Thurnau
Gemeinderat

Marktwerke Thurnau brauchen weniger Geld als geplant

Weil Projekte günstiger, verschoben oder durch eigene Mitarbeiter umgesetzt wurden, sinkt die geplante Kreditaufnahme des Thurnauer Eigenbetriebs.
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Symbolbild: Jens Wolf/dpa
Symbolbild: Jens Wolf/dpa
Für Investitionen in Thurnau war im Haushaltsplan 2017 fast eine Million Euro vorgesehen. Doch die Marktwerke brauchen weniger Geld als geplant. Weil Projekte günstiger gekommen sind, verschoben oder durch eigene Mitarbeiter umgesetzt wurden, sinkt die geplante Kreditaufnahme der Thurnauer Versorgungseinrichtung auf voraussichtlich 438.000 Euro.

Der Kreditrahmen wäre sogar höher gewesen, die Marktwerke hätten eine Neuaufnahme in Höhe von 775000 Euro ausschöpfen können.

"Wir sind seit Jahren immer wieder mit der Rechtsaufsicht in der Diskussion, weil das Landratsamt unsere Gebühren als nicht kostendeckend betrachtet. Jetzt haben wir den kommunalen Prüfungsverband die Kalkulation analysieren lassen", erläuterte Veit Pöhlmann (FDP). Ergebnis der Prüfungen war, dass der Markt Thurnau zu viel Tilgungen geleistet hatte. "Wir haben nicht schlecht gewirtschaftet, sondern zu gut", so Pöhlmann. Die Marktwerke haben zu schnell zu viel Tilgung gezahlt. Jetzt werde die Tilgung den Abschreibungszeiträumen angepasst.


Kein Nachtragshaushalt

"Die Streckung der Tilgung führt aber auch dazu, dass die Verschuldung länger andauert. Spätestens wenn die Niedrigzinsphase endet, fällt uns das wieder auf die Füße", betonte Erwin Schneider (FW). Trotzdem genehmigten die Marktgemeinderäte einstimmig den neuen Vorschlag, den Kämmerer Michael Ganzleben ausgearbeitet hatte.

Ebenfalls eine ausführliche Diskussion löste bei der letzten Sitzung des Jahres der geplante Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes Peuntgarten II in Thurnau aus. Bereits 1994 hatte der Gemeinderat beschlossen, dass die Voraussetzungen für die Bebauung eines Grundstückes geschaffen werden sollen. Allerdings wurde das Verfahren nicht komplett durchgeführt.

Die Räte hatten Bedenken, dass die Bebauung des Grundstückes für die Bauwilligen - Gisela Leclerc und Hanspeter Kiefer - problematisch werden könnte. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) betonte immer wieder, dass die Bauherren mit den Vorgaben des Marktes einverstanden seien. Als Auflage hat der Markt explizit erklärt, dass - wenn eine Baugenehmigung erfolgt - kein Anspruch auf die Asphaltierung des Feld- und Waldweges führte. Es wird, auch wenn ein Haus gebaut wird, kein Winterdienst durchgeführt. Und auch für die Kosten für Wasserleitungen und Kanalisation müssten die Bauherren selbst aufkommen.

Ob das Grundstück tatsächlich überflutungsgefährdet ist, werde die Genehmigungsbehörde entscheiden und prüfen, erläuterte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU). Schließlich brachten die Räte das Änderungverfahren, das bereits 1994 ein Thema war, auf den Weg. Die Baugenehmigung wurde, wenn sie den künftigen Festsetzungen des Bebauungsplanes entspricht, mit zwei Gegenstimmen erteilt.

In Tannfeld wird keine Hundezuchtstätte genehmigt, waren sich die Thurnauer Räte einig. Martin Görl wollte in Tannfeld Labrador-Hunde züchten. Doch die Planungen seien zu unkonkret. "Die Größenordnung ist nicht ersichtlich", wandte Benny Wich von der Verwaltung ein. "Die Bedenken der Nachbarn sind da. Der Plan ist zu undifferenziert!", sagte Veit Pöhlmann (FDP). Auch Erwin Schneider (FW) wertete das Vorhaben "als Belästigung für die gesamte Ortschaft".

Keine Probleme hatten die Thurnauer Räte mit dem Bauantrag von Sabine Jage. Sie möchte in Limmersdorf das alte Forsthaus mit einem Hackschnitzellager ausstatten. Seitens des Denkmalschutzes gäbe es keine Bedenken. Ebenfalls befürwortet wurde die von Hans-Friedrich Hacker beantragte Abtragung des ehemaligen Bahndammes auf einem Grundstück bei der Schorrmühle in Thurnau. Das Grundstück soll teilweise aufgeschüttet werden. Genehmigt wurde auch der Tekturantrag von Hans Schwender. Das hintere Haus am Oberen Markt wird wegen des Baugrundes um 50 Zentimeter abgesenkt. Außerdem brachten die Marktgemeinderäte die Bauvoranfrage von Christine Hatzold auf den Weg. Sie möchte eine landwirtschaftlich genutzte Scheune abreißen und in Berndorf eine Mehrzweckhalle aufbauen.

Die Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen möchte mehrere Werbeanlagen im Bereich des neuen Edeka-Marktes aufstellen. Gegen ein Schild über dem Eingang und ein Schild auf dem Parkplatz hatten die Räte keine Einwände. Doch gegen ein geplantes Schild im Kreuzungsbereich mit acht Metern Höhe erhoben Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) und etliche Gemeinderäte ihr Veto. Man wolle noch einmal mit den Edeka-Verantwortlichen darüber sprechen.

Der Markt Thurnau nimmt an der Bündelausschreibung, die die Firma Kubus für die Jahre 2020 bis 2022 durchführt, teil. Nach einer Grundsatzdiskussion entschieden sich die Räte für den Bezug von Ökostrom. Ökostrom ist genau so teuer wie Normalstrom oder maximal 0,3 Cent teuerer, hat die ausschreibende Firma mitgeteilt. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) plädierte für den günstigen Strom. "Wir müssen auch in die Zukunft schauen. Wir können nicht für einen Vertrag mit Braunkohlestrom stimmen", sagte Volker Seitter (SPD). "Mein gutes Gewissen sind mir die Mehrkosten von knapp 1000 Euro pro Jahr wert", sagte Dietmar Hofmann (SPD). Veit Pöhlmann (FDP) bemängelte, dass beim Ökostrom auch Biomassestrom und Strom von Freiflächenphotovoltaik mit dabei sei. Dies sei Etikettenschwindel.


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