Neuenmarkt
Leserwanderung

Leserwanderung auf dem Eisenbahnlehrpfad: Steil, heiß - und überaus informativ

Entlang der Schiefen Ebene führte eine BR-Leserwanderung. Dabei gab es eine Fülle von Informationen.
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Ganz dicht dran: Zu den herausragendsten Besonderheiten der Schiefen Ebene gehören die gewaltigen Dämme.Alexander Müller
Ganz dicht dran: Zu den herausragendsten Besonderheiten der Schiefen Ebene gehören die gewaltigen Dämme.Alexander Müller
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Eigentlich hätten sie sich alle einen Orden verdient: die gut zwei Dutzend Leserinnen und Leser der Bayerischen Rundschau, die am Samstag weder Temperaturen noch steile Anstiege scheuten, um bei der Leserwanderung dabei zu sein - und natürlich auch Jürgen Goller und Roland Fraas, die nicht nur diese Strapazen auf sich nahmen, sondern auch dafür sorgten, dass die Teilnehmer am Ende mit einer Fülle neuer und interessanter Informationen über die Schiefe Ebene nach Hause zurückkehrten.

Die "Schiefe Ebene": Es dürfte nur wenige Menschen in der Region geben, die diesen Begriff nicht schon einmal gehört haben. Was genau sich dahinter verbirgt, wissen vermutlich nicht viele. Die Schiefe Ebene - der Name leitet sich ursprünglich von einem physikalischen Begriff ab - ist eine der spekatulärsten Eisenbahnsteilstrecken. Als Abschnitt der ehemaligen Ludwig-Süd-Nordbahn verbindet die 1848 eröffnete Bahnstrecke die Bahnhöfe Neuenmarkt-Wirsberg und Marktschorgast und überwindet dabei auf 6,8 Kilometern fast 158 Höhenmeter mit Steigen von bis zu 25 Promille. Der Streckenabschnitt wurde so gebaut, dass er - ein Novum für die damalige Zeit - allein mit der Kraft von Lokomotiven, zum Teil auch mit einer vorgespannten oder am Zugende angekoppelten zweiten Lokomotive bewältigt werden könnte.

Die Schiefe Ebene, die heute noch befahren wird, ist ein Kulturdenkmal. Ein Lehrpfad verbindet die beiden Orte Neuenmarkt und Marktschorgast - und dieser Lehrpfad liefert an zahlreichen Haltepunkten viele Informationen. Noch mehr davon gab es für die BR-Leser. Jürgen Goller und Roland Fraas, die die Führung der Wanderung übernommen hatten, sind anerkannte Experten, was die Geschichte und die technischen Details der Eisenbahnstrecke angeht.

Sie berichteten nicht nur ausführlich über die Vorgeschichte des Streckenbaus, sondern konnten auch schildern, wie das Leben der "Eisenbahner", für die in Neuenmarkt eigens eine Siedlung errichtet worden war, ablief.

Besonderes Augenmerk freilich verdienen die vielen technischen Details. So sind allein die Dämme, auf denen die Bahnlinie streckenweise verläuft, wahre Wunderwerke der Ingenieurskunst. Dazu zählen auch die gewaltigen Wasserdurchlässe: Es sei, so Goller und Fraas, eine ganz besondere Herausforderung gewesen, am geneigten Hang Gewölbe zu errichten, die dem gewaltigen Druck, der von verschiedenen Seiten auf das Bauwerk ausgeübt wird, standhalten. Was das Wort "Steilstrecke" bedeutet, erfuhren die Teilnehmer am Samstag am eigenen Leib - die sengende Sonne tat ein übrigens, dass die Wanderung zu einer schweißtreibenden Veranstaltung wurde, auch wenn die Wanderer von der Bayerischen Rundschau mit Getränken versorgt worden waren.

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