Kulmbach
Prozess

Landgericht Hof: Millionenprozess gegen Autohändler beginnt

Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hof beginnt am Donnerstag ein aufwendiger Steuerprozess mit vier Angeklagten.
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pixabay.com/moerschy
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Die Geschäftsführung der Autowelt König soll vor der Pleite im Jahr 2013 in großem Stil bei der Umsatzsteuer getrickst haben. Die Staatsanwaltschaft Hof geht davon aus, dass dem Fiskus ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden ist.

Früher 19 Niederlassungen

Die Autowelt König mit über 600 Mitarbeitern und 19 Filialen in Oberfranken und der Oberpfalz - unter anderem am Stammsitz Wunsiedel, in Hof, Marktredwitz, Himmelkron, Coburg und Bamberg - war einer der größten Kfz-Händler in Deutschland. Mehrere Niederlassungen wurden von anderen Autohäusern fortgeführt - unter anderem übernahm Motor Nützel, Bayreuth, drei Standorte. Hunderte von Kunden befürchteten damals den Verlust ihrer Anzahlungen, die sie vor der Insolvenz für einen Neuwagen geleistet hatte.

Um den Zusammenbruch der Firmengruppe geht es in dem Verfahren aber nicht. Sondern die Staatsanwaltschaft ermittelte schon vorher wegen Steuerhinterziehung. Bei dem 1964 gegründeten Unternehmen fand 2011 eine große Polizeiaktion statt. Zoll und Steuerfahnder durchsuchten Firmenräume und die Privatwohnung des Geschäftsführers.

Die Ermittlungen führten dazu, dass nun Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben wurde. Vor Gericht müssen sich zwei ehemalige Geschäftsführer, ein Prokurist und ein Berater aus dem Landkreis Kulmbach verantworten. Sie sollen sich durch Tricksereien beim Export von Fahrzeugen nach Frankreich und Spanien erhebliche Steuervorteile verschafft haben.

Hoeneß-Anwalt kommt

Zunächst sind neun Prozesstage vorgesehen, die möglicherweise nicht ausreichen dürften. Einer der Angeklagten wird von einem prominenten Anwalt verteidigt: Professor Werner Leitner aus München, der auch den FC Bayern in juristischen Angelegenheiten berät und den FCB-Präsidenten Uli Hoeneß in dessen Steuerstrafverfahren vertrat.



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