Limmersdorf
Kirchweih

Limmersdorf: Platzhammel "Ronny" stiehlt allen die Schau

Das begehrteste Fotoobjekt der Lindenkirchweih war heuer nicht etwa die alte Linde. Auch nicht die Kerwa-Paare, die die Tradition aufrechterhalten.
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Platzhammel Ronny war das begehrteste Fotoobjekt bei der Limmersdorfer Kirchweih. Besitzer Karsten Neupert hatte im grünen Säckchen ein Lockmittel dabei - Brotwürfelchen.Sonny Adam
Platzhammel Ronny war das begehrteste Fotoobjekt bei der Limmersdorfer Kirchweih. Besitzer Karsten Neupert hatte im grünen Säckchen ein Lockmittel dabei - Brotwürfelchen.Sonny Adam
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Und auch die Kirche St. Johannes der Täufer, die 1540 eingeweiht wurde, stand bei den Fotografen nicht im Mittelpunkt. Schafsbock "Ronny" stahl allen die Schau.

Wochenlang für Auftritt geübt

Der "Heml", wie er im Limmersdorfer Sprachgebrauch heißt, hatte wochenlang mit der Familie Neupert für seinen großen Auftritt geübt. Er hat gelernt, sich von Menschen streicheln zu lassen und nicht scheu zu sein. "Ronny" lernte laute Geräusche kennen, und er lernte es, sich führen zu lassen. "Aber trotzdem ist das heute alles aufregend für ihn. Denn bisher kannte er nur kleinere Menschengruppen", erklärt Karsten Neupert, der zur Sicherheit vor "Ronny" herlief. Als Motivator.

Toni Neupert und Leonhard Mejzini führten den Schafbock am Geschirr - eine besondere Ehre. Trotzdem hatte das Böckchen seinen eigenen Willen. Manchmal umwickelte er "seine Anführer" und hatte den bunten Blumenkranz, der ihn eigentlich schmücken sollte, im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern. Nur durch Hochbinden des Kranzes gelang es den Besitzern, den Blumenschmuck wenigstens so lange zu retten, bis der Umzug vorüber war.

Außerdem fand es "Ronny" prima, dass der gesamte Weg durch den Ort mit frischem Birkengrün geschmückt war. Denn davon konnte er immer wieder ein bisschen kosten. Überhaupt scheint Grün die Lieblingsfarbe des Hammels zu sein. Schließlich hatte sein Besitzer eine kleine grüne Tüte mit Brotstückchen dabei. "Er liebt Brot", verriet Motivator Karsten Neupert.

Beim Festumzug gingen die vier "Plootzer" mit ihren Mädchen durch den Ort und verbreiteten überall Kerwastimmung. Dafür sorgten auch die Ansbachtaler Musikanten. Und nach einem stundenlangen Marsch und ausgedehntem Feiern kehrten die Paare schließlich zum Festplatz zurück und tanzten nach altem Brauch auf der Linde. Die Limmersdorfer Kirchweih ist übrigens in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Welterbes der Unesco aufgenommen. Erst vor kurzem hat das Fest auch den Heimatpreis bekommen.

Noch bis zum Dienstag wird in dem Thurnauer Ortsteil gefeiert und natürlich auch wieder auf der Sandbahn gekegelt. Am heutigen Montag geht die Kerwa ab 10 Uhr beim Frühschoppen mit Blau‘gsud'na und passender Musik von "Manni und seinen Rebellen" weiter. Um 14 Uhr startet ein Umzug, ebenfalls von "Manni und seinen Rebellen" begleitet. Ab 19 Uhr rockt die Kultband "Telstars" das Festzelt, und um 22 Uhr wird übrigens "Ronny", der sympathische Plootzheml, verlost.

Ausklang mit Lizza-Begräbnis

Am Dienstagabend wird dann der Kerwasprenger versteigert, und da das Fest irgendwann ein Ende haben muss, kommt es um 22 Uhr zum Lizza-Begräbnis mit Abschlusspredigt von Kerwapfarrer Stefan Funke. Er wird sicher auch nach der Lindenkerwa 2018 viel "Insiderwissen" verkünden. Denn während der tollen Tage passiert in Limmersdorf so einiges.



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