Thurnau
Unglück

Feuer im Bus zwischen Thurnau und Kasendorf: Totalschaden - aber keine Verletzten

Bei Thurnau brennt ein Linienbus aus. Glück im Unglück: Fahrgäste sind nicht an Bord, der Fahrer kann sich unverletzt retten.
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Der Innenraum des Busses ist komplett ausgebrannt.Foto: Katrin Geyer
Der Innenraum des Busses ist komplett ausgebrannt.Foto: Katrin Geyer
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Ein verrußtes Stahlgestänge, Scherben von geborstenen Fensterscheiben auf dem Boden, ein Ölfilm auf dem Straße und über allem ein beißender Geruch nach verbranntem Kunststoff: Die Szenerie weckt Erinnerungen an andere, schlimme Unglücke mit einem Bus. Aber etwas ist hier, zum Glück, anders. Beim Brand eines Busses am Mittwochmorgen nahe Thurnau sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Der Sachschaden freilich ist beträchtlich.

Mittwochmorgen, kurz vor 7 Uhr: Ein Mitarbeiter eines Busunternehmens aus dem südlichen Landkreis Kulmbach hat den Sicherheits-Check an seinem Fahrzeug erledigt. Auch sein Chef war dabei: Alles scheint in Ordnung zu sein. Nun setzt sich der Mann hinters Steuer, bricht auf zur ersten Einsatzfahrt. Noch sind keine Fahrgäste an Bord.

Auf der Straße zwischen Kasendorf und Thurnau, kurz bevor der Wald sich in Höhe des Golfplatzes lichtet, bemerkt der Fahrer brenzligen Geruch. "Ich habe erst gedacht, dass da ein Reifen blockiert", wird er später sagen. An einer Haltebucht fährt er rechts ran, noch ragt das Heck des Busses auf die Fahrbahn. Er will nachschauen, was los ist, stellt fest, dass es im Bereich der Rücklichter auf der linken Fahrzeugseite qualmt. Sekunden später registriert er Flammen im Inneren des Busses im Bereich der Deckenverkleidung.

Der Mann , selbst bei der Feuerwehr seines Heimatortes aktiv, reagiert beherzt. Mit dem bordeigenen Feuerlöscher versucht er, den Brand einzudämmen, rangiert das große Fahrzeug sogar noch komplett in die Haltebucht. So verhindert er, dass das Feuer auf Bäume übergreift, deren Äste in die Fahrbahn ragen. Als der Busfahrer merkt, dass er gegen das nun lodernde Feuer nichts mehr ausrichten kann, setzt er einen Notruf ab. Nur ein paar persönliche Sachen - die Jacke, die Mütze, Geld und Ausweis - kann er retten.

Die Feuerwehren aus Thurnau. Kasendorf, Berndorf und Hutschdorf sind schnell vor Ort. Mit rund 60 Einsatzkräften kämpfen sie gegen die Flammen an, können aber nicht viel ausrichten. Nach rund einer halben Stunde ist das Feuer zwar erstickt. Aber die Innenausstattung des Busses, darunter viele Kunststoffteile, ist restlos zerstört. Am Ende bleiben nur die Stahlgestänge übrig.

Ein trauriger Anblick. Auch für den Busunternehmer, der von seinem Fahrer unverzüglich informiert worden war und am Brandort ausharrt, bis das Wrack geborgen ist. "Wir haben ja noch den Sicherheits-Check gemacht", sagt er. "Da war alles in Ordnung mit dem Bus."

Bei dem Fahrzeug handelt sich um einen sogenannten Kombi-Bus, der sowohl als Reisebus eingesetzt wird als auch im Linienverkehr unterwegs ist. 18 Jahre alt war das Fahrzeug. Bei guter Pflege, so der Busunternehmer, könne so ein Fahrzeug noch viel länger gefahren werden. Den Zeitwert schätzt er auf etwa 50 000 Euro. Ein neuer Bus kostet rund 300 000 Euro.

Wie alle anderen Beteiligten auch, ist der Busunternehmer froh, dass das Feuer bei einer Leerfahrt ausgebrochen ist. Nicht auszudenken, wenn Fahrgäste an Bord gewesen wären. Ältere Menschen zum Beispiel. Oder Schulkinder.

So kommen keine Menschen zu Schaden. Der Rettungsdienst, der vorsorglich ebenfalls alarmiert worden war, muss nicht tätig werden.

Nun wird es für das Unternehmen darum gehen, schnell Ersatz für das ausgebrannte Fahrzeug zu beschaffen. In dieser Woche könne man den Ausfall überbrücken, meint der Firmen-Chef. "Aber wenn nächste Woche wieder der Schulbusverkehr dazu kommt, müssen wir uns was überlegen."

Noch am Vormittag rückt eine Spezialfirma mit zwei Autokränen an. Von zwei Seiten nehmen sie das Wrack an die Kette, hieven es zum Abtransport auf einen Tieflader.

Weil bei dem Unglück Dieselkraftstoff aus dem Tank ausgelaufen ist, werden auch das Landratsamt Kulmbach und das Wasserwirtschaftsamt verständigt. Mitarbeiter begutachten die Lage, entscheiden, dass ein Teil des Banketts ausgebaggert werden muss, wohin der Kraftstoff gelaufen ist. Auch die Straße muss gereinigt werden. Das übernehmen Fachfirmen. Rund 25 000 bis 30 000 Euro wird das noch einmal kosten, schätzt Einsatzleiter Jörg Schneider, der Kommandant der Thurnauer Feuerwehr.

Erst am frühen Nachmittag kann die Straße zwischen Kasendorf und Thurnau wieder freigegeben werden. Für die Absicherung und die Umleitung sorgen ebenfalls Einsatzkräfte der Feuerwehr.

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