Thurnau
Gemeinderat

Milliarden-Unternehmen baut in Thurnau

Ein Riesen-Coup ist der Marktgemeinde gelungen. Die Konrad Friedrichs GmbH & Co. KG möchte sich baldmöglichst dort ansiedeln.
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Die Konrad Friedrichs GmbH & Co KG expandiert und baut in Thurnau eine neue Hartmetallfertigung mit Bürotrakt. Der Standort in Kulmbach in der Vorwerkstraße (Bild) bleibt erhalten. Foto: Alexander Hartmann
Die Konrad Friedrichs GmbH & Co KG expandiert und baut in Thurnau eine neue Hartmetallfertigung mit Bürotrakt. Der Standort in Kulmbach in der Vorwerkstraße (Bild) bleibt erhalten. Foto: Alexander Hartmann
Nur zwei Zeilen nahm der Punkt "Antrag de Konrad Friedrichs GmbH & Co. KG auf Neubau einer Hartmetallfertigung mit Bürotrakt auf Teilflächen der Flurnummern 374, 380 bis 390, Gemarkung Limmersdorf" auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates Thurnau in Anspruch. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Bauantrag der Firma um einen Mega-Coup. Denn das Unternehmen Konrad Friedrichs gehört zur weltweit agierenden Gühring Group: ein Imperium mit Milliardenumsatz. Das Unternehmen möchte in Thurnau ein 240 Meter langes und 45 Meter breites Produktions- und Verwaltungsgebäude bauen - und dabei handelt es sich nur um den ersten Bauabschnitt. Weitere Bauabschnitte sollen innerhalb der nächsten Jahre folgen.
Das Unternehmen stellt Hartmetallstäbe her, erklärte Frank Lebherz den Thurnauer Räten. Diese sind die Grundlage für Werkzeug und Maschinen, sogar in der Raumfahrt werden die Produkte der Konrad Friedrichs KG verwendet. Zur Zeit produziert das Unternehmen unter anderem in Kulmbach. Dieser Standort soll erhalten bleiben. "Wir hoffen, dass das Wachstum so weitergeht. Momentan schwächelt der Absatz in den USA zwar ein bisschen, aber dafür läuft es in Mexiko richtig gut. Wir sind international aufgestellt", so Lebherz.
Die geplante Halle in Thurnau ist im niedrigsten Bereich fünf, im höchsten Teil neun Meter hoch, erläuterte der Architekt Jürgen Gaiser vom Büro Planquadrat aus Sigmaringen. Alle umweltrelevanten Forderungen und die Ansprüche aus Brandschutzgründen wurden berücksichtigt, die Beeinträchtigungen in Sachen Lärm werden sich im Rahmen halten. "Das Lauteste ist die Kühlung", so Lebherz. Die Anlage läuft mit 30 Dezibel tagsüber und nachts durch, erlaubt wären 50 Dezibel. Mit großem Verkehr ist nicht zu rechnen, denn in Thurnau werden nur Rohlinge produziert. Bis zum nächsten Frühling soll die Halle fertig gestellt sein.
Da die Konrad Friedrichs KG im Fünf-Schicht-Betrieb arbeitet, werden Fachkräfte benötigt. "Wir haben sehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Aktuell hat das Unternehmen 8000 Mitarbeiter und kann einen Umsatz von einer Milliarde vorweisen, in den nächsten fünf Jahren möchten wir den Umsatz aber verdoppeln", kündigte Lebherz an.
Die Mitglieder des Thurnauer Marktgemeinderates zeigten sich fraktionsübergreifend von den Ansiedelungsplänen hellauf begeistert. "Es ist toll, dass auch neue Mitarbeiter gesucht werden", kommentierte Brigitte Soziaghi (CSU) den Bauantrag. Dietmar Hofmann (SPD) hakte beim Kühlkreislauf nach. Die Firma kühlt die Räumlichkeiten normalerweise mit Hilfe von Luft. "Nur bei Temperaturen von über 25 Grad müssen wir mit Strom nachhelfen, aber das kostet richtig viel Geld", erklärte Frank Lebherz von der Konrad Friedrichs KG. "Industrie ist immer gerne gesehen", sagte Veit Pöhlmann (FDP).
Frank Lebherz betonte, dass das gute Miteinander mit dem Markt Thurnau verantwortlich für die Standortentscheidung gewesen sei. Das Unternehmen setze auch in Zukunft auf die "hervorragende Ausbildung" in Deutschland. Schon jetzt suche die Konrad Friedrichs GmbH & Co. KG händeringend nach Fachkräften. "Jeder, der sich bewerben möchte, kann dies tun", sagte Lebherz.
Einen zukunftsweisenden Schritt taten die Räte auch mit der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für eine Anlage zur Verwertung von Pferdemist und Holzhackschnitzel durch Pyrolyse. Gestellt hat den Antrag die Firma Bionero. Dieses Unternehmen, das sich derzeit in der Gründung befindet, möchte aus Pferdemist Blumenerde herstellen. Mit einer Geruchsbelästigung sei übrigens nicht zu rechnen.
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