Stadtsteinach
Wald-Erlebnistag

Mischwald ist das Gebot der Stunde

Der 5. Wald-Erlebnistag in Stadtsteinach, der unter dem Motto "Wald.Erleben.Bewegt" stand, war in der Tat ein Erlebnis für die ganze Familie.
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Rinden-Schiffla bauen und schwimmen lassen - das Angebot des Forstamts Stadtsteinach wurde  gern angenommen.   Werner Reißaus
Rinden-Schiffla bauen und schwimmen lassen - das Angebot des Forstamts Stadtsteinach wurde gern angenommen. Werner Reißaus
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Bei herrlichem Herbstwetter strömten am Sonntag tausende Besucher in das Frankenwaldstädtchen und ließen sich von zahlreichen Ausstellern umfassend informieren. Sie erfreuten sich aber auch an der Landschaft, die in den schönsten Farben leuchtete.

Der Wald-Erlebnistag war vom Landkreis Kulmbach, der Stadt Stadtsteinach, den Bayerischen Staatsforsten mit dem Forstbetrieb Nordhalben und der Außenstelle Stadtsteinach des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mustergültig vorbereitet worden. Für die Organisation zeichneten Klimamanagerin Ingrid Flieger vom Landratsamt und Forstbeamter Frank Hömberg vom Forstamt Stadtsteinach verantwortlich.

Auf einer rund vier Kilometer langen Strecke wurde für die ganze Familie ein umfangreiches Programm geboten, in dessen Fokus natürlich die Forstwirtschaft stand. Zahlreiche Behörden, Firmen, Vereine, Innungen und Verbände zeigten viel Wissenswertes zum Thema Wald, Holz und Nachhaltigkeit.

Eröffnet wurde der Familientag mit den Jagdhornbläsern aus dem Landkreis Kulmbach an der Schneidmühle. Kurz vor Mittag, als es noch "aweng zapfig" war, begrüßte Landrat Klaus Peter Söllner die Gäste, aber spätestens am Nachmittag setzte sich die warme Sonne durch. Die Anstrengungen, die in den vergangenen Wochen unternommen worden seien, hätten sich ausgezahlt, sagte Söllner. Der Wald erfüllt nach seinen Worten eine Vielzahl von Aufgaben. Er sei Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Wasserspeicher und Luftfilter, und er sei auch Baustoff-Lieferant. Der Landrat: "Oberfranken ist eine waldreiche Gegend, und deshalb liegt es nahe, dass wir Wald-Erlebnistage durchführen."

Waldgebiet des Jahres 2017

Der Präsident der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, der aus Tettau stammt, verwies darauf, dass der Frankenwald im vergangenen Jahr bundesweit Aufsehen erregt hat und in aller Munde war. "2017 wurde der Frankenwald zum Waldgebiet des Jahres ausgerufen. Das Motto ,Der Frankenwald verbindet' gilt auch heute für den Wald-Erlebnistag. Eine Darstellung der Menschen, die im und mit dem Wald arbeiten, die Waldbesitzer, die -vereinigung und die Forstleute stellen das der Öffentlichkeit vor - besser geht es doch gar nicht", sagte Schmidt.

Der wichtigste Wirtschatsbaum

Der herausragende Baum im Frankenwald sei die Fichte, die etwa drei Viertel des Bestands einnehme. Laut Präsident war dies allerdings nicht immer so, inzwischen sei die Fichte aber der wichtigste Wirtschaftsbaum. Noch vor 70, 80 Jahren habe der Frankenwald überwiegend aus der Tanne bestand, die aufgrund der Luftschadstoffe aber schwer habe leiden müssen. Hinzu komme, dass Dürre und Trockenheit immer häufiger auftreten, weshalb man der Fichte starke Partner an die Seite stellen müsse. "Allein ist die Fichte sehr anfällig. Das alte Rezept lautet Mischwald, und das bedeutet bei uns im Frankenwald in erster Linie Fichte, Tanne und Buche. Das sind die natürlichen Partner der Fichte", betonte Schmidt.



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