Schimmendorf
Löschwagen

Löschfahrzeug: Grimmige Gesichter bei der Schimmendorfer Wehr

Wenig begeistert und mit grimmigen Gesichtern verließ das gute Dutzend Feuerwehrmänner aus Schimmendorf die Mainleuser Gemeinderatssitzung am Montagabend.
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Die Schimmendorfer Wehr bekommt kein MAN-Fahrzeug.
Die Schimmendorfer Wehr bekommt kein MAN-Fahrzeug.

Der Grund: Zwar erhält die Truppe ein neues wasserführendes Löschfahrzeug - aber nicht das gewünschte (und teurere) der Marke MAN mit Allradantrieb.

Bürgermeister Robert Bosch (CSU) wies darauf hin, dass die Ausschreibung in enger Abstimmung mit der Wehr stattgefunden habe und die Anschaffung des vorgeschlagenen Iveco-Modells auch vom Freistaat bezuschusst wird. "So gerne wir jeden Wunsch erfüllen, so müssen wir uns doch an unseren Mitteln orientieren", sagte er.

Zudem stellte er klar, dass im Feuerwehrbedarfsplan eigentlich nur ein wasserführendes Fahrzeug für den Norden der Gemeinde vorgesehen sei, um das sich sowohl Schimmendorf als auch Danndorf beworben hatten. Jetzt erhielten beide Orte ein Fahrzeug, Danndorf das kleinere. Insgesamt habe die Kommune 222 000 Euro dafür eingeplant. "Das haben wir mehrfach klargestellt."

Aller Einsatz vergeblich

Ortssprecher Siegfried Münch verteidigte den Wunsch der Wehr mit allen Kräften: Es seien im Vorfeld Erwartungen geweckt worden, die nun nicht erfüllt würden. "Man hätte vorher sagen müssen, dass nur 130 000 Euro freigegeben sind." Er zeigte sich überzeugt, dass sich der höhere Preis über die Dauer der Nutzung wieder einspiele. "Man sollte die Ehrenamtlichen bei solchen Entscheidungen mitnehmen. Es war nie der Wunsch nach einem kleinen Fahrzeug vorhanden, schon gar nicht ohne Allrad-Antrieb."

Markus Oppelt (FW) hielt das MAN-Fahrzeug langfristig für die bessere Lösung und sprach sich aufgrund der Diskussion dafür aus, die Ausschreibung aufzuheben. Doch damit hatte er keinen Erfolg.

"Wir haben unseren Etat und beschaffen sogar zwei Fahrzeuge, obwohl nur eines vorgesehen war. Vielleicht können auch die Kameraden aus Schimmendorf Abschläge machen", erklärte Siegfried Escher (CSU) und betonte in Richtung der Feuerwehrmänner: "Liebe Kameraden, ihr bekommt ein gutes Fahrzeug. Vielleicht kann man auch mal sagen: ,Ich bin zufrieden'."

Auf Nachfrage von Erich Luthardt (ABL) wies Jörg Scholl vom Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Gemeinde darauf hin, dass das MAN-Fahrzeug nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt teurer komme.

Diese Aussage war Wasser auf den Mühlen von Brigitte Lauterbach (ABL): "Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Feuerwehren gut ausgestattet sind. Aber wenn ich höre, dass auch die Folgekosten höher sind, dann bleibt nicht viel Spielraum. Ich würde auch gerne einen Porsche fahren, daraus wird aber nichts werden", sagte sie mit Blick auf den Gemeindehaushalt.

Kleiner Wagen, aber mehr Wasser

Der höchste Feuerwehrmann im Landkreis ist Kreisbrandrat Stefan Härtlein, der zugleich für die CSU im Mainleuser Gemeinderat sitzt. Er wies darauf hin, dass das kleinere Fahrzeug wegen der höheren Nutzlast die bessere Alternative sei, weil damit mehr Wasser transportiert werden kann. Er räumte allerdings ein, dass der Wunsch nach Allradantrieb geäußert wurde. Dass dafür Mehrkosten in Höhe von 26 000 Euro fällig wären, ergänzte Bürgermeister Bosch.

Michael Marx (SPD) machte abschließend darauf aufmerksam, dass der Markt Mainleus in seinem Haushalt über 350 000 Euro für die beiden Feuerwehren in Schimmendorf und Danndorf bereitstellt. "Das ist schon anständig", betonte er.

Der Gemeinderat sprach sich nach einer halben Stunde Diskussion mehrheitlich dafür aus, das Löschfahrzeug mit einem Fahrgestell der Marke Iveco bei der Firma Brandschutztechnik Görlitz zu bestellen, die das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte.

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