Marktschorgast
Geschichte

Marktschorgaster mit Kulmbacher Trinkwasser sehr zufrieden

Seit genau 15 Jahren bezieht der Markt Marktschorgast sein Trinkwasser von den Stadtwerken in Kulmbach.
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In der Grundmühle bei Marktschorgast unterhalten die Stadtwerke Kulmbach ein modernes Wasserwerk.
In der Grundmühle bei Marktschorgast unterhalten die Stadtwerke Kulmbach ein modernes Wasserwerk.
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Am 12. Februar 2004 war ein entsprechender, auf 30 Jahre ausgelegter Lieferungsvertrag unterzeichnet worden. Zuvor hatte die Gemeinde eine eigene Wassergewinnung. Da sich in der Nähe der Tiefbohrung in Marktschorgast eine Altlastdeponie befand, war die Grundwasserentnahme durch die Behörden zeitlich befristet worden und lief aus. Der Marktgemeinderat entschloss sich für den Fremdbezug durch die Stadtwerke, die bereits die Einwohner des Ortsteils Grundmühle versorgten.

"Die Quellgebiete sind groß genug"

Wie sehen die Marktschorgaster Bürger heute die Wasserversorgung? Michael Beck saß vier Perioden im Gemeinderat und kennt die vielen Diskussionen aus eigener Erinnerung. Der damalige Schritt sei richtig gewesen, sagte er, "obwohl ich enttäuscht war, dass uns Kulmbach nicht mehr entgegengekommen ist". Er habe keine Sorge, dass es in Marktschorgast wie mancherorts im vergangenen trockenen Sommer zu Engpässen bei der der Wasserversorgung kommen könnte. "Die Quellgebiete sind groß genug, um auch bei Trockenzeiten den Bedarf zu decken", ist Beck sicher.

Ob er ab und zu einmal ein Glas aus der Leitung trinke? "Ja, wobei es leider Tage gibt, an denen das Wasser unangenehm riecht." Die Stadtwerke sollten versuchen, den Geruch abzustellen.

Elsa Püschel-Voit aus Ziegenburg wünscht sich, dass die Wasserversorgung weiterhin so optimal funktioniert. "Ich trinke jeden Tag früh ein Glas Wasser aus der Leitung. Qualität und Geschmack sind in Ordnung. Ich bin sehr zufrieden", sagt sie.

Wie Püschel-Voit sammelt auch Siegfried Walter aus Pulst Regenwasser zum Gartengießen oder Autowaschen. "Ich finde, Trinkwasser ist dazu zu schade. Wir trinken täglich Wasser aus der Leitung. Es schmeckt gut und ist bekömmlich. Ich bin zufrieden, wir haben schon andere Zeiten mitgemacht."

In "professioneller Hand"

"Für mich war die Entscheidung vor 15 Jahren absolut richtig. Wir bekommen frisches Trinkwasser aus dem Perlbachtal, also ganz aus unserer Nähe", erklärt Bürgermeister Hans Tischhöfer. Die Wassergewinnung erfolge aus Quellen, die hauptsächlich im Waldgebiet lägen und dadurch auch gut schützbar seien. Die Gewinnung und Aufbereitung liege bei den Stadtwerken in "professioneller Hand". Die Untersuchungen erfolgten wöchentlich. Durch die Ultrafiltration könne die Chlorung reduziert werden.

Die Kooperation mit den Stadtwerken sieht Tischhöfer als ein Musterbeispiel für kommunale Zusammenarbeit. Eine Kommune habe Trinkwasser im Überfluss und gebe dieses zu einem fairen Preis weiter, die andere könne auf kostspielige, ungewisse Bohrungen verzichten. "Wir benötigen im Moment nicht einmal 100 000 Kubikmeter. Die Stadtwerke sind stets bemüht, die Quellfassungen zu optimieren", so der Rathauschef.

Dass die Wasserlieferung auch bei extremen Wetterverhältnissen gesichert ist, hebt Stadtwerke-Leiter Stephan Pröschold hervor. "Ich kann diese Frage mit einem uneingeschränkten Ja beantworten. So waren unsere Aussagen bei den Vertragsverhandlungen und so sind sie auch heute noch. Wir wollen ein fairer und immer verlässlicher Partner unserer Kunden sein, der immer zu seinem Wort steht."

Auch der Wasserlieferungspreis werde stabil bleiben, so Pröschold. "Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass es zum Beispiel aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften einmal Nachrüstungsbedarf in unserem Wasserwerk in der Grundmühle geben kann oder dass die Betriebskosten steigen. Aus heutiger Sicht haben wir dort aber ein technisches Topniveau und arbeiten sehr effizient. Ein Erneuerungsbedarf ist meines Erachtens für viele Jahre nicht in Sicht."

Kaum noch Beschwerden

Auch zum Chlorgeruch äußert sich der Leiter der Stadtwerke: "Ich weiß, dass es insbesondere während der ersten Phase der Belieferung kritische Stimmen gab, weil wir die nach Trinkwasserverordnung notwendige Mindestchlorung einhalten mussten. Glücklicherweise konnten wir dieses Problem durch ein feinfühliges Dosierungssystem nahezu vollständig lösen. Die Beschwerden gehen seit dieser Zeit fast gegen Null."

Die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Marktschorgast bezeichnet Pröschold sowohl menschlich als auch fachlich als "sehr angenehm und höchst effizient". Alle Sachfragen würden ruhig und besonnen besprochen und einer Lösung zugeführt.

Das gegenseitige Vertrauen zeige sich auch darin, dass Marktschorgast inzwischen auch den Strom bei den Stadtwerken bezieht. "Darüber haben wir und sehr gefreut", so Pröschold und: "Wir wollen alles dafür geben, dass Marktschorgast auch im zweiten Teil der Vertragslaufzeit mit den Stadtwerken zufrieden ist."



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