Rugendorf
Gemeinderat

Lagerplätze sorgen für Unmut bei den Rugendorfer Räten

Die Rugendorfer Räte sind über die geplante Bauschutt-Deponie im Steinbruch nicht glücklich. Holzpolder neben dem Radweg haben sie gleich ganz abgelehnt.
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Das Material auf diesem Lagerplatz möchten die Hartsteinwerke Schicker auf einen Platz gegenüber der Straße zum Steinbruch verlagern, um hier Ton zur Abdichtung des Steinbruchs zu gewinnen.Klaus Klaschka
Das Material auf diesem Lagerplatz möchten die Hartsteinwerke Schicker auf einen Platz gegenüber der Straße zum Steinbruch verlagern, um hier Ton zur Abdichtung des Steinbruchs zu gewinnen.Klaus Klaschka
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Die "kleckerlesweise" (Gemeinderat Herbert Schmidt) Offenlegung der Hartsteinwerke Schicker ihres Vorhabens, den bisherigen Lagerplatz und den Steinbruch künftig als Deponie für Bauschutt zu nutzen, passt dem Rugendorfer Gemeinderat nicht. Nur durch Teilbeschlüsse und -genehmigungen könnte später ein Vorhaben insgesamt legalisiert werden, das im Endausbau dann aber für die Kommune weitere "Nachbesserungen" bedeuten könnte. Deshalb pocht der Gemeinderat darauf, die komplette Gesamtplanung vorgelegt zu bekommen.

Aktuell war der Gemeinderat vom Bergamt Nordbayern aufgefordert worden, eine Stellungnahme zur Entwässerungsabsicht der inzwischen erweiteren Lagerfläche neben dem jetzigen Lagerplatz abzugeben. Dass die Entwässerungsplanung für die Lagerplätze allein funktionieren würde, wollte der Gemeinderat nicht bezweifeln. Ob diese Teilplanung im Endausbau des Gesamtvorhabens allerdings wirkungsvoll sein wird, wollten die Räte mangels Kenntnis der Gesamtplanung nicht beurteilen.

Die Firma Schicker hat jenseits der Straße zum Steinbruch etwa die gleiche Fläche wie die des jetzigen Lagerplatzes freigeräumt, um dorthin das Material (Steine unterschiedlicher Größe) vom jetzigen Lagerplatz umzulagern. Vom bisherigen Lagerplatz soll Ton zur Abdichtung der geplanten Bauschutt-Deponie im Steinbruch direkt gewonnen werden.

Gewerbegebiet überflutet?

Das Niederschlagswasser beider Lagerflächen soll über einen Graben dann in den Hohlmühlbach/Katzbach abgeleitet werden. Dieser "Sonderbetriebsplan" umfasst ein Regenrückhaltebecken, eine Flachwasserzone mit Bewuchs und eine Drosseleinrichtung in den Graben. Durch Gabionen soll zudem die Fließgeschwindigkeit reduziert werden. Der Gemeinderat sah die Gefahr, dass etwa bei längerem Starkregen der Mühlbach überlastet und dann der Rest des weiteren Gewerbegebiets überflutet werden würde. Denn über diese Wasserableitung wird nach bisherigen Kenntnissen wohl auch der später abgedichtete Steinbruch selbst entwässert. Die vorliegende Planung beschreibt jedoch nur die Entwässerung der beiden Lagerflächen. Ob die nachfolgenden Gräben und Verrohrungen bis zur Zaubach nicht überfordert wären, sieht der Gemeinderat in der vorgelegten Planung nicht berücksichtigt.

Einstimmig nicht einverstanden ist der Gemeinderat mit der Absicht der Bayerischen Staatsforsten, Holz neben dem jetzigen Rad- und Gehweg auf der alten B 303 zu lagern. Seit einiger Zeit stehen dort Schilder, die das Betreten einer offenbar gepachteten Wiese wegen "Holzpolder" beziehungsweise "Holzlager" verbietet, für das die Bayerischen Staatsforsten zeichnet.

Erstens passt dem Gemeinderat ein Riesenholzlager am Ortseingang von Rugendorf nicht. Zweitens sieht er den Geh- und Radweg gefährdet. Gemeinderat Martin Hohlweg rechnete vor: "Die Straße ist drei Meter breit, ein Lkw hat 2,50 Meter Spurweite; der fährt genau auf den Straßenkanten und das mit einer Zuladung bis 40 Tonnen. 200 Fuhren hin und wieder 200 Fuhren Holz abtransportiert - und die Straße ist kaputt." "Das ist keine Sache, die vom Forstamt in Stadtsteinach aus geht", wusste Hohlweg; und überhaupt seien die Bayerischen Staatsforsten "der größte Grundbesitzer in Bayern, die brauchen nicht gerade in Rugendorf einen Lagerplatz."

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat deshalb Zweiten Bürgermeister Fritz Rösch, der die Sitzung am Montag leitete, sich umgehend mit den Staatsforsten in Nordhalben in Verbindung zu setzen und dort den Beschluss des Gemeinderats bekannt zu geben.

Ohne Diskussion genehmigte der Gemeinderat die Planung für ein Einfamilienhaus im Baugebiet Langenbühler Weg III, das zweite Bauvorhaben auf dem bereits komplett verkauften Baugebiet.

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