Kulmbach
Verkehr

Melkendorf: Das Tempolimit kommt

Die Anlieger der neuen Melkendorfer Umgehungsstraße klagen über die Lärmbelästigung. Sie haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert, die jetzt kommen wird.
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Nicht nur bauliche Lärmschutzmaßnahmen, auch ein Tempolimit haben Anlieger der neuen Umgehungsstraße gefordert. Foto: Alexander Hartmann/Archiv
Nicht nur bauliche Lärmschutzmaßnahmen, auch ein Tempolimit haben Anlieger der neuen Umgehungsstraße gefordert. Foto: Alexander Hartmann/Archiv

Nicht nur bauliche Maßnahmen zur Lärmminderung, auch ein Tempolimit haben die Anwohner der neuen Melkendorfer Umgehung gefordert. Letzteres scheint bald zu kommen. Die Stadt Kulmbach als zuständige Behörde plant, die Geschwindigkeit auf dem 2,8 Kilometer langen Teilstück der Staatsstraße 2190 von 100 auf 80 zu reduzieren, hat das Thema bereits mit Polizei und Staatlichem Bauamt Bayreuth besprochen. "Das wäre eine gute Lösung. Es ist das Tempo, das alle Beteiligten für sinnvoll erachten", sagt Pressesprecher Simon Ries. Wie er mitteilt, soll die Geschwindigkeitsbegrenzung zügig umgesetzt werden.

Für Tempo 70

Ob den Melkendorfern Tempo 80 genügt? Nicht alle können sich mit der Reduzierung um "nur" 20 Stundenkilometer anfreunden. Wie Ulrich Stoll, der schon vor Wochen Tempo 70 gefordert hatte, auch mit dem Hinweis darauf, das das auch im weiteren Verlauf in Richtung Katschenreuth gilt. "80 bringt nichts, denn 80 fahren die Lastwagen schon jetzt - und die sind das Hauptproblem", sagt Ulrich Stoll, dem Susi und Uli Wiesel, die im Neubaugebiet wohnen, zustimmen.

"Das Gefühl mag anders sein"

Dass die Entscheidung über ein Tempolimit letztlich die Kommune trifft, stellt Abteilungsleiter Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt in Bayreuth fest. Die Straße selbst sei bei den Planungen nach Radien, Sichtweiten und Lage so ausgelegt worden, dass man 100 fahren könne. Beck: "Das Gefühl mag da bei manchem natürlich anders sein."

Polizei sieht an einer Stelle Bedarf

Dass ein Tempolimit zumindest in einem Teilbereich sinnvoll ist, meint der Verkehrssachbearbeiter der Kulmbacher Polizei, Klaus-Peter Lang. 16 Unfälle hätten sich seit der Verkehrsfreigabe auf der Strecke ereignet, darunter drei schwerere. An der Zufahrt nach Melkendorf beim Sportplatz seien zwei Personen verletzt worden. Dort sei die Sicht für alle, die von Katschenreuth kommen und nach links Richtung Melkendorf abbiegen wollen, eingeschränkt. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre hier laut Lang angebracht. Ansonsten sei die Strecke breit genug und eigentlich auf 100 km/h ausgelegt.

Zeitnahe Lösung gefordert

Dass ein Tempolimit ohnehin nur ein erster Schritt sein könne, um die Lärmbelastung für die Melkendorfer zu reduzieren, erklärt Ulrich Stoll. Er nimmt Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) beim Wort, der versichert habe, dass über geeignete Maßnahmen zeitnah nachgedacht werde. Dass die Stadt sich Gedanken mache, welche weiteren Maßnahmen nötig sind, stellte dazu Pressesprecher Simon Ries fest.

Verkehrszählung kommt

Das Staatliche Bauamt wird nach Abschluss aller Arbeiten wohl im Herbst eine Verkehrszählung vornehmen, "um zu sehen, wie sich die Verkehrsströme neu verteilt haben", sagt Siegfried Beck. Und zwar an den beiden Melkendorfer Anschlussstellen sowie an der Einmündung nach Ober-/Unterzettlitz. Die Ergebnisse könnten Grundlage sein, um mit der Stadt Kulmbach anschließend weitere Themen zu erörtern - auch, was den möglichen baulichen Lärmschutz betrifft.

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