Kulmbach
Bauausschuss

Landkreis Kulmbach investiert Millionen in berufliche Bildung

Die weitere Attraktivierung des Beruflichen Schulzentrums in Kulmbach kostet 6,7 Millionen Euro. Der Kreistag hofft auf hohe Zuschüsse für das Programm.
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Über das Förderprogramm KIP-S soll das Berufliche Schulzentrum nicht nur saniert, sondern auch sinnvoll erweiteret werden.Werner Reißaus
Über das Förderprogramm KIP-S soll das Berufliche Schulzentrum nicht nur saniert, sondern auch sinnvoll erweiteret werden.Werner Reißaus
Knapp sieben Millionen Euro will der Landkreis Kulmbach für die weitere Attraktivierung des Beruflichen Schulzentrums in die Hand nehmen. Vorgesehen ist dabei nicht nur eine grundlegende Modernisierung, sondern auch eine Erweiterung.


Zuschuss zwischen 70 und 90 Prozent


Der Bauausschuss des Kreistags billigte das Vorhaben, das Projekt "Ersatzbau Cluster Bau-Berufe" mit Mitteln des Förderprogramms KIP-S zu verwirklichen. Johannes Müller vom Kulmbacher Architekturbüro H 2 M bezifferte die Kosten auf rund 6,7 Millionen Euro, davon seien 6,2 Millionen förderfähig. Im Raum steht eine Förderung von 70 bis 90 Prozent.

Wie Landrat Klaus Peter Söllner aufzeigte, liegt der Regierung von Oberfranken der notwendige Bewerbungsbogen mit einer detaillierten Kostenschätzung bereits vor. Grundlage hierfür war eine vom Büro H 2 M erstellte Machbarkeitsstudie.


Zweigeschossiger Ersatzbau


Als sinnvollste Maßnahme für das auf Schulen zugeschnittene Investitionsprogramm ist demnach ein zweigeschossiger Ersatzbau für den hinteren Teil der Werkstätten, in dem derzeit die Floristen und ein Labor untergebracht sind. In dem Neubau sollen die Bau-Berufe untergebracht werden.

Architekt Johannes Müller erläuterte auch, dass das Raumprogramm im engen Schulterschluss mit der Schulleitung erstellt und mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt wird. Es werde sich nicht hauptsächlich an der Schülerzahl orientiere, sondern vielmehr an den Ausbildungsanforderungen der verschiedenen Berufe.


"Wir brauchen kurze Wege"


Wie Schulleiter Alexander Battistella ausführte, ist das Berufliche Schulzentrum in den 1960er Jahren entstanden: "Nicht nur die Gebäudeteile sind veraltet, auch ein handlungsorientierter Unterricht, wie von der Berufsschulaufsicht gefordert ist derzeit schwierig zu organisieren. Wir brauchen kurze Wege."

Die Problematik liege hauptsächlich darin, dass die Trennung von Fächern in Theorie und Praxis, wie sie in Kulmbach noch vorherrsche, längst der Vergangenheit angehört. Es müsse vielmehr der schnelle und häufige Wechsel zwischen den Werkstätten und den Unterrichtsräumen möglich sein. "Das kann im Neubau hervorragend umgesetzt werden", so Battistella.

Landrat Klaus Peter Söllner sprach die hervorragende Zusammenarbeit des Beruflichen Schulzentrums mit der Wirtschaft an: "Ich hoffe, dass unser Förderantrag Erfolg hat." Hans Schwender erinnerte an die enormen Investitionen des Landkreises in die Bereiche Brauer und Mälzer sowie Kfz-Handwerk.


Im technischen Bereich die Nummer eins


Das habe sich bereits bezahlt gemacht, denn beide Berufsfelder hätten einen starken Zuwachs: "Wir haben hier in Kulmbach teure Berufe, die es aber an anderen Schulen nicht gibt. Unser Schulzentrum ist im technischen Bereich absolut die Nummer eins." Die Betriebe wüssten das auch zu schätzen. Was die Ausstattung der neuen Räume angeht, würden sich Industrie und Handwerk nicht lumpen lassen, so der Thurnauer Unternehmer.
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