Kulmbach
Landespflegegeld

Landespflegegeld: Viele Kulmbacher wollen die 1000 Euro

Pflegebedürftige können noch bis Jahresende einen Antrag auf Landespflegegeld stellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, schickt ihn per Einschreiben.
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Der Freistaat unterstützt Pflegebedürftige finanziell. Das Landespflegegeld muss jedoch rechtzeitig beantragt werden. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa
Der Freistaat unterstützt Pflegebedürftige finanziell. Das Landespflegegeld muss jedoch rechtzeitig beantragt werden. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa

Das Telefon steht nicht mehr still bei Silvia Bauernfeind vom Beratungs- und Betreuungsdienst der Arbeiterwohlfahrt, seit die Bayerische Rundschau vor zwei Wochen über Probleme mit der Auszahlung des Landespflegegelds berichtet hat. Wir hatten die Geschichte der Familie Küffner aus Buchau erzählt, die monatelang auf die Bearbeitung ihres Pflegegeldantrags gewartet hatte, ohne eine Nachricht zu bekommen. Als Elisabeth Küffner schließlich per E-Mail bei der Landespflegegeldstelle nachfragte, erhielt sie eine automatisierte Antwort, sie möge ihren Antrag mit sämtlichen Anlagen ein zweites Mal einreichen. Die 64-Jährige war erst verwirrt, dann verärgert über ein Zuviel an Bürokratie.

Viele kennen sich nicht aus

Ein Einzelfall? Keineswegs, sagt Silvia Bauernfeind. Bei der Pflegeexpertin meldeten sich schon in den ersten Tagen rund hundert Betroffene, die ebenso wie die Küffners nicht recht wussten, wie sie sich nun verhalten sollten, um an die 1000 Euro zu kommen, mit denen die Bayerische Staatsregierung Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 unterstützen möchte.

"Bei mir haben sich im Wesentlichen zwei Gruppen von Ratsuchenden gemeldet", so die Pflegeexpertin: "Da sind zum einen diejenigen, die wie Familie Küffner schon von Monaten ihren Antrag gestellt haben und sich jetzt, kurz vor Jahresende, fragen, ob das Dokument überhaupt bei der zuständigen Stelle angekommen ist. Die andere Hälfte hat den Antrag wegen formaler Fehler zurückbekommen und musste nachbessern."

Die häufigsten Fehler: Es fehlt das Kreuzchen zum Einverständnis mit der Datenschutzerklärung, der Ausweis des Pflegebedürftigen ist abgelaufen, oder der Name wurde anders geschrieben als auf dem Ausweis.

Für manchen Ratsuchenden hat Bauernfeind selbst bei der Landespflegegeldstelle angerufen. "Das Problem ist, dass man dort erst dann eine Auskunft bekommt, wenn der Antrag im System erfasst und bearbeitet wurde. Um auf Nummer sicher zu gehen, rate ich deshalb jedem, der noch einen Antrag stellen möchte, ihn per Einschreiben zu schicken. Wer noch keine Information hat, ob ein bereits gestellter Antrag bearbeitet ist, sollte vorsichtshalber einen Zweitantrag ebenfalls per Einschreiben schicken und darauf vermerken, dass es sich um einen Zweitantrag handelt."

Lieber rechtzeitig als vollständig

Wer nicht alle Unterlagen zur Hand hat, kann zunächst einen unvollständigen Antrag schicken und die nötigen Anlagen nachreichen. Das gilt zum Beispiel, wenn der Bescheid der Pflegekasse zu einer beantragten Einstufung noch fehlt. Ist der Personalausweis abgelaufen und der pflegebedürftige bettlägerig, ist eine Ausweispflichtbefreiung möglich. Dann kann auch die Einsendung der Meldebescheinigung genügen.

Anspruch auch bei Sozialhilfe

Übrigens haben auch Pflegebedürftige, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, einen Anspruch auf das Landespflegegeld, so Silvia Bauernfeind. "Über die 1000 Euro dürfen sie frei verfügen."

Für Elisabeth Küffner ist das Problem inzwischen zufriedenstellend erledigt: Ihr im Juli gestellter Antrag ist bearbeitet. Mitte November erhielt sie den Bewilligungsbescheid, und seit ein paar Tagen ist das Geld tatsächlich auf dem Konto ihrer pflegebedürftigen Schwiegermutter.



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