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Mälzerei Müller in Kulmbach: Hat Investor keine Lust mehr?

Beim umstrittenen Neubauprojekt auf dem Gelände der alten Mälzerei Müller läuft offenbar nicht alles glatt.
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Von der Mälzerei Müller hat man seit zwei Monaten nichts mehr gehört. In der der Stadtratssitzung am Donnerstag äußerte sich OB Henry Schramm zum aktuellen Sachstand. Foto: Archiv/Stephan Tiroch
Von der Mälzerei Müller hat man seit zwei Monaten nichts mehr gehört. In der der Stadtratssitzung am Donnerstag äußerte sich OB Henry Schramm zum aktuellen Sachstand. Foto: Archiv/Stephan Tiroch

Seit zwei Monaten hat man nichts mehr gehört, und der Abrissbagger ist auch noch nicht angerückt: Wie geht es weiter mit der Mälzerei Müller? Im Juli genehmigte der Stadtrat den Abriss der stadtbildprägenden Backsteingebäude in der Pestalozzistraße und den Neubau eines gewaltigen Neubaukomplexes mit 157 Wohnungen. Ein Megaprojekt, das von vielen Kulmbachern abgelehnt wird.

Noch keine Baugenehmigung

Bis heute hat die Stadt dem Investor aus Rosenheim aber noch keine Baugenehmigung erteilt. Ein Grund für SPD-Fraktionsvorsitzenden Ingo Lehmann, in der Stadtratssitzung am Donnerstag nach dem aktuellen Sachstand zu fragen.

Laut OB Henry Schramm (CSU) gibt es mit mehreren Anliegern "noch einen gewissen Abstimmungsbedarf". Sie hätten bisher ihr Einverständnis zu dem Bauplan nicht erteilt. Es gehe darum, dass Abstandsflächen nicht eingehalten werden.

OB: Fahren auch nach Rosenheim

Nun habe der Bauherr, so der Oberbürgermeister, seinen Antrag auf Befreiung von den Abstandsflächenvorschriften zurückgezogen. "Dann wird es schwierig, das Projekt zu genehmigen", sagte Schramm. Er sprach von einem Zeichen, dass bei der Unternehmensgruppe Drösel "die Lust nachgelassen hat", das Bauvorhaben mit Kosten von 20 Millionen Euro zu verwirklichen: "Das fände ich unglaublich schade." Es sei sehr schwierig gewesen, einen Investor für die Industriebrache zu finden. Deshalb sei man auch bereit, zu einem Gespräch nach Rosenheim zu fahren. "Wichtig ist, dass das Projekt durchgeführt wird. Wir brauchen den Wohnraum."

Die Problemen mit den Abstandsflächen, so glaubt Schramm, können durch eine private Vereinbarung geregelt werden. "Die sind hier ziemlich weit", meinte er.

Angebot liegt vor

Eine Einschätzung, die von den betroffenen Anliegern geteilt wird. "Uns liegt ein Angebot der Firma Drösel vor, damit sind wir einverstanden", sagte einer der Nachbarn auf Anfrage der BR. Sie wollen einen Ausgleich dafür, dass man künftig von 18 Balkonen und noch mehr Fenstern direkten Einblick auf ihre Grundstücke beim Kinogässchen hat.

Unterschrieben sei allerdings noch nichts. Strittig sei noch, in welcher Höhe die Anwaltskosten vom Investor erstattet werden. "Es geht um eine paar Tausender."

Jugend soll Politik machen

Die Kulmbacher Jugend soll eine Stimme in der Kommunalpolitik bekommen. Die Anregung der FDP, ein Jugendparlament einzurichten, trägt der gesamte Stadtrat mit.

Thomas Nagel (FDP) sprach sich dafür aus, gemeinsam mit den Jugendlichen und den Schulen Ideen zu entwickeln und in den Stadtrat einzubringen. Die Jugend sei reif, um sie an der Politik zu beteiligen.

Man verständigte sich darauf, das Projekt gemeinsam mit dem Landkreis in Angriff zu nehmen.

Hierzu, so OB Henry Schramm, hätten schon Vorgespräche stattgefunden. Der Jugend- und Familienbeirat der Stadt werde die Initiative ergreifen und eine Zukunftswerkstatt durchführen. Dann werde man sehen, was sich daraus entwickelt.

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