"Sehr enttäuscht" sei sie gewesen, schrieb kürzlich eine Leserin in einem Leserbrief, den die Bayerische Rundschau am 2.August veröffentlicht hatte. Wo in der neugestalteten Flutmulde vor kurzem noch Wildpflanzen wie Wegwarte, Rainfarn oder Wilde Möhre zu finden gewesen seien, gebe es jetzt nur noch "großzügig abgemähte Randstreifen", berichtete die Frau und sprach in dem Zusammenhang von "Sauberkeits- und Ordnungswahn".
Wir haben den Brief zum Anlass genommen, beim Wasserwirtschaftsamt in Hof nachzufragen. Warum in der Flutmulde überhaupt gemäht werde, wollten wir von der für den Landkreis Kulmbach zuständigen Abteilungsleiterin Andrea Künzl wissen. Grundsätzlich müsse das Gelände offen gehalten werden, erfuhren wir von ihr. Das sei nötig, um im Fall des Falles den Hochwasserabfluss sicherzustellen. Dies betreffe insbesondere den der Nordumgehung zugewandten Bereich.
Auf einem Teil der Fläche soll sich Andrea Künzl zufolge ein Auwald entwickeln. Auch rund um die dort frisch gepflanzten Bäume sei gemäht worden.
Man sei bestrebt, nicht die gesamte Fläche auf einmal zu mähen, sondern immer nur Teilbereiche zu bearbeiten, betont die Abteilungsleiterin. Zudem habe man mit den Mäharbeiten sehr lange gewartet: "Im Zuge der Neugestaltung haben wir auf der gesamten Fläche Kräutersaat-Mischungen aufgebracht. Die Kräuter sollten natürlich erst einmal aussaamen."
Im übrigen seien die Grundzüge der Planung in Zusammenarbeit mit Vertretern des Naturschutzes entwickelt worden, und in die Pflege des gesamten Areals sei eine Landespflegerin eingebunden.
In diesem Jahr hat ein vom Wasserwirtschaftsamt beauftragtes Unternehmen die Mäharbeiten ausgeführt. Wäre des denkbar, so wollen wir noch wissen, dass man diese Aufgabe in Zukunft einer Schafherde überträgt? Dies sei in der Tat angedacht worden, heißt es. Gespräche mit Schäfern habe es schon gegeben. Aber die ziehen noch nicht so recht: Auf dem Gelände sind einfach zu viele Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden unterwegs.