Trebgast
Konzert

Lisa und Andreas waren so Frey

Im Kantorat Trebgast trifft Klassik auf Disney , und das Tochter/Vater-Duo meistert diese Aufgabe bravourös.
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Lisa Frey und ihr Vater Andreas überzeugten beim Liedernachmittag im  Trebgaster Kantorat.   Dieter Hübner
Lisa Frey und ihr Vater Andreas überzeugten beim Liedernachmittag im Trebgaster Kantorat. Dieter Hübner

"Mehr als ein Lied" lautete das Motto eines Liedernachmittags, zu dem die Kirchengemeinde die Sopranistin Lisa Frey und ihren Vater, Kirchenmusiker Andreas Frey, eingeladen hatte.

Das eingespielte Vater-Tochter-Duo ist in seiner Heimatregion Kamen-Hamm-Unna sehr präsent und bekannt. Zu Beginn durften die Besucher im Kantorat noch darüber rätseln, ob die Betonung auf "ein", oder auf "Lied" lag.

Lisa Frey klärte auf: "Es ist beides. Zum einen sind es natürlich mehrere Lieder. Andererseits ergeben sich durch die unterschiedlichen Musikgenres beider Teile ganz besonders gegensätzliche Kontraste."

Start mit Schumann

Der erste Teil, der Zyklus "Dichterliebe" (Opus 48), ein typisches Highlight der Musikgattung "Deutsches Kunstlied", in dem der berühmte Komponist der Romantik, Robert Schumann, Gedichte von Heinrich Heine vertonte, war vom Niveau her sicherlich der technisch schwierigere: Der Frühling kommt, ein Jüngling liebt ein Mädchen. Natürlich ging es um die Liebe, die - wie so oft - leider nicht erwidert wird.

Die junge Sopranistin - mit ihrem grünen Kleid auch optisch dem Thema angepasst - meisterte diese Aufgabe bravourös, wobei sie alle Facetten der 16 Verse gekonnt einsetzte.

Im Einklang

Das wesentliche Element der Klavierbegleitung bestand darin, den Inhalt des Gesangs und das Instrument immer in Einklang miteinander zu bringen. Flöten und Geigen gaben gefühlt ein intimes Konzert, dazwischen sangen liebliche Engel, einmal himmelhoch jauchzend, dann wieder so melancholisch, zu Tränen gerührt, dass einem fast das Herz zersprang, während dann gleich anschließend Pauken und Trompeten losschmetterten.

Auch der zweite Teil, etwas lockerer und zugänglicher mit Liedern aus Filmen von Walt Disney, kann seine Tücken haben, weiß die sympathische Sängerin. "Viele Leute kennen die Melodien und verknüpfen damit gewisse Assoziationen", führt sie dazu aus.

Ob es Musik aus "Cinderella", "Dornröschen", "Die Schöne und das Biest", "König der Löwen" oder "Schneewittchen" war - Lisa Frey gestaltete diesen Part mit viel Gestik, Mimik und Interpretation, um den Zuhörern zu verdeutlichen, in welcher Rolle sie sich gerade befand.

Alles in allem: Ein aufgelockerter, kurzweiliger und schwungvoller musikalischer Vortrag, den das Publikum - nach einer geforderten Zugabe - verdientermaßen mit großem Beifall belohnte.

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