Himmelkron
Verkehr

Lkw-Chaos im Himmelkroner Gewerbegebiet

Obwohl der Himmelkroner Autohof geschlossen ist, werden die Lkw-Fahrer per Navi immer noch dorthin gelotst. Der Gemeinderat hat Angst um den Gehsteig in der Bayreuther Straße, der ständig zugeparkt ist - auch von 40-Tonnern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Verkehrssituation im Bereich der Bayreuther Straße ist durch die auf dem Gehweg parkenden Sattelzüge und Lastwagen im wahrsten Sinne des Wortes erdrückend. Foto: Werner Reißaus
Die Verkehrssituation im Bereich der Bayreuther Straße ist durch die auf dem Gehweg parkenden Sattelzüge und Lastwagen im wahrsten Sinne des Wortes erdrückend. Foto: Werner Reißaus
+2 Bilder
Dass die Nähe zur Autobahn nicht nur ein Segen ist, sondern mitunter auch ein Fluch sein kann, bekommt die Gemeinde nach der Schließung des Autohofs im Gewerbegebiet seit über zwei Wochen deutlich zu spüren. In der Sitzung am Dienstagabend suchte Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) mit den Ratsmitgliedern händeringend nach einer Lösung, um das Verkehrschaos durch parkende Lastwagen im Bereich der Bayreuther Straße in den Griff zu bekommen.

Schneider stellte fest, dass nahezu täglich im Rathaus Beschwerden eingehen, vor allem von der Spedition Emons, die sich im Zu- und Abtransport eingeengt sieht. Klagen gebe es aber auch aus der Bürgerschaft, denn der Gehweg werde häufig zugeparkt. Am Montag sei es zum "Supergau" gekommen, als eine Mutter mit ihrem Kleinkind samt Kinderwagen auf die Straße ausweichen musste. Es sei ein Lkw entgegen gekommen, und es habe nahezu keine Ausweichmöglichkeit bestanden. "Wir haben umgehend Kontakt mit den beteiligten Stellen aufgenommen. Die Autobahndirektion räumt der Problematik hohe Priorität ein, denn inzwischen wurde auch die Oberste Baubehörde in München eingeschaltet", berichtete Schneider.

Die Autobahngalerie ist aufgrund des eingeleiteten Insolvenzverfahrens geschlossen. In den Navigationsgeräten ist der Autohof aber nach wie vor aufgeführt, weshalb das Gewerbegebiet enorm frequentiert ist, zumal dort auch ideale Einkaufsmöglichkeiten bestehen.

"Der Gehsteig hält kein Jahr"

"Es stehen bis zu 14 Lkw in Reih' und Glied. Mit den 40-Tonnern hält der Gehsteig kein Jahr. Wir müssen etwas unternehmen, denn die fahren uns den Gehweg in Grund und Boden", bilanzierte Schneider. Der Insolvenzverwalter habe zwar zugesagt, den Lkw-Parkplatz zu öffnen, aber nur, wenn die Kosten der Müllentsorgung übernommen würden. Ein weiteres Problem sei dort aber auch die fehlende Toilette.

Für Peter Aßmann (SPD) ist die Verkehrsüberwachung eine Aufgabe der Polizei, denn in der Bayreuther Straße gelte schließlich ein absolutes Halteverbot. Und für die fehlenden Parkplätze an der Autobahn sei die Autobahndirektion zuständig: "Wir sollten uns nicht darauf einlassen, Aufgaben zu übernehmen. Die Autobahndirektion muss dafür sorgen, dass was passiert."
Aßmann hielt die Aufstellung von Hinweisschildern an der A 9 für notwendig, mit denen auf die Schließung der Autobahngalerie hingewiesen wird.

Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz (CSU) forderte, sofort den Lkw-Parkplatz zu öffnen, um das Chaos zu beruhigen: "Ich verstehe die Ängste dieser Mutter. Wir können nicht Tage und Wochen zuschauen, sondern wir müssen schnellstmöglich Fakten schaffen. Notfalls müssen wir auch in die Vorleistung gehen."

Gemeinde kann Problem nicht alleine schultern

Erwin Tischer forderte: "Wir müssen der Autobahndirektion knallhart sagen, dass sie hier Kosten mitzutragen hat." Rudi Gumtow (SPD) vertrat die Meinung, dass die Gemeinde das Problem nicht alleine schultern kann: "Da müssen alle ran und uns helfen. Notfalls müssen wir Druck machen."

Dritter Bürgermeister Helmut Fischer (FW) schlug eine Anmietung der Lkw-Stellplätze durch die Autobahndirektion vor - zumindest für die Zeit, bis eine Lösung gefunden ist.
Alfons Lauterbach (FW) gab zu bedenken, dass ohne eine Parkordnung und ohne -gebühren auch auf dem Lkw-Platz der Autobahngalerie sehr schnell ein Chaos entstehen werde.

Als erste Maßnahme sollen nun vom Kurvenbereich bei der ehemaligen Diskothek "Halifax" bis zum Wendehammer Findlinge entlang des Gehwegs verlegt werden, um zumindest für die Spedition Emons eine reibungslose Zu- und Abfahrt zu gewährleisten. Mit der Autobahndirektion soll abgeklärt werden, ob auch Betongleitwände zur Verfügung gestellt werden. Absolute Priorität habe aber das Gespräch mit den beteiligten Behörden.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren