Kulmbach
Universität

Mit dem Campus geht's voran

Das Konzept für den Unistandort Kulmbach ist fertig, der Einzug der Verwaltung in die Spinnerei-Villa steht kurz bevor. Der Geschäftsführer ist zufrieden.
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Campus-Geschäftsführer Matthias Kaiser zieht mit der Verwaltung der Fakultät  in die Spinnerei-Villa ein. Foto: Dagmar Besand
Campus-Geschäftsführer Matthias Kaiser zieht mit der Verwaltung der Fakultät in die Spinnerei-Villa ein. Foto: Dagmar Besand
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Ein großer Wurf erfordert großen Enthusiasmus, viel Energie und einen langen Atem. Matthias Kaiser, Geschäftsführer des Campus Kulmbach, bringt all das mit: Wenn er von der Zukunft des Universitätsstandorts Kulmbach spricht, dann tut er dies mit leuchtenden Augen. Die Arbeit in Kulmbach macht ihm Freude nicht zuletzt deshalb, weil er von allen Seiten hundertprozentige Unterstützung erfährt. "Das ist nicht selbstverständlich, und es sorgt dafür, dass wir mit Riesenschritten vorankommen."


"Alle arbeiten unter Volldampf"

Innerhalb kurzer Zeit hat sich sehr viel getan. Mitte November hat Matthias Kaiser seine Arbeit als Geschäftsführer begonnen, im Dezember übergangsweise ein Büro im Pförtnerhäuschen der Alten Spinnerei bezogen.
"Man hätte ja denken können, dass sich die Begeisterung nach dem ersten Hype ein bisschen legt, aber davon ist nichts zu spüren", sagt Kaiser. "Ich bin wirklich sehr dankbar für die unglaublich gute Zusammenarbeit mit allen Akteuren. Stadt und Landkreis, verschiedene Unternehmen, das Wissenschaftsministerium, aber auch das gesamte Team der Universität Bayreuth stehen hinter dem Vorhaben. "Alle arbeiten unter Volldampf, damit das gut wird."
Das Verwaltungszentrum der Fakultät wird die Spinnerei-Villa sein: "Wir ziehen demnächst dort ein, werden zunächst nur einige Büroräume nutzen, in der letzten Ausbaustufe dann aber das gesamte Haus belegen."
Inhaltlich ist die aktuell wichtigste Aufgabe der Feinschliff des schriftlichen Konzepts zum Campus Kulmbach, das in den nächsten Tagen dem Wissenschaftsministerium vorgelegt wird. "Das ist die Grundlage für alle weiteren, vor allem die finanziellen Entscheidungen." Wichtig für den Campus Kulmbach sei, dass das Projekt im Doppelhaushalt 2019/20 des Freistaats berücksichtigt wird."


Millionen werden investiert

Ist das Konzept angenommen, kann die erste Charge der nötigen Geldmittel beantragt werden, die sich auf mehrere Millionen Euro belaufen werden - für die interdisziplinär arbeitenden Professoren, die Nutzung von Räumen und die Errichtung modularer Bauten. Letztere werden unter anderem für die Einrichtung biochemischer Laborräume gebraucht. Der nächste wichtige Schritt ist die Fakultätsgründung: "Die Grundordnung der Universität Bayreuth muss juristisch verändert werden, um die neuen Strukturen zu etablieren. Dann können wir in Kulmbach noch selbstständiger agieren."
Intensiv beschäftigt sich der Campus-Geschäftsführer mit der Flächenplanung für die Übergangszeit, bis die neue Universität gebaut wird. "Es gibt inzwischen sehr konkrete Pläne für das zweite Obergeschoss der Alten Spinnerei. Wir werden dort die Räume über dem Jugendzentrum nutzen. Dort können wir dann mit dem Universitätsbetrieb durchstarten - auch ohne den Neubau.
Bis ein eigenes Uni-Gebäude steht, werden nämlich noch einige Jahre ins Land gehen. Es gilt nicht nur Grundstücksfragen zu klären ("das Güterbahnhofsgelände ist unser Favorit, aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten"). Man müsse sich um die Verkehrslogistik kümmern, um die nötigen Räume für Forschung und Lehre, um die Essensversorgung der Mitarbeiter und Studenten und vieles mehr.
Kaiser sieht sich als Brückenbauer. Verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen, ist seine Stärke. "Der Servicegedanke ist mir extrem wichtig. Ich bin Dienstleister für alle, die hier arbeiten werden." Die beiden Uni-Standorte Bayreuth und Kulmbach werden sich gegenseitig befruchten, davon ist der Geschäftsführer überzeugt.
2020 werden drei Studiengänge in Kulmbach beginnen, langfristig sollen es sieben sein, ein Teil davon in deutscher Sprache, einige aber auch englischsprachig. Der Grund: "Life Science ist ein internationales Themenfeld, und wir werben international um Studenten."


Fokus im Bereich Prävention

Um diese nach Kulmbach zu locken, braucht Kulmbach ein Alleinstellungsmerkmal. Das besteht im interdisziplinären Ansatz: "Wir bringen Arbeits- und Fachgebiete in einer Weise zusammen, wie es das andernorts noch nicht gibt. So werden Lebensmittel bis ins kleinste molekulare Detail analysiert, untersucht, wie die Inhaltsstoffe im menschlichen Organismus wirken und welche Einflüsse das Ernährungs- und Gesundheitsverhalten dabei haben. "Wir werden einen starken Fokus auf das Thema Prävention setzen."


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