Marktleugast
Wasserversorgung

Marktleugast und Grafengehaig rufen zum Wassersparen auf

Noch ist genug Wasser da. Vorsorglich rufen die Gemeinden Marktleugast und Grafengehaig (Landkreis Kulmbach) aber zum Wassersparen auf.
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So ein Rasensprenger verbraucht ziemlich viel Wasser. Die Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast appelliert an ihre Bürger, auf den Einsatz solcher Geräte in diesen heißen Wochen zu verzichten. Symbolbild Patrick Pleul/dpa
So ein Rasensprenger verbraucht ziemlich viel Wasser. Die Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast appelliert an ihre Bürger, auf den Einsatz solcher Geräte in diesen heißen Wochen zu verzichten. Symbolbild Patrick Pleul/dpa
"Es besteht kein Grund zur Panik!" Dass diese Botschaft ankommt draußen bei den Leuten, das ist dem Marktleugaster Bürgermeister Franz Uome ganz wichtig. "Wir haben auf jeden Fall noch genug Wasser."
Dennoch: Auf ihrer Internet-Seite ruft die Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast, zu der die Marktgemeinden Marktleugast und Grafengehaig gehören, die Einwohner zum Wassersparen auf. Der Appell richtet sich an die Menschen, die im Versorgungsbereich von Marktleugast, Kupferberg, Weidmes, Buch und Weickenreuth leben.

"Das schöne und besonders heiße Sommerwetter und die schon länger anhaltende Trockenheit führt in unserem Versorgungsgebiet dazu, dass wir in den Grenzbereich unserer Trinkwasserliefermöglichkeiten kommen", heißt es in dem Aufruf. Bleibe es weiter so sommerlich heißt und trete dann noch ein unvorhergesehenes Ereignis wie etwa ein größerer Rohrbruch ein, bestehe die Gefahr, dass die Versorgung mit Trinkwasser nicht mehr gesichert werden könne. "Wir bitten daher, mit dem Trinkwasser sparsam umzugehen."


Einfach mal aufs Autowaschen verzichten


Wo genau gespart werden kann? Beim Bewässern von Garten- und Grünflächen, beim Autowaschen, beim Säubern von Hausvorplätzen, Terrassen oder Fenstern - und bei privaten Schwimmbecken und Planschbecken, die nicht unbedingt ständig neu befüllt werden sollten.
Noch gebe es keine Engpässe, betont Bürgermeister Uome. Aber die Tatsache, dass der Tiefbrunnen III der Wasserversorgungsanlage derzeit nicht zur Verfügung steht, weil er saniert wird, mache sich eben bemerkbar. Die Brunnen I und II lieferten zwar noch genügend Wasser, seien aber an der Grenze ihrer Kapazität angelangt. "Deswegen unsere Empfehlung, auf den Wasserverbrauch zu achten", so Uome, demzufolge die Verwaltungsgemeinschaft die örtlichen Sportvereine sogar direkt angeschrieben und gebeten hat, die Sportplatzbewässerung mit Wasser aus dem Leitungsnetz ("Da gehen bei einem Durchgang schon einmal 60 bis 100 Kubikmeter durch") bis auf weiteres einzustellen.

Vielleicht regnet es ja bald einmal. Aber was, wenn nicht? Was passiert, wenn das Wasser wirklich knapp wird? Dann hätte die Verwaltungsgemeinschaft, wie viele andere Kommunen im Landkreis Kulmbach auch, die Möglichkeit, das Autowaschen und den Einsatz von Rasensprengern zu verbieten. Vielerorts gibt es Satzungen, die dies regeln, so Achim Geyer vom Sachgebiet für Kommunale Angelegenheiten im Landratsamt. "Wenn eine Stadt oder Gemeinde entsprechende Anordnungen trifft und jemand hält sich nicht dran, dann ist das eine Ordnungswidrigkeit, die entsprechend bestraft werden kann."

Wie gesagt: Marktleugast und Grafengehaig sind davon noch weit entfernt. Und andernorts gibt es derzeit noch weniger Grund zur Sorge - obwohl bundesweit sinkende Grundwasserstände registriert werden. "Bei uns ist noch reichlich Luft nach oben", sagt beispielsweise Günter Rehlein,Betriebsleiter bei der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), die auch Gemeinden im Landkreis Kulmbach versorgt, zum Beispiel die der Lindauer Gruppe. Die Ködeltalsperre, das Wasser-Reservoir der FWO, sei noch voll. "Bei uns wird es auf lange Sicht keine Probleme geben."


"Komplette Entwarnung"

Beruhigend nimmt sich auch aus, was Siegfried Beyer, Bürgermeister von Presseck und Vorsitzender der Pressecker Gruppe, zur Wasserversorgung in seinem Bereich zu sagen hat. Die Schüttung der drei Brunnen der Gruppe sei reichlich, der Wasserverbrauch im Einzugsbereich hingegen eher rückläufig. "Bei uns besteht keine Gefahr, dass das Wasser knapp wird."
Und auch der Leiter der Kulmbacher Stadtwerke, Stephan Pröschold, sieht mittelfristig keine Probleme. "Komplette Entwarnung", sagt er. Die Stadt Kulmbach gewinnt ihr Wasser sowohl im Quellgebiet in Marktschorgast als auch mit den Tiefbrunnen im Maintal. Die Schüttung der Quellen bei Marktschorgast sei normal, sagt Pröschold. Und es müsste sich schon Dramatisches ereignen, bis die Wasserspiegel in den immerhin 180 Meter tiefen Brunnen absinken. "Das wird erst nach vielen Jahren der Trockenheit passieren."

Siehe hierzu auch unseren Kommentar


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