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Kulmbach
Klimawandel

Kulmbacher Stadtwald: Landwirtschaftsministerin Kaniber greift zum Spaten

Ministerin Kaniber hat im Kulmbacher Stadtwald Bäume gepflanzt, die den Klimawandel besser verkraften als zum Beispiel Fichten.
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Staatsministerin Michaela Kaniber und die siebenjährige Amelie pflanzen eine Esskastanie. Foto: Uschi Prawitz
Staatsministerin Michaela Kaniber und die siebenjährige Amelie pflanzen eine Esskastanie. Foto: Uschi Prawitz
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Zwei extrem trockene Sommer haben den Wäldern in der Region stark zugesetzt. "Die vielen Fichtenbestände in Oberfranken kämpfen mit Extremwetterereignissen, Stürmen und Schädlingsbefall", sagte Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Am Freitag war sie erneut in den Landkreis gereist, auch, um den Spatenstich für ein Arboretum im Kulmbacher Stadtwald am Trimm-Dich-Pfad zu setzen. Es gelte, das Juwel Wald auf Dauer zu erhalten. "Bis zum Jahr 2030 müssen rund 200 000 Hektar labile Nadelholzwälder in klimastabile Mischwälder umgebaut werden."

Ministerin im Kulmbacher Stadtwald: Zedern und Esskastanien

Dies wolle man unter anderem mit dem Ansiedeln von Baumarten schaffen, die für die neuen Klimabedingungen in Oberfranken geeignet sind. Im neuen Arboretum, das auf eine Initiative der Stadtförsterin Carmen Hombach zurückgeht, wurden somit drei Baumarten gepflanzt, die in unserer Region gut gedeihen können und mit der klimatischen Veränderung zurechtkommen: die Libanon-Zeder, die Atlas-Zeder und die Esskastanie.

"Es ist wichtig, dass wir mit den neuen Baumarten gut vorwärts kommen", sagte Michael Schmidt, Bereichsleiter Forst des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach. Das Wissen über diese Baumarten sei begrenzt, und es brauche ein deutschlandweites Netz für Versuchsflächen, "hier ist der Bund gefragt".

Hohe Fördergelder zugesagt

Und tatsächlich hat der Bund inzwischen reagiert und fast 550 Millionen Euro vor allem für die Schadensbeseitigung und die Wiederbewaldung zugesagt, voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro werden davon in den nächsten vier Jahren nach Bayern fließen.

Ministerin Kaniber begrüßte diese Geldspritze, die in die "Initiative Zukunftswald Bayern" (IZW) als Teil der "Waldumbauoffensive 2030" fließen wird. "Wir wollen den Menschen vermitteln, warum wir unsere Wälder zu stabilen Mischwäldern umbauen müssen!" Seit 2015 hätte die IZW mit über 1500 Waldbesitzern in 120 Projektgebieten rund 2300 Hektar Wald durch Pflanzung und Pflege klimatauglich gemacht. "Wir ruhen uns auf dem bisher Erreichten nicht aus. Die Initiative wird in den kommenden zwei Jahren 75 neue Projekte starten."

Jugend soll mit ins Boot

Inbesondere die Jugend will die Ministerin ansprechen. Michael Schmidt will konkret vor Ort die Jugendlichen der "Fridays for Future"-Bewegung mit ins Boot holen und an allen vier Gymnasien in Kulmbach und Kronach P- und W-Seminare zum Thema Wald anbieten.

"Wir wollen zeigen, dass sie nicht alleine sind", sagte er und begrüßte es, dass dem Amt 350 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Davon konnten zwei neue Stellen geschaffen werden, der Rest des Geldes fließe in Projekte. Insbesondere die Fränkische Linie leide unter der Dürre und dem Borkenkäfer. "Wir werden in den nächsten zwei Jahren eng mit den Bürgermeistern zusammenarbeiten, Waldbesitzer ansprechen, Lösungen aufzeigen und motivieren", versprach der Abteilungsleiter.

Die Aufmerksamkeit für die Problematik auch seitens der Politik jedenfalls ist geweckt, das bestätigte Landrat Klaus Peter Söllner. "Wenn ein 35-Jähriger da steht, 30 Hektar Wald hat, von dem zehn wertlos geworden sind, dann ist das ein Signal für mich, dass wir uns kümmern müssen", sagte er. Beim Klimaschutz nehme der Wald eine zentrale Rolle ein.

Das erste Arboretum am Trimm-Dich-Pfad ist etwa 20 Mal 40 Meter groß. Dort werden etwa 600 Bäume der gleichen Art gepflanzt.

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