Kulmbach

Leftover oder Rumfort?

Aus Resten ein neues Essen zaubern? Das geht. Man muss es nur entsprechend stylisch benennen.
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Das klassische Reste-Essen: Ei'gschnittna Klöß.Foto: Archiv
Das klassische Reste-Essen: Ei'gschnittna Klöß.Foto: Archiv

Ich will Herrn Schmidt nicht zu nahe treten. Ich mag ihn wirklich gerne und freue mich immer, ihn zu sehen: Den Schmidt Max, der die Sendung "Freizeit" im Bayerischen Fernsehen moderiert. Ein bisschen was lernt man bei ihm immer.

Auch am Sonntag. Obwohl ich da öfter den Kopf geschüttelt als über Neues gestaunt habe. Das Thema: Resteverwertung in der Küche. Die Ansprechpartner: Ein Koch und ein paar junge Leute.

Meine Freundin B. wäre auch eine gute Gesprächspartnerin gewesen. Sie hat der Schmidt Max leider nicht gefragt. B. ist eine Meisterin der Resteverwertung und geht mit viel Leidenschaft daran, aus dem, was sich im Kühlschrank so findet, was Tolles zu zaubern. Das nennt sie - genau: Resteverwertung.

Der junge Koch aus der Fernsehsendung hat genau das auch getan. Vielleicht mit ein bisschen mehr Sojasauce als meine Freundin B.. Aber er benennt das natürlich nicht so prosaisch. Bei ihm heißt das "Leftover-Cooking."

Ob eine so stylische Bezeichnung mehr Menschen dazu bringt, ihre Kühlschrank-Reste kreativ zu verwerten, statt sie wegzuwerfen? Für die weiteren Gesprächspartner von Schmidt Max in der "Freizeit"-Sendung ist sowas ganz selbstverständlich und alltäglich. Sie sind "Foodsharer", sammeln Lebensmittel ein, die die Läden nicht mehr verkauft werden können, und treffen sich gelegentlich zum gemeinsamen Kochen und Essen. Bei ihnen heißt das, auf gut Deutsch-Englisch, "Überbleibsel-Party".

Bei so viel Kreativität scheue ich mich natürlich, mein nächstes Reste-Essen einfach "Reste-Essen" zu nennen. Als Arbeitstitel habe ich mich jetzt erst mal für "Rumfort-Pfanne" entschieden. Alles was rumliegt und fort muss.

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