Kulmbach
Auszeichnung

Landkreis Kulmbach vergibt einmal Gold und siebenmal Silber

Heinz Burges, früherer Bürgermeister in Untersteinach, erhält die goldene Bürgermedaille des Landkreises.
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Landrat Klaus Peter Söllner (stehend) zeichnete den früheren Untertsteinacher Bürgermeister Heinz Burges mit der goldenen Bürgermedaille des Landkreises aus.Klaus Klaschka
Landrat Klaus Peter Söllner (stehend) zeichnete den früheren Untertsteinacher Bürgermeister Heinz Burges mit der goldenen Bürgermedaille des Landkreises aus.Klaus Klaschka
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Sie engagieren sich, bringen sich ein und geben viel für den Landkreis. So charakterisierte Landrat Klaus Peter Söllner (FW) acht Persönlichkeiten, die er am Mittwochabend mit der Bürgermedaille, einmal in Gold und siebenmal in Silber, auszeichnete.

Zwar werde die große Politik in Berlin und München gemacht, "doch die Keimzelle der Demokratie, die es in diesen Tagen mehr denn je zu verteidigen gilt, ist ohne Zweifel die Kommunalpolitik", sagte er. "Deshalb brauchen wir Kommunalpolitiker, die nicht nur wissen was wünschenswert, sondern vor allem auch, was machbar ist," stellte er fest. Die Gäste des Festaktes begrüßte Landratsstellvertreterin Christina Flauder - für die musikalische Umrahmung sorgte ein Bläserquintett des CVG unter Barbara Fries.

Heinz Burges (Untersteinach), verlieh Söllner die goldene Bürgermedaille. Der Altbürgermeister ist seit 1992 Mitglied des Kreistages. Nach fast 26 Jahren in den Gremien des Landkreises, "ein erfahrener Mann - ein Kenner der Materie. Ihm macht so leicht keiner was vor, sein Erfahrungsschatz ist ein ganz großes Kapital," stellte Söllner fest.

Seine Kompetenz und seinen Sachverstand habe er nicht nur in den Gremien des Kreises eingebracht, sondern auch als stellvertretender Verbandsrat beim Zweckverband Klinikum. "Er war und ist in nahezu jedem örtlichen Verein Mitglied", fügte der Landrat hinzu. Seit 1984 war Burges zunächst Zweiter, später Erster Bürgermeister und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft. "In den 24 Jahren seiner Amtszeit hat er Untersteinach positiv verändert. Eine Reihe von Großprojekten trägt seine Handschrift, unter anderem der Ausbau der örtlichen Infrastruktur und die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten, wodurch Untersteinach viel an Leistungskraft und Attraktivität gewonnen hat, und sich renommierte Firmen ansiedelten."


Notwendige Investitionen

Große, aber notwendige Investitionen seien mit dem Anschluss der Abwasserbeseitigung von Guttenberg, Kupferberg, Ludwigschorgast, Untersteinach und Wirsberg an das Zentralklärwerk in Kulmbach und bei der Wasserversorgung getätigt worden. Der Schulstandort sei durch umfangreiche Sanierungen des Schulgebäudes gestärkt, und die Kinderbetreuung sei durch Kindergarten mit ?-hort und ?-krippe sichergestellt.

Für den Bau der Umgehung im Zuge des Neubaus von B 303 und 289 habe Burges über Jahrzehnte beharrlich und mit viel Herzblut gekämpft.?Nachdem der Neubau der B 303 vor Jahren habe realisiert werden können, seien seine Anstrengungen im Mai 2016 mit dem Spatenstich zur Ortsumgehung belohnt worden. Die Partnerschaft mit dem polnischen Mogilany sei nicht zuletzt auf sein Engagement zurückzuführen.

Mit der silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet wurden:
Klaus Zahner, Neuenmarkt: Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete ihn als "kommunalpolitisches Urgestein, das in unseren Kreisgremien seit 2002 in der Verantwortung steht". Zwölf Jahre lang vertrat er die Kreistagsfraktion der Freien Wähler/WGK. Er ist Mitglied im Kreisausschuss, ?Verbandsrat bei den Zweckverbänden Dampflokomotiv-Museum, Sparkasse und Klinikum.

Bei vielen Terminen habe er bereitwillig den Landkreis vertreten. In seiner Heimatgemeinde war er 1985 Mitbegründer der Freien Wähler, zehn Jahre lang deren Vorsitzender, ebenso fast ein Jahrzehnt Vorsitzender des Kreisverbands. Auch in vielen Vereinen hat Zahner Verantwortung übernommen, unter anderem ist er Vorsitzender des Musikvereins Stadtsteinach.

Jörg Kunstmann, Kulmbach: "Er ist trotz seiner noch jungen Jahre ein Mann, der schon seit fast drei Jahrzehnten fest mit der Kommunalpolitik verbunden ist", stellte Söllner fest. Als Büroleiter von Karl-Theodor zu Guttenberg habe er auch das Bundeswahlkreisbüro in Kulmbach geleitet. Für die CSU zog er in Stadtrat und Kreistag ein. Wichtig sei ihm nicht die persönliche Profilierung gewesen, sondern das Angebot an die Jugend weiter zu optimieren.

Dieter Schaar, Neudrossenfeld: Seit 2014 einer der weiteren Stellvertreter des Landrats, sei mit Kreativität und Ideenreichtum gesegnet, trage aber auch das seltene "Fleiß-Gen" in sich, konstatierte Landrat Söllner. "Als Mann des Ausgleichs ist ihm ein gedeihliches Miteinander wichtig."
1984 zog er für die Freien Wähler in den Gemeinderat ein, wurde Fraktionsvorsitzender, 1996 Zweiter und 2002 Erster Bürgermeister und habe zwölf Jahre lang die Geschicke seiner Kommune geprägt. In seiner Amtszeit seien viele richtungsweisende Projekte auf den Weg gebracht worden. Mit der Sanierung des Hölzel-Areals sei der Ortskern wiederbelebt und deutlich aufgewertet worden.
Seit ?2002 ist Schaar im Kreistag, bis 2014 im Kreisausschuss, von 2008 bis 2014 im Schul- und Sozialausschuss. Seit 2014 ist er zum weiteren Stellvertreter des Landrats bestellt und ist "für mich persönlich - was Termine angeht - nicht selten der Helfer in der Not".

Dieter Adam, Mainleus: Ihn bezeichnete Landrat Söllner als "kommunalpolitischen Marathonmann". 1972 zog er als 27-Jähriger in den Gemeinderat ein. 2004 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Durch die Ansiedlung von mehreren Nahversorgern seien die Einkaufsmöglichkeiten verbessert worden und durch den Neu- und Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen der Standort für junge Familien attraktiver geworden. Die Sanierung von Schule und gemeindeeigener Mietwohnungen, die Schaffung von günstigem Wohnraum für sozial Schwächere und der Bau eines Pflegeheims seien weitere Schritte, die Mainleus aufgewertet hätten. Auch im Landkreis sei Adam ab 2002 stets für die als richtig erkannten Ziele eingetreten und habe seinen beruflichen Erfahrungen eingebracht.

Siegfried Küspert, Trebgast: Er zog 1984 für die SPD in den Gemeinderat ein, wurde sechs Jahre später Zweiter, eine Amtsperiode weiter Erster Bürgermeister und noch eine Amtsperiode später Vorsitzender der VG Trebgast. Zwölf Jahre lang habe er die Entwicklung seiner Heimatgemeinde maßgeblich geprägt.

"Ich will hier nur die Investitionen und Initiativen am Badesee, wie beispielsweise die Fun-Arena und die Skate-Anlage, den pädagogischen Spielplatz, die Generalsanierung mit Volleyballfeld und Kiesstrand oder auch den Radwegebau nennen," sagte Söllner. Beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" seien viele Erfolge erzielt worden.

Für Küspert seien die Vereine stets wichtige Eckpfeiler des gesellschaftlichen Lebens gewesen; in 17 örtlichen Vereinen sei er. Seine große Leidenschaft sei aber die Naturbühne Trebgast. Mit berufsbedingten Unterbrechungen habe er bis 2016 insgesamt 26 Rollen verkörpert. 2006 wurde er Vorsitzender. 2002 zog Küspert in den Kreistag ein, seit 2008 im Wirtschafts- und Kulturausschuss.

Wilfried Löwinger, Harsdorf:
"Er ist nicht nur ?ein hochverdienter Kommunalpolitiker, sondern auch eine herausragende Persönlichkeit, die sich im Ehrenamt und für seinen Berufsstand große Reputation erworben hat," stellte der Landrat fest, etwa beim Bauernverband, wo er als Obmann beim Ortsverband Harsdorf seit 1982 ehrenamtlich tätig sei oder als Kreisobmann. Präzise vertrete er die Anliegen der Landwirtschaft. Er gehört zu den Gründern der Frankenfarm - "eine Pionierleistung" in der Direktvermarktung von regionalen Produkten." Als Gemeinderat steht er seit 1990 in der Verantwortung. Seit 2002 im Kreistag ist er im Umwelt-, Bau- sowie Wirtschafts- und Kulturausschuss.

Karl Heinz Opel, Wirsberg
: Er ist seit 2002 Mitglied im Kreistag. Landrat Söllner nannte ihn einen "Landwirtschaftsmeister wie aus dem Bilderbuch". Er ist im Umweltausschuss und vertrete mit Nachdruck die Interessen seines Berufsstandes.

Auch in seiner Heimatgemeinde engagiere sich Opel seit 1990 als Marktgemeinderat, seit 1996 als Zweiter Bürgermeister. Seit vielen Jahren sei er in den verschiedensten Bereichen tätig, die Söllner aufzählte, darunter Funktionen im BBV, bei der Jagdgenossenschaft und bei den Feldgeschworenen sowie bei der Feuerwehr Neufang. klk


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