Kulmbach
Urteil

Metall-Diebe: Zweieinhalb Jahre Haft für den Drahtzieher

Heute fiel das Urteil im Prozess gegen die Diebesbande, die Altmetall beim Recyclinghändler versilbert hat.
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Foto: Christopher Schulz
Foto: Christopher Schulz
Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in zwölf Fällen hat das Landgericht in Bayreuth gestern einen 27-jährigen Mann aus Kulmbach zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Weil der Angeklagte gerade eine andere Strafe absitzt und in das aktuelle Urteil eine weitere Vorstrafe einbezogen wurde, kommt der 27-Jährige nicht vor Ende 2019 auf freien Fuß.

Ein mitangeklagter 24-jähriger Mann, ebenfalls aus Kulmbach wurde wegen seiner deutlich niedrigeren Vorstrafen zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein dritter Angeklagter wurde freigesprochen. Dem 47-Jährigen aus Münchberg war nichts nachzuweisen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Altmetall in erheblicher Menge und von beträchtlichem Wert vom Gelände einer Kulmbacher Firma entwendet und zu Geld gemacht hatten. Der Hauptangeklagte war im Jahr 2011 für wenige Monate bei dem Metallverarbeitungsbetrieb beschäftigt.
Daher habe er auch gewusst, dass bei der Herstellung von Hartmetallstäben Metallreste anfallen.

Immer während der Nachtschicht

Ab Ende 2011 war auch der zweite Angeklagte bei dem Unternehmen beschäftigt. Ihn sprach der Hauptangeklagte eines Tages an, ob er sich nicht etwas dazuverdienen möchte. Gesagt, getan: schnell waren die beiden übereingekommen, dass der Jüngere immer während seiner Nachtschicht Metallschrott beiseite schafft, gut verpackt und die entsprechende Kiste am Fabrikzaun abstellt.

Von dort holte sie der 27-Jährige zu mitternächtlicher Stunde ab und vertickte die Ware in den folgenden Tagen bei einem Recyclinghändler in Kronach. Das Gericht kam während der dreitätigen Verhandlung auf insgesamt zwölf Einzelfälle mit zusammen 45 Kilogramm Metallschrott.

Nicht anfreunden konnten sich die Richter "aus grundsätzlichen Überlegungen" mit der Forderung von Verteidiger Wolfgang Schwemmer aus Bayreuth, gegen den 24-Jährigen keine Strafe zu verhängen und stattdessen die Kronzeugenregelung geltend zu machen. Erst durch die Angaben des 24-Jährigen waren die Ermittler auf den 27-jährigen Mittäter gekommen. Allerdings beließen es die Richter bei einer Bewährungsstrafe von neun Monaten und blieben damit weit unter der Forderung des Staatsanwaltes von einem Jahr und drei Monaten. "Wir sind überzeugt, dass der Angeklagte künftig ein straffreies Leben führen wird", sagte der Vorsitzende Richter Michael Eckstein. Der Mann muss außerdem eine Geldauflage von 500 Euro an das Diakonische Werk überweisen, er bekommt einen Bewährungshelfer und muss drei Jahre lang jeden Aufenthaltswechsel dem Gericht melden.

Ein Freispruch

Beim 27-Jährigen war der Schuldspruch identisch, allerdings wurde ein früheres Urteil wegen einer Einbruchsserie in Sportheime im Kulmbacher Land mit einbezogen. Ob der Mann tatsächlich bis zu 12 000 Euro für das Altmetall erlöst hatte, konnte nicht mehr geklärt werden. Der 47-jährige Münchberger wurde schließlich freigesprochen. Er wurde zwar von den Mitangeklagten belastet, doch hatte ihn niemand bei den Diebstählen beobachtet.
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