Hutschdorf
Kommentar

Mein Kind, mein Tablet, mein Smartphone und ich

Brauchen Kinder im Kindergarten Tablets? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Kommentar.
Artikel drucken Artikel einbetten

Wir haben in unserem Kindergarten jetzt Tablets." Ganz ehrlich: Ich war skeptisch, sehr skeptisch, als ich gefragt worden bin, ob ich über das Projekt der Hutschdorfer "Kastanienburg" berichten möchte.

Wozu brauchen Dreijährige Tablets?Wozu Smartphones und Computer? Die sollen spielen, mit Legosteinen bauen, malen, rausgehen und sich ordentlich dreckig machen! So wie meine Kinder früher auch.

Dann sah ich, wie so oft am Morgen, jene junge Frau an meinem Haus vorbeigehen, eine Hand am Kinderwagen, in der anderen ein Smartphone, auf dem sie eifrig tippte. Das Kind saß da. Keiner sprach mit ihm, keiner schaute es an. Da wusste ich: Medienerziehung tut not. Vor allem für die Eltern!

Aber natürlich profitieren auch die Kinder davon, in deren Welt die digitale Technik längst dauerpräsent ist. Wer tagtäglich erlebt, dass das kleine Kästchen in Mamas Hand ganz furchtbar wichtig ist, so wichtig, dass sie es auch beim Spazierengehen oder bei den gemeinsame Mahlzeiten nicht beiseite legt, muss ein ungesundes Verhältnis dazu entwickeln. Gut, wenn da ein Kindergarten gegensteuert, den Kindern vermittelt: So ein Smartphone oder ein Tablet kann ein tolles Werkzeug sein, mit dem man spannende, kreative Sachen anstellen kann.

Aber man muss dabei seinen Kopf benutzen. Sonst geht's schief. Und vor allem: Man muss dieses Ding auch einmal wegpacken können!

Wenn es dem Kindergarten in Hutschdorf gelingt, die Kinder (und Eltern) anzuleiten zu einem vernünftigen, zweckorientierten Umgang mit der allgegenwärtigenTechnik, ist viel gewonnen.

Und wenn sich die Kinder dann hin und wieder selbst dabei filmen, wie sie mit Lego bauen, malen, singen oder mit viel Spaß durch Pfützen springen - dann ist dagegen ja nun wirklich nichts zu sagen.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren