Marktleugast
Rückblick

"LQN"-Gemeinden haben nach Wandermarathon Lust auf mehr

Wind, Regen, Graupel, Schnee - und trotzdem waren alle begeistert, wie der Frankenwald Wandermarathon rund um Marktleugast gelaufen ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Impressionen vom achten Frankenwald Wandermarathon. - Foto: Berthold Köhler
Impressionen vom achten Frankenwald Wandermarathon. - Foto: Berthold Köhler
+17 Bilder

Wenn etwas Breitensport ist, dann dieser Frankenwald Wandermarathon. Wer da alles aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern an den Start geht - Wahnsinn... Da gibt es Sportskanonen wie Günter Ebert aus Stammbach, die am Samstag schon gut siebeneinhalb Stunden nach dem Start die 44,1 Kilometer "gewandert" sind und wieder am Ziel in Marktleugast sitzen. Aber auch solche wie Jens und seine beiden Kumpels aus Mupperg (Thüringen), die eigentlich das ganze Jahr kaum wandern, sich den Frankenwald Wandermarathon aber schon ein paar Mal angetan haben. Wann sie ins Ziel kommen werden? "Keine Ahnung, irgendwann halt", sagt Jens kurz unterhalb des Weißensteins in Stammbach, am höchsten Punkt der Strecke. Von da aus sind es immer noch gut zehn Kilometer bis ins Ziel.

Was für ein ...wetter

Der Frankenwald Wandermarathon, inzwischen die größte Nummer im Kalender von "Frankenwald Tourismus", hat eine magische Anziehungskraft auf Wanderer. 660 Teilnehmer waren heuer am Start, es hätten sich noch viel, viel mehr anmelden wollen. Aber irgendwann ist halt mal Schluss, die Steigla im Frankenwald sind schließlich schmal. So viel Willenskraft wie heuer war in den bisherigen sieben Auflagen des Wandermarathons aber wohl noch nie notwendig. Gerade in den Mittagsstunden, als sich der Großteil der Wanderer auf den Höhen über Kupferberg befand, zog ein heftiger Graupelschauer übers Oberland hinweg. Beim Mittagessen in der Kupferberger Stadthalle war die Stimmung dementsprechend gedämpft. Gut, dass eine gute Stunde später das schlimmste Wetter überstanden war.

Aber gut waren die Bedingungen, mit Ausnahme der Zeit nach 17 Uhr, nie. Andrea Schuberth, die mit den "Frankenwald-Weibern" von Anfang an die Wandermarathon-Teilnehmer mit Bier, Wärscht und Kräuterschnaps in den Endspurt schickt, gab offen zu: "Als ich heute früh aus dem Fester geschaut habe, hatte ich null Lust, vor die Tür zu gehen." Aber sie hat es natürlich gemacht und sich mit ihren Freundinnen oberhalb von Steinbach in einem Hohlweg an der Landkreisgrenze versteckt. Die Wanderer, die da vorbei kamen, hatten schon über 38 Kilometer in den Beinen und waren dankbar - für die Stärkung, aber auch das "Gewaaf" der Weiber. Vor den Wanderern zog Andrea Schuberth den Hut (oder besser: das Kopftuch): "Es ist Wahnsinn, dass die sich die Stimmung von diesem Wetter nicht vermiesen lassen."

LQN-Gemeinden voll zufrieden

Gemeinsam mit dem Tourismusbetrieb des Frankenwaldes waren die LQN-Gemeinden Marktleugast, Grafengehaig, Kupferberg und Stammbach (Landkreis Hof) die Partner des achten Frankenwald Marathons. Sie schickten die Wanderer von Marktleugast aus auf den Rundweg, an dem nicht nur 17 Verpflegungsstationen lagen. 37 Erlebnisstationen kamen dazu, an denen konnte man sich über den Bergbau in Kupferberg informieren, die Gundlitzer Kellergeister erleben oder in Marienweiher Geist und Seele stärken. Das Angebot war so groß, dass die Wanderer gar nicht überall anhalten konnten, schließlich war um 21 Uhr Zielschluss. Gerade deshalb sprach der Stammbacher Bürgermeister, Karl-Philipp Ehrler, den vielen Vereinen und Organisationen ein dickes Lob aus: "Alle haben sich extrem engagiert und die Sache zu einem Erfolg werden lassen." Gemeinsam mit Ehrler stand am späten Nachmittag auch Werner Burger in der Marktleugaster Sporthalle, um dort die "Finisher" des Wandermarathons zu begrüßen und zu beschenken. Der Grafengehaiger Bürgermeister war begeistert von der Stimmung: "Hier ist niemand missmutig angekommen, weil es geregnet hat. Das ist unglaublich."

Wo der Wandermarathon 2020 stattfinden wird, ist noch nicht bekannt. Die LQN-Gemeinden werden angesichts der Rotation der Veranstaltungsorte im gesamten Frankenwald nicht gleich wieder drankommen. Aber Karl-Philipp Ehrler hat am Samstag ganz offensichtlich Blut geleckt: "Wir haben uns als Mitveranstalter keinesfalls blamiert und gezeigt, dass wir eine so große Veranstaltung bewältigen können."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren