Wirsberg
Gemeinderat

Markt Wirsberg verabschiedet Haushalt im XXL-Format

Der Markt Wirsberg hat einen Rekordetat verabschiedet. Investiert wir auch in zwei Millionen-Projekte.
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Das größte Projekt der Marktgemeinde Wirsberg ist der Bau des Bürgerzentrums. Rund drei Millionen Euro werden die Entkernung des früheren Gasthauses und die Umsetzung weiterer verschlingen. Damit wird die Dorfkultur nach Einschätzung von Bürgermeister Hermann Anselstetter neue Veranstaltungs- und Kommunikationsbühnen gewinnen.  Foto: Werner Reißaus
Das größte Projekt der Marktgemeinde Wirsberg ist der Bau des Bürgerzentrums. Rund drei Millionen Euro werden die Entkernung des früheren Gasthauses und die Umsetzung weiterer verschlingen. Damit wird die Dorfkultur nach Einschätzung von Bürgermeister Hermann Anselstetter neue Veranstaltungs- und Kommunikationsbühnen gewinnen. Foto: Werner Reißaus

Gemessen an der Gemeindegröße hat Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) am Dienstagabend dem Marktgemeinderat einen "XXL-Etat" vorgelegt. Mit einem Volumen von 9,2 Millionen Euro habe er eine Rekordhöhe erreicht. Das Zahlenwerk dokumentiere die Gestaltungskraft und den Gestaltungswillen des Gremiums.

Noch mehr Lebensqualität das Ziel

"Wir erfüllen die Wünsche der Bürger nach noch mehr Lebensqualität", sagte er. Das "finanzielle Kursbuch" ruhe dabei auf einem gesunden Fundament."

Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 3,553 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt schließt mit 5,606 Millionen Euro ab. Die Verabschiedung des Zahlenwerks, das Kämmerin Andrea Müller vorbereitet hatte, erfolgte einstimmig.

"Wir nutzen die Chancen dieser Tage, um die Attraktivität unseres Marktes zu steigern", sagte Anselstetter. Er erwähnte das 4,5-Millionen-Projekt Bürgerzentrum ebenso wie die Investition von 2,2 Millionen Euro in den Kita-Neubau. Anselstetter mahnte aber auch: "Das Zahlenwerk liest sich gut. Das klingt alles nach Leichtigkeit und Baufreude. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass dieser Haushalt will gemanagt und umgesetzt werden will."

2,1 Millionen Schulden getilgt

Von der Umsetzung der Projekte erhofft sich der Bürgermeister einen Schub für die Gemeinde. Mit dem Verkauf von drei gemeindeeigenen Grundstücken werde auch der Neubau eines Norma-Marktes und eines Sparkassen-Beratungscenters möglich.

Kämmerin Andrea Müller stellte anschließend die Eckdaten des Haushalts vor. Sie erwähnte, dass in den vergangenen zwölf Jahren 2,1 Millionen Euro an Schulden getilgt wurden und der Darlehensstand auf aktuelle rund 1,236 Millionen Euro gesenkt werden konnte. Angesichts der Millionenprojekte sei jetzt aber eine Kreditaufnahme von 527 600 Euro notwendig, was nach Abzug der Tilgung einer Nettokreditaufnahme von 292 510 Euro gleichkomme.

Zufriedene Fraktionen

In ihren Statements sprachen die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen von einem sehr erfreulichen Zahlenwerk und von einem Haushalt der Zukunft. "Das sparsame Wirtschaften der letzten Jahre zahlt sich aus, denn wir können mit verschiedenen Projekten unsere gemeindliche Infrastruktur verbessern", sagte Roland Burghofer (CSU). Für die Freien Wähler stellte Thomas Steinlein besonders den Bau des Bürgerzentrums und die Kita-Erweiterung heraus: "Die Kinder sind für uns das Wichtigste, weil sie unsere Zukunft sind ." Was die Kreditaufnahme angeht, so könne die Gemeinde bei den derzeit geringen Zinssätzen damit leben.

Jörg Treutler kam für die SPD zum Ergebnis, dass mit den Investitionsprojekten in die Zukunft der Marktgemeinde investiert werde: "Unsere Pro-Kopf-Verschuldung wird am Ende dieses Jahres bei rund 825 Euro liegen. Wir liegen damit rund 50 Prozent unter der durchschnittlichen Verschuldung vergleichbarer Gemeinden."

Die Zahlen im Überblick

Verwaltungshaushalt

Einnahmen Schlüsselzuweisungen 523 410 Euro, Förderung Kindertagesstätte 312 000 Euro. Einkommensteuerbeteiligung 924 810 Euro, Gewerbesteuer 500 000 Euro, Grundsteuern 189 600 Euro, Mieteinnahmen 65 000 Euro

Ausgaben Kreisumlage 746 600 Euro, Gewerbesteuerumlage 107 810 Euro, Personalkosten 680 140 Euro. Schulwesen 172 800 Euro. Kindertagesstätte 581 000 Euro

Vermögenshaushalt

Einnahmen Rücklagenentnahme 624 320 Euro, Investitionspauschale 138 640 Euro, Kreditaufnahme 527 600 Euro, Zuwendungen für Investionsmaßnahmen 4,244 Millionen Euro

Ausgaben Bürgerzentrum 3,0 Millionen Euro, Erweiterung Kindertagesstätte 1,6 Millionen Euro. Gemeindehaus Herbert-Kneitz-Straße 160 000 Euro, Grunderwerb 135 000 Euro, Dorferneuerung Osserich 110 000 Euro, Abschluss Breitbandverlegung 113 000 Euro, Deckensanierung Ortstraßen 50 000 Euro, Wasserversorgung 41 000 Euro, Kiosksanierung im Freibad 38 000 Euro, Abwasserbeseitigung 17 500 Euro

Die Jahresrechnung 2018 legte Kämmerin Andrea Müller dem Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung vor. Der Verwaltungshaushalt schloss ihr zufolge in Einnahmen und Ausgabe mit 3,07 Millionen Euro an. Darin enthalten ist die Zuführung zum Vermögenshaushalt von 72 598 Euro. Die Einnahmen im Vermögenshaushalt betrugen 1,62 Millionen Euro, die Ausgaben lagen bei 996 325 Euro, das ergab einen Soll-Überschuss von 624 326 Euro.

Den Bebaungsplan "Herbert-Kneitz-Straße", der aus dem Jahr 1973 stammt, hat das Gremium ersatzlos aufgehoben.

"Spritzmaus" wird angeschafft

Für die Sanierungsarbeiten an den Ortsstraßen wird eine "Spritzmaus" angeschafft. Die Kosten betragen 12 900 Euro.

Die Kirchengemeinde Wirsberg hatte einen Zuschussantrag für den Friedhof gestellt. Bürgermeister Hermann Anselstetter verwies darauf, dass auf dem Wirsberger Gottesacker ein jährliches Defizit von rund 1000 Euro anfalle. Diese Lücke solle künftig die Marktgemeinde füllen. Der Bürgermeister kündigte weitere Gespräche mit der Kirchengemeinde an, erst dann sollte Marktgemeinderat abschließend entschieden werden.

Unklar ist gegenwärtig auch noch, wer die Kosten für den barrierefreien Zugang zur Kirche übernehmen wird. Hier wurde ein Gespräch an der Regierung von Oberfranken vereinbart.

Zwei Wahllokale

Für die Europawahl wird neben dem Wahlkokal im Rathaus noch ein Briefwahlbezirk gebildet. Wahlvorsteher sind Hermann Anselstetter (Stellvertreter Karl Heinz Opel) sowie Udo Gebhardt (Bernd Welsch).

Was die Sanierung der Bundesstraße 303 angeht, hatten die Bemühungen der Marktgemeinde laut Hermann Anselstetter Erfolg. Der Bereich von der Wirsberger Kreuzung bis zum Beginn des Geh- und Radweges zwischen Wirsberg und Himmelkron wird im Sommer mit einem lärmmindernden Asphaltbelag versehen. Bürgermeister Anselstetter lobte hier vor allem die unbürokratische Hilfe durch Baudirektor Siegfried Beck.

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