Mainleus
Jubiläum

Langes Tauziehen um Kirchenbau in Mainleus

Es dauerte über 25 Jahre, bis mit der Errichtung der Mainleuser Christuskirche begonnen werden konnte. Jetzt wird sie 60.
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Ein erstes Foto der neuen Christuskirche im Jahr 1953. Reproduktionen: Karl Klippel
Ein erstes Foto der neuen Christuskirche im Jahr 1953. Reproduktionen: Karl Klippel
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Die Mainleuser Protestanten gehörten damals noch zur evangelischen Kirchengemeinde Schwarzach. Doch ihr Wunsch nach einer eigenen Kirche wurde immer größer, und auch die Schwarzacher Pfarrer wollten eine vernünftige Lösung.

Pfarrer Christian Seiler rief deshalb zur Gründung eines Kirchenbauvereins Mainleus auf. Im September 1927 richtete auf Drängen evangelischer Christen aus Mainleus der Schwarzacher Pfarrer Kern an Geheimrat Fritz Hornschuch die Anfrage, wie er sich zur Errichtung einer evangelischen Kirche in Mainleus stellt und ob man mit seiner Unterstützung rechnen könne. Diese Anfrage wurde positiv beschieden. So erfolgte im April 1931 die Eintragung "Protestantischer Kirchenbau-Verein Mainleus" in das Vereinsregister.

Der Rückzug des Geheimrats

Im November 1932 trat ein Wechsel in der Pfarrstelle in Schwarzach ein.
Im Jahr 1936 fanden zahlreiche Gespräche zwischen Pfarrer Hans Grimm und Geheimrat Fritz Hornschuch hinsichtlich der Standortwahl der Kirche statt. Hornschuch wollte neben finanziellen Zuwendungen einen kostenlosen Bauplatz unter der Voraussetzung zur Verfügung stellen, dass die Kirche in Hornschuchshausen gebaut wird.

Das Bauprojekt erlitt in finanzieller Hinsicht aber einen schweren Rückschlag, als sich Geheimrat Hornschuch wohl aus der unsicheren kirchlichen Lage, wie er es ausdrückte, immer mehr zurückzog.

Nach Kriegsbeginn gingen auch immer weniger Beiträge der Mitglieder des Kirchenbauvereins ein, die Vereinsarbeit kam 1942 völlig zum Erliegen.

Erst im Februar 1950 fand bei Konrad Grampp die erste Zusammenkunft des Kirchenbauvereins nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges statt, wobei das Vorhaben neuen Aufschwung erhielt. Die Gemeinde Mainleus hatte in einem Bebauungsplan einen Platz für Kirche und Pfarrhaus vorgesehen.

Zusage aus München

In der Generalversammlung im Mai 1951 sah man schon klarer. Nach einer Vorsprache einer Abordnung beim Landeskirchenrat in München erteilte dieser seine Genehmigung und sagte einen Zuschuss von 30 000 D-Mark zu.

1952 nahm die Errichtung der Kirche endlich konkrete Gestalt an. Mit der Planung war Architekt Hanns Pittroff aus Kulmbach beauftragt. In der Generalversammlung des Kirchenbauvereins am 23.Mai 1952 wurden die Handwerksmeister darauf hingewiesen, dass am Kirchenbau nichts verdient werden solle. Erdarbeiten, für die man keine gelernten Arbeitskräfte benötigte, könnten von den Vereins-mitgliedern und den Mainleuser Christen ausgeführt werden. Am 29. Juni 1952 fand der erste Spa-tenstich statt. Die drei damaligen Mainleuser Gesangvereine wirkten mit ihren Liedbeiträgen mit. Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. September 1952 in einer feierlichen Zeremonie durch Kreisdekan Karl Burkert.

Die Einweihung der evangelisch-lutherischen Kirche in Mainleus fand am 4. Advent am 20. Dezember 1953 statt. Mehrere tausend Menschen wohnten unter den Klängen von 50 Posaunenbläsern diesem Ereignis bei. Den Schlüssel zum Portal überreichte Architekt Hanns Pittroff an Kreisdekan Karl Burkert, den dieser über Dekan Hans Kolb an Pfarrer Hans Grimm weiterreichte.

Zahlreiche Änderungen fanden im Ablauf der Jahre statt - so zum Beispiel der Einbau der 18 Register umfassenden Orgel im Oktober 1972, die Innenrenovierung und weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen.
Klara und Werner Grampp machten durch großzügige Spenden die Anschaffung neuer Glasbaufenster sowie einer vierten und fünften Glocke in den Jahren 1991 und 2005 möglich. Die Christuskirche ist weit und breit die einzige Kirche, die über fünf Glocken verfügt.

Am Sonntag ist Festgottesdienst

Am 22. Dezember, dem 4. Advent, um 9.30 Uhr wird das Jubiläum nun mit einem Festgottesdienst gefeiert. Die Predigt hält Dekan Jürgen Zinck. Der Posaunenchor Veitlahm, der Kirchenchor Cantamus sowie die beiden Organisten Michael Schubert und Robin Birner übernehmen die musikalische Gestaltung.
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