Es war ein langes Ringen um die Wahrheit. Und plötzlich, nach der mittäglichen Sitzungspause im Landgericht, kam Licht in die Angelegenheit. Der Angeklagte, ein Pferdewirt aus dem Landkreis Kulmbach, gab die ihm zur Last gelegten Straftaten im Wesentlichen zu.
Nach der von Staatsanwalt Michael Hofmann verlesenen Anklageschrift soll er ab September 2006 bis Frühjahr 2009 zwei damals minderjährige Mädchen mehrere Male sexuell missbraucht haben, indem er Handlungen am Busen und im Intimbereich vornahm und ebenso auch zu solchen bei sich aufforderte.
Der mehrfach verheiratete Täter, der 1959 geboren wurde und derzeit mit einer Lebensgefährtin zusammen ist, habe in dieser Phase "eine arg stressige Zeit mit Scheidung und Wiederheirat durchgemacht", wie er sich ausdrückte. Er habe einen Halt gebraucht ("Ich bin nicht gern allein"), und den fand er bei den damals Zwölf- und 14-Jährigen, die Reitunterricht nahmen und in den Ferien und Brückentagen auf dem Hof auch übernachteten.

"Nach Liebe gesucht"


"Ich habe Liebe und Geborgenheit gesucht, nicht sexuelle Befriedigung", umschrieb er die Annäherung an die Mädchen. Der Angeschuldigte betreibt einen Pferdehof, bietet regelmäßig Reitstunden und Einstellmöglichkeiten für Pferde, insbesondere auch Ferienreitkurse für Kinder an, die naturgemäß Mädchen im Besonderen ansprechen.

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