen fünf Posaunisten Platz, schaute sich kurz die Noten an und spielte die Stücke perfekt vom Blatt, an denen seine Posaunenkollegen schon einige Wochen lang geübt hatten. Seither ist er Mitglied der Original fränkischen Trachtenkapelle des Musikvereins und spielt auch noch in der "SAN Combo". Auch beim Kulmbacher Kammerorchester wirkt er inzwischen mit.
Wie er das alles schafft? "Das ist eine Frage der Organisation", sagt Julian. Und er hat die uneingeschränkte Unterstützung seiner Eltern. Sein Vater Bernd spielt selbst ein Instrument. Sein Bruder Raphael hat Geige gelernt, im Kulmbacher Kammerorchester mitgespielt. Mutter Erika ist für die Logistik zuständig und fährt ihn überall hin. Auch zum Landesentscheid nach Regensburg, und jetzt zum Bundesentscheid nach Lübeck - alles auf eigene Kosten.Und gelegentlich auch auf Kosten der Nerven: Nach dem Vorspiel in Lübeck musste alles so organisiert werden, dass Julian noch in der Nähe von Dortmund in den Bus für die Klassenfahrt nach Schottland einsteigen konnte.
Mächtig beeindruckt und stolz, so Schulleiter Horst Pfadenhauer, ist auch das MGF. Musik-Fachschaftsleiter Hubertus Baumann: "Julian Heinz ist, seit es Jugend musiziert gibt, der zweite MGF-Schüler, der einen 1. Preis beim Bundeswettbewerb erreicht hat - und sogar mit der fulminanten Höchstpunktzahl von 25." Baumann hält Julian für einen "instrumentalen Idealfall". Vier Dinge machten den instrumentalen Erfolg möglich: Ein förderndes Elternhaus, ein gute Veranlagung "und der Übe-Fleiß des Schülers sowie eine hervorragende Lehrkraft. Klaus Hammer, unser Instrumentallehrer für tiefes Blech, hat innerhalb von vier Jahren bei Julian Enormes bewirkt."
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