Kulmbach
Umwelt

Landkreis Kulmbach verzichtet auf Einsatz von Glyphosat

Das Landratsamt Kulmbach verzichtet auf den Einsatz von Glyphosat. Es setzt bei der Unkrautbekämpfung vielmehr auf konventionelle Mittel.
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Der Einsatz von Glyphosat ist nach wie vor umstritten.  Foto: Archiv
Der Einsatz von Glyphosat ist nach wie vor umstritten. Foto: Archiv
Wenn sich die die Mitarbeiter des Landkreises Kulmbach daran machen, Unkraut auf öffentlichen Flächen zu bekämpfen, setzen sie auf konventionelle Mittel. Glyphosat, wie von den Grünen befürchtet, kommt nicht zum Einsatz.


Grünen-Fraktion hatte Fragen


Anfang Dezember hatte sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit einer schriftlichen Anfrage an den Landkreis gewandt. Die Grünen wollten wissen, wo und in welchen Mengen Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat sowie weiterer Pestizide im Landkreis Kulmbach eingesetzt werden.

Konkret fragten die Kreisräte, in welchem Mengenumfang glyphosathaltige Herbizide 2017 im Auftrag des Landratsamts - direkt oder von Dienstleistern - auf Grünflächen, Verkehrsbereichsflächen, Sport- und Spielflächen oder auf anderen kommunalen Flächen in öffentlicher Nutzung insgesamt ausgebracht wurden.


"Mengen = null"


Darüber hinaus wollten sie wissen, welche Mengen an Pflanzenschutzmitteln insgesamt 2017 im Auftrag des Landratsamtes - direkt von Mitarbeitern kommunaler Ämter sowie Betriebe oder indirekt von Dienstleistern - auf öffentlich genutzten kommunalen Flächen ausgebracht wurden.
Schließlich interessiert sich die Fraktion dafür, welche Maßnahmen die Verwaltung durchgeführt beziehungsweise geprüft hat, um die ausgebrachten Pestizidmengen zu reduzieren.

Aus dem von Verwaltungschef Rüdiger Köhler unterschriebenen Antwortschreiben, das Fraktionschef Claus Gumprecht der BR überlassen hat, geht hervor, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf allen Flächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, grundsätzlich verboten ist. Hierzu zählten zum Beispiel gepflasterte und anderweitig befestigte Wege und Plätze. Die Fragen könnten deshalb mit "Mengen = null" beantwortet werden, so Köhler.

Ferner teilte der Verwaltungschef mit, dass sich die für Pflege der entsprechenden Flächen zuständige Hochbauverwaltung des Landratsamts Kulmbach bei der Unkrautbekämpfung an der lnformationsbroschüre des Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ,,Freiflächenpflege im kommunalen Bereich, Unkrautmengen auf Wegen und Plätzen" orientiert. "Die Unkrautbekämpfung beschränkt sich bisher in der Regel auf zulässige Abflammverfahren."


Bald mit Heißwasser


Aktuell gebe es Überlegungen, zeitnah ein geeignetes Gerät für das ebenfalls zulässige Heißwasserverfahren zu beschaffen. Köhler schließt: "Die vorstehenden Angaben gelten für die Handhabung bei den Liegenschaften des Landkreises Kulmbach. Diese dürften aber in wesentlichen Teilen auch dem Vorgehen bei den Städten, Märkten und Gemeinden entsprechen. Für diese können wir aber aus unserer Sicht keine verbindlichen Aussagen treffen."
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