Mainleus
Projekt

Mainleuser Kinder schwingen den Kochlöffel

Mainleuser Schüler kredenzten ihren Angehörigen ein ganz besonderes internationales Candlelight-Dinner.
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Tanzen baut Nervosität ab und macht Spaß - hier auf ein Lied des türkischen Sängers Tarkan. Foto: Uschi Prawitz
Tanzen baut Nervosität ab und macht Spaß - hier auf ein Lied des türkischen Sängers Tarkan. Foto: Uschi Prawitz
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Das Beste an einer schönen Idee ist, wenn sie auch umgesetzt wird. Bereits im Herbst begannen die Vorbereitungen von 15 Kindern der 5. bis 9. Klasse der Offenen Ganztagsschule Mainleus für ein Candlelight-Dinner, das nun tatsächlich kredenzt wurde.

Initiiert von Leiterin Martina Pöhlmann sollten Verwandte und Freunde in stimmungsvoller Atmosphäre international bekocht werden. Dass dazu mehr gehört als nur den Kochlöffel zu schwingen, erfuhren die Jungen und Mädchen in verschiedenen Workshops.


Unterricht im Restaurant


Wo kommt das Besteck hin? Wie fasste ich ein Stielglas richtig an? Wie sitze ich richtig am Tisch? Alles zur Tischetikette und wie man richtig bedient, erfuhren die Kinder im Dezember von Gastronom Matteo Vullo, der sie in sein Restaurant eingeladen hatte. "Immer von rechts, und den Teller trägt man mit dem Daumen nach oben gestreckt", korrigierte er und war angetan von dem Projekt. "Ein guter Service ist wichtig, ebenso wie guter Nachwuchs im Servierbereich." Der elfjährige Sami war ganz in seinem Element, ebenso wie die 13-jährige Pervin. "Wo hast du kochen gelernt?", wollte sie von Matteo Vullo wissen. Von seiner Mama natürlich!

Doch was wäre ein Candlelight-Dinner ohne stilechte Cocktails? Bereits im November wurden die Jugendlichen in Kooperation mit dem Kulmbacher Jugendzentrum im Mixen von alkoholfreien Cocktails geschult, zum Dinner selbst sollte es zwei Sorten geben: ein Schneeweißchen und einen Solero.


Alkoholfreie Cocktails an der Bar


"Das Mixen der Cocktails hat viel Spaß gemacht", bestätigte Kevin Höhlein, der mit Alexander und Arthur für die Bar verantwortlich war. Andere, die gerne kochen, wie Mariam und Celine, halfen in der Küche. "Zum Üben sind wir alle in der Gastwirtschaft ,Zum Paul' gewesen und haben Wildschweingulasch gekocht", erinnerte sich Mariam, und sogar dem Gewürzmuseum haben die Schüler einen Besuch abgestattet.

Die größte Angst hatten die Jugendlichen davor, am Dinnerabend etwas falsch zu machen. "Ich habe Angst zu stolpern", sagte Aylin, und Isabella wiederum befürchtete, dass jemand bei dem russischen Lied, das sie singen würde, lachen könnte.Doch nichts dergleichen geschah.

47 Gäste fanden sich in der Schule ein und ließen kulinarisch und kulturell verwöhnen. "Mir war es wichtig, ein längerfristiges und auch integratives Projekt zu machen", sagte Martina Pöhlmann. Es sollten alle Nationalitäten der teilnehmenden Schüler im Menü und im Rahmenprogramm vertreten sein, und dafür hatten sich alle viel einfallen lassen.

Fünf Gänge tischten sie auf, von spanischen Tapas über russischen Borschtsch, Köfte, Nudeln mit Lachs bis zur Bayerisch Creme. Bevor gegessen wurde, sprachen die Kinder in ihren Landessprachen Deutsch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Äthiopisch ein kurzes Gebet, und es durfte sogar getanzt werden. "Auffällig war, dass bei den Vorbereitungstreffen für das Dinner immer alle dabei waren", sagte Martina Pöhlmann, "dieses Projekt hatte eine ganz besondere Wertigkeit".
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