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Burggeflüster

Milliardengrab Monsanto

Die Übernahme von Monsanto erweist sich für Bayer immer mehr als Milliardengrab. Und es werden dubiose Methoden bekannt.
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Mit der Übernahme von Monsanto,  Erfinder des umstrittenen Total-Herbizids Glyphosat, hat sich Bayer ein Milliarden-Grab geschaufelt.dpa
Mit der Übernahme von Monsanto, Erfinder des umstrittenen Total-Herbizids Glyphosat, hat sich Bayer ein Milliarden-Grab geschaufelt.dpa

Wie vernichte ich am schnellsten Geld? Frag Bayer. Der Chemieriese hat ja erst letztes Jahr für sage und schreibe 56 Milliarden Euro den amerikanischen Konkurrenten Monsanto geschluckt - was sich jetzt als bittere Pille entpuppt. Denn die jüngste Bayer-Tochter hat in den USA den dritten Schadensersatzprozess krachend verloren. Bayer soll einem krebskranken Ehepaar, das in seinem Garten jahrelang das von Monsanto entwickelte Total-Herbizid Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat eingesetzt hat, 1,8 Milliarden Euro (!!) zahlen - und etwa 13400 Klagen von weiteren mutmaßlichen Opfern stehen noch aus.

Die Bayer-Aktie rauschte daraufhin noch mal 4,4 Prozent runter. Seit der Übernahme von Monsanto hat sie fast die Hälfte an Wert verloren.

Aber jetzt bloß kein Mitleid mit denen, die seitdem Bayer-Aktien besitzen! Hätten sie doch mal auf die Weltgesundheitsorganisation WHO gehört, die schon seit Jahren Glyphosat als "wahrscheinlich" krebserregend eingestuft hat. Nein, da vertrauten viele lieber Monsanto, das immer wieder Wissenschaftler zitierte, die Glyphosat als harmlos einstuften. Sie ahnen, wer diese bezahlt hat...

Doch mit schmierigem Expertisenkauf nicht genug: Monsanto hat sogar eine Liste mit den schärfsten Kritikern aus Wissenschaft, Medien und Politik anlegen lassen und teilte sie in Kategorien wie "unbelehrbar" oder "muss umerzogen werden" auf. Eine Kampagne mit Erfolg, denn 2017 wurde Glyphosat in der EU nach kontroverser Diskussion und knapper Abstimmung für fünf weitere Jahre zugelassen - auch mit deutscher Stimme.

Bei Bayer kauft man sich einfach die Kritiker. Seit 1. Januar ist Matthias Berninger Cheflobbyist von Bayer - er war 13 Jahre Bundestagsabgeordneter der Grünen! Er muss jetzt dafür sorgen, dass Glyphosat weiter verkauft werden und die industrielle Landwirtschaft den Wirkstoff auf die Felder bringen kann - weiter schlechte Aussichten für die Aktien von Bayer, die Umwelt und unsere Gesundheit.

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